TYTAN - Rough Justice

Tytan gehören zu den wenigen Bands, die im Laufe ihres Bestehens außer einer Single keine einzige Platte veröffentlicht haben, weder ne Demo, noch ein Studio- oder Livealbum. Was aber auch daran liegt, dass die Band, im Übrigen quasi der Nachfolger von Angelwitch, nicht sehr lange existierte und noch vor der (verzögerten) Veröffentlichung ihres Debuts wieder aufgelöst wurde. (Ok, 2010 haben sie sich wieder zusammengefunden, allerdings mit (fast) komplett anderem Line-Up)

Kurz nach der Auflösung von Angelwitch 1982 gründeten Bassist Kevin Riddles und Drummer Dave Dufort zusammen mit Sänger Kal Swan und den Gitarristen Stuart Adams und Stevie Gibbs die Band Tytan. Gemeinsam nahmen sie dann ein Album auf, ursprünglich sollte es „Have you got one“ (in Anspielung an den Bandnamen) heißen, aber im Endeffekt wurde es 1985, drei Jahre nach dem eigentlich geplanten Veröffentlichungstermin,  als „Rough justice“ auf dem Label Metal Masters Records veröffentlicht, bedingt durch finanzielle Probleme des Labels Kamaflage Records, auf dem das Album eigentlich erscheinen sollte.

Seis drum, über dreißig Jahre später ist das Album zu einem kleinen (Underground)klassiker geworden, der 2004 durch Majestic Rock wieder neu aufgelegt wurde. Dabei bewegen sich Tytan ganz im typischen NWOBH-Stil. Großartige Melodien mit hohem Wiedererkennungswert, die sich ins Hirn einfräsen, ein guter Sänger, der allerdings hin und wieder lispelt, so dass man teilweise nicht viel vom Text versteht (oder liegt das am Birminghamer Dialekt??) und eine abwechslungsreiche Mischung aus schnelleren Nummern („Cold bitch“, „Blind men & fools“), Mid-temposongs („Rude awakening“, „Far side of destiny“) und Balladen („Sadman“). Metalherz, was willst du mehr?

Ein zweites Album vielleicht, was ohne die besagten Probleme mit dem Label sicherlich auch möglich gewesen wäre, aber es hat eben nicht sollen sein. Dann müssen wir uns halt mit dem einen Album begnügen, was ja auch ausreichend ist. Und bei der gebotenen Qualität sowieso. So kann man Tytan wenigstens in guter Erinnerung behalten und man kann stolz behaupten, dass jedes ihrer Alben herausragend geworden ist


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