MANACH SEHERATH  (Demo)


Das Demo, welches mich jetzt erreicht hat, ist schon über ein Jahr alt. Da aber bislang noch kein reguläres Album nachgefolgt ist, macht ein Review durchaus noch Sinn. Manach Seherath nennt sich die Band, um die es sich dreht. Musikalisch gehen die Italiener Richtung symphonischen Progmetal, und da hör' ich doch schon beim ein oder anderen Ängste heraufziehen, ob der Fülle an klischeehaften, nichstsagenden Releases, die Italien in diesem Genre bereits ans Licht befördert hat.

Doch, liebe Leute, was dann folgt, ist einfach nur genial....

„Arti Manthano“ beginnt mit dem Klopfen an eine Tür, welche sich dann auch zeitig öffnet. Trittst du danach durch die Tür, findest du feinsten Progressive Metal mit wundervollen Keyboard Parts, die durchauch auch anspruchsvollen Neo-Prog Bands gut zu Gesicht stehen würden. Sänger Mich Crown erinnert nicht nur in diesem Song ein ums andere Mal an Eric Clayton von Saviour Machine aufgrund seiner episch, klassischen Stimmfärbung. Oft mit etwaigem Hall verlängert, ist der Sänger einer der begeisterungswürdigen Pluspunkte in der Musik von Manach Seherath. Aber auch jeder einzelne Musiker wirkt unglaublich kompetent an seinem Instrument und somit klingt das Ergebnis wie aus einem Guß und großartig souverän.  

Das folgende „Timeless“ wirkt danach etwas aggressiver, was sich bereits an den Vocals ausmachen lässt. Vom Bass genial unterstützte ProgMetal Riffs und die diesmal hauptsächlich im Hintergrund operierenden Keys offerieren eine gehörige Metal-Schlagseite. Dies belegen auch die bewußt verzerrten Gesangsparts zwischendurch. Der Song geht total nach vorne ab und vergisst darüber hinaus seine progessiven Wurzeln nicht.  

Mystisch, episch mit klasse Melodien versehen ist mit „All in All“ noch eine Steigerung zu vermelden. Die Parallelen zu Saviour Machine sind hier nicht mehr zu leugnen. Klar, das Mich die Klasse von Eric Clayton nicht erreichen kann, aber der Gesang ist über jeden Zweifel erhaben und erzeugt eine Gänsehaut nach der anderen. Am Gitarrensound des formidablen Gitarristen Minus Karma muß die Band noch arbeiten, aber....dies ist ein DEMO, nicht vergessen. Der Song ist spannend, elegisch, monströs, episch....ach, das hab ich ja schon erwähnt.  

Und wenn du denkst, die Gänsehaut hat sich gelegt, haut die Band einen Spoken Word Part zum Schluß raus, welcher mit wünderschönen Keyboardmelodien untermalt wird. Also Leute, ich bin platt....zum Ende des letzten Songs schließt sich dann wieder der Kreis bzw. die Tür.

Ohne große Erwartungen an das Demo herangegangen, haut's mich dann beinahe aus den Socken.  

Manach Seherath zelebrieren ihre Musik mit Inbrunst, Kompetenz und songwriterischer Klasse, die selbst eingefleischteste Prog-Hasen überraschen dürfte. Der Band kann man außerdem zu Gute halten, erst einmal ein Demo veröffentlicht zu haben, um die Reaktionen abzuwarten, bevor man sich an ein abendfüllendes Werk heranwagt. Und auf ein solches Werk freue ich mich schon jetzt. Kann man die Qualität dieser drei Songs des Demos halten, bzw noch steigern, ja dann steht einem wahren Meisterwerk nichts mehr im Wege.

ProgMetal Fans, die auch schöne Keyboardklänge nicht verurteilen und auch Anhänger der leider nicht mehr existenten Saviour Machine sei die Musik von Manach Seherath wärmstens ans Herz gelegt. 


Bewertung:


die 2. Meinung:

Im Jahre 2012 entschied der italienische Sänger Mich Crown, ex-Fronter von Last Frontier, nach längerer musikalischer Pause wieder aktiv zu werden. Das Resultat hört auf den Namen Manach Seherath und veröffentlichte 2013 seine erste selbstbetitelte Demoaufnahme.

Als Cover hat man sich natürlich, passend zum Bandnamen und mystischem musikalischen und textlichen Inhalt, eine Art Medaillon mit Schlange, Wolfskopf und undefinierbaren Symbolen in der Mitte anfertigen lassen.

„Arti manthano“ beginnt damit, dass jemand an eine Tür klopft und ihm geöffnet wird. Dann setzt ein symphonisches Keyboard ein, unterstützt von kurzen Schlagzeug- und Gitarrensequenzen, bevor der Song richtig loslegt. Schon mal ein vielversprechender Anfang. Der Gesang ist dann allerdings, zumindest in diesem Song, Geschmackssache. Die Strophen werden ziemlich schnell und unverständlich dargeboten und auch im Refrain versteht man vom Text nicht sonderlich viel. Musikalisch ist der Song richtig gut, melodisch, heavy, ein wenig geheimnisvoll.

Der zweite Song „Timeless“ ist musikalisch mindestens genauso stark wie der erste, gesanglich ist er sogar wesentlich besser als sein Vorgänger. Man versteht wesentlich mehr vom Text, obwohl Sänger Mich Crown etwas zu lispeln scheint. Sowohl gesanglich als auch musikalisch erinnert der Song ein wenig an Savior Machine, wenngleich Manach Seherath vor allem textlich weit vom Christian/White Metal entfernt sind.

Auch der letzte Song „All in all“ knüpft nahtlos an die ersten beiden an und bietet kaum Überraschungen. Aber das muss ja nicht unbedingt schlecht sein, denn insgesamt fügen sich die drei Songs stimmig zusammen. So wird „All in all“ auch mit einer zuschlagenden Tür beendet, was einen Bezug zum Opener darstellt und den Kreis wieder schließt.

Für eine Demo ist „Manach seherath“ ziemlich gut gelungen. Natürlich ist noch viel Luft nach oben, aber die Band besitzt genug Potential, um ein gutes bis sehr gutes Album aufnehmen zu können. Ob sie ihr Potenzial dann auch abrufen können ist natürlich eine andere Frage, aber die Hoffnung stirbt ja bekanntlich zuletzt.

Bewertung: