UFO - Lights Out


Autor:  MC Lucius

Bewertung:  9 / 10


Tracklist:

  • Too Hot To Handle
  • Just Another Suicide
  • Try Me
  • Lights Out
  • Gettin' Ready
  • Alone Again
  • Electric Phase
  • Love To Love


VÖ:  14.05.1977

Label:  Chrysalis Records

In unserer Zeitreise großer, wichtiger Alben der Rock Welt taucht im Mai 1977 ein Unbekanntes Flug Objekt am Rock Firmament auf. Die britische Hard Rock Band UFO brachte mit "Lights Out" einen Meilenstein ihrer bis heute andauernden Karriere auf den Markt.

"Lights Out" war bereits das sechste Studio Album der 1969 gegründeten Band. Anfangs noch eher dem Space- bzw. Boogie Rock zugetan, entwickelte sich der Sound der Band seit dem Einstieg von Michael Schenker immer mehr zum Hard Rock. Der Hannoveraner hatte seine Band "Scorpions" 1973 verlassen, um bei UFO den abgewanderten Mick Bolton zu ersetzen. Nach "Phenomenom" (1974), "Force It" (1975) und "No Heavy Petting" (1976) war "Lights Out" die vierte Langspielplatte von UFO mit dem deutschen Wunderkind am den sechs Saiten.

Zum Line Up gehörten weiterhin Sänger Phil Mogg (das einzig konstante Bandmitglied), Keyboarder Paul Raymond, Schlagzeuger Andy Parker (beide mit Unterbrechungen von Beginn an bis ins Hier und Jetzt dabei) und Bassist Pete Way.

Auf knapp 37 Minuten Spielzeit verteilen sich gerade mal acht Songs, überwiegend zwischen drei und fünf Minuten lang. Lediglich der Rausschmeißer "Love To Love" erreicht mit 7:17 Minuten XXL Format.

Ein knackiger Rocker eröffnet das Werk: "Too Hot To Handle". Weiter geht's mit einem Track, der in eine ähnliche Kerbe schlägt. "Just Another Suicide" ist der einzige Song auf dem Album, den Phil Mogg komplett im Alleingang schrieb. Ansonsten ist der Sänger an sechs weiteren Stücken als Autor beteiligt. Schenker bekommt fünf Credits gutgeschrieben. Pete Way wird drei mal aufgeführt, Andy Parker bringt es auf eine Co - Writer Nennung. Dazu gesellt sich eine Fremdkomposition ("Alone Again" von Alan McLean).

Ungewöhnlich früh geben UFO mit "Try Me" bereits an dritter Stelle der LP eine herzzereißende Ballade zum Besten. Doch gleich danach wird mit dem Titelsong "Lights Out" das Tempo wieder drastisch angezogen. Nostalgiker müssen sich danach vom Sofa erheben, zum Plattenspieler gehen und die schwarze Langrille umdrehen, damit sie sich nun der B - Seite widmen können.

Diese wird vom mächtigen Riff - Intro von "Gettin' Ready" eingeläutet, der Song selbst bewegt sich aber im Midtempo Sektor. Meines Erachtens nach wird hier die passgenaue Produktion des neu ins Bott geholten Ron Nevison besonders deutlich. Selbst wenn dieses Stück vom Songwriting etwas an Steppenwolf's "Born To Be Wild" erinnert. Wobei das ja nicht die schlechtesten Anleihen wären.

"Alone Again" ist wie bereits weiter oben beschrieben eine Fremdkomposition und ganz genau so fühlt sich der Song im übrigen Album Kontext auch an. Orientalische Klänge a la Led Zeppelin's "Kashmir" mischen sich mit Synthesizer Streichern, die von Gastmusiker Alan McMillan eingefügt wurden. Irgendwie ein Fremdkörper, dennoch interessant, UFO auch mal in dieser Richtung zu hören.

Mit "Electric Phase" findet man aber wieder auf den Pfad der Hard Rock Tugend zurück. Ein fernöstlicher Gong leitet schließlich "Love To Love" ein, ein mitunter spacig angehauchter epischer Longtrack, der zwischendrin ebenfalls wieder auf die Synthi - Streicher setzt. Zudem enthält die Nummer wohl eines der schönsten Soli aus Schenkers gesamter Karriere. Mal ruhiger, baut sich das Lied in der Songmitte dann wieder bedrohlich auf, nur um danach erneut lieblich zu klingen. Ein absoluter Meilenstein im Backkatalog von UFO und natürlich das Highlight dieser nun 40 Jahre alten Scheibe.

Wer sich also für den guten, alten Hard Rock der 70er Jahre interessiert, sollte mal "Lights Out" antesten, hier liegt man garantiert richtig. Womöglich ist dies das beste aller UFO Alben.

2008 erschien übriges eine Remastered Version, die als Bonus auch noch vier Live Aufnahmen aus dem Jahre 1976 enthält.