SCANNER - Hypertrace

Deutschland gilt als Geburtsort des heutigen Power Metals. Viele Bands, die in den 80er Jahren des letzten Jahrhunderts ihre ersten Schritte im Metal unternahmen, gehören heute zu den anerkannten Szene-Größen, wie zum Beispiel Gamma Ray, Helloween, Blind Guardian, Accept oder auch die Scorpions. Mit ihrem Schaffen habe sie nachfolgende Generationen von Metal Bands inspiriert. Die 1985 zunächst unter dem Namen “Lions Breed” gegründete Band Scanner erhielt jedoch nie die Beachtung, die ihr eigentlich gebührt hätte. Seit 1986 und einiger Umbesetzung waren die Musiker dann als Scanner unterwegs. Massacre Records würdigt nun das Frühwerk der Power Metal Urgesteine mit den Re-Releases der beiden ersten Scanner-Alben “Hypertrace” und “Terminal Earth” bevor sich die Musiker Mitte/Ende 2016 ins Studio zurückziehen um das dann siebente Album aufzunehmen.

Der Auftaktsong von “Hypertrace” “Warp 7” macht seinem Namen alle Ehre. Schnell gespielte Gitarrenriffs und treibendes Schlagzeug dominieren. Auch die locker eingeworfenen Gitarrenmelodien halten das Tempo. Der Gesang von Michael Knoblich stellt seine herausragende Stimme unter Beweis. “Across The Universe” setzt gewissermaßen einen Ruhepunkt. Ein Midtempo-Stampfer mit knallenden Riffs und Klasse-Chorussen, die zum Mitsingen animieren. Im Mittelteil kann man dann Soli der Gitarristen hören. Während “Grapes Of Fear” eine Speed-Metal Granate ist, kommt “Retaliation Positive” wieder ruhiger, fast getragen daher. Hohe spitze Schreie wechseln sich ab mit eindrucksvollen Chorussen. Dazu ein Killer-Gitarren-Solo. Als Bonus gibt es auf diesem Re-Release “Galactos”. Dieser Song war bisher lediglich als Bonustrack auf der japanischen Version des Albums zu hören. Hier wird wieder aufs Gaspedal getreten. Vorantreibendes Gitarren- und Schlagzeug-Spiel und eine erneutes Klasse-Gitarren-Solo sorgen für einen amtlichen Rausschmeißer.

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SCANNER - Terminal Earth

Auch “Terminal Earth” beginnt mit einer High Speed Granate. Bei “The Law” kann man gar nicht so schnell zuhören, wie die Riffs aus den Kopfhörern ballern. Das Schlagzeug treibt gnadenlos vorwärts. Etwas ruhiger dagegen ist “Buy Or Die”. Rhythmisches Schlagzeug. Und ex Angels Dust Frontmann S.L. Coe kann beweisen, dass auch er zu den Besten seiner Zunft gehört. Der Titelsong “Terminal Earth” rockt dann wieder so richtig los. Schnelle Riffs und treibendes Drumming sind eindeutig das Markenzeichen von Scanner, dazu wieder große Chorusse, ohne allerdings zu viel Bombast zu verbreiten. “From The Dust Of Ages” ist mit fast 9 1/2 der mit Abstand längste Song auf “Terminal Earth”. Ruhige Passagen wechseln sich mit Mid-Tempo-Riffs ab. Im Mittelteil entwickelt sich der Song dann zur Power-Metal-Hymne. Diverse Melodie- und Rhythmus-Wechsel geben dem Ganzen einen proggigen Touch. Für mich die stärkste Nummer beider Alben! Mit dem fast schon mainstreamigen “L.A.D.Y.” klingt das Album dann sehr melodisch aus.

Dank Massacre findet hier ein eindrucksvolles musikalisches Zeitzeugnis den Weg in die CD-Regale, Download- und Streaming-Portale. Und das ist gut so. Es ist Jammerschade, dass so eine Klasse-Band mit hervorragenden Albumproduktionen in Vergessenheit geraten ist. Ich bin jetzt gespannt auf das Album, das der Fünfer um das einzig verbliebene Gründungsmitglied Axel Julius demnächst produzieren wird.


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