Inteview mit Jesse Jardine von


RCF:   Hi, Assimilation wurde 2011 gegründet. Das bedeutet 6 Jahre jetzt...warum hat es so lange gedauert, bis ihr euer Debütalbum "The Laws of Power" aufgenommen habt?

Jesse:   Mehrere Lineup-Änderungen waren die Haupt-Hürde, unser Schlagzeuger hatte seine eigene Band. Dann bekamen wir zwei neue Mitglieder, die sich mehr zeitlich limitiert entpuppt haben, als ich es mir gewünscht hätte. Danach haben wir Matt und Shiloh an Lang gezogen und aufgenommen. Ich würde sagen, dass ich an diesem Album seit fast 10 Jahren gearbeitet habe ...

RCF:   Ich denke, dass es nicht zu viele Leute in Deutschland gibt, die euch bisher kennen. Bitte erzählt uns über die History von Assimilation und was der Hauptgrund für die Gründung dieser Band war.

Jesse:   Wir haben uns nie bemüht, diesen Sound zu kreieren, das ist der beste Teil haha. Ich zog nach Vancouver im Frühjahr 2011, um meine alte Band, Red Kahn, mehr eine Thrash-Band, wo ich Gitarre und Vocals bediente, fortzuführen. Sehr schnell erkannte ich, das alle und ihre Mütter versuchten, eine Band zu gründen. Ich setzte mich mit einigen alten Schulkollegen auseinander und traf einen meiner ewigen Freunde, die mich zu viel heavierer Musik brachten, wie die einheimischen Abuse, Crackwhore, Sinned, etc. Ich stand immer mehr auf Thrash und älteren Death Metal, aber der Black-Deathmetal begann Einzug zu halten. Wir fanden einen gutturalen Sänger und spielten eine Show. Er hat die Stadt gewechselt, ich übernahm vokalistischen Aufgaben und der Rest ist Geschichte. Wir haben einfach weitergemacht neuen Mist zu schaffen und das ist, was herauskam, denke ich.

RCF: Ihr spielt Old School Death Metal und viele Leute beschreiben euren Sound im Stile der 90er Bands wie Dismember oder Entombed. Würdet ihr dem zustimmen ?

Jesse:   Ja, würde ich zustimmen. Das ist es schon, worauf es hinausläuft, aber ich würde sagen, mehr USDM wie Morbid Angel und Cannibal Corpse denn europäischen Death Metal. Wenn es um  europäischen Death Metal geht, sind mein größter Einfluß definitiv die allmächtigen Pestilence! Ich versuche auch, andere Stile auch zu integrieren. Ich bin riesig in die 90er Jahre NOLA Szene verankert, mit solchen Bands wie Crowbar, Eyehategod, Exhorder, Acid Bath etc. Ebenfalls ein großer Thrash Fan alter Schule, fuck the new shit! Bands wie Forbidden, Heathen, Vio-Lence, Hirax, etc. gehen bei mir steil.

RCF:   Du trittst mit tiefen, brutalen Growls auf. Wie schwierig ist es, so zu "singen" und glaubst du, dass diese Brutalität den Sound von Assimilation am besten widerspiegelt?

Jesse:   Ich begann mit dem Singen von Metallica und Pantera als ich 15 Jahre alt war, dann sind ich und meine Freunde zur Band Death gekommen. Ich habe herausgefunden, dass ich Chuck sehr leicht nachahmen und alle meine Freunde damit plätten konnte. Ich musste für die tieferen Sachen hart arbeiten, um Sicherheit zu gewinnen. David Vincent und vor allem Glen Benton sind meine größten Vocal-Einflüsse. Nun, zum jetzigen Zeitpunkt ist es nicht mehr schwer so zu singen, und ich blase nie meine Stimme auf, es kommt einfach mit der Zeit. Es ist wie eine Schwingung, die man an der Rückseite der Kehle erzeugt. Eine geschredderte Kehle....

RCF:   In den meisten Sonsg von "The Laws of Power" spielst ihr mit Speed. Aber in einem Track wie "Personal Vendetta" spielt ihr mehr im heavieren Stil und fügt mehr Riffs hinzu, die idem Ganzen einen leichten Doom-Touch verleiht. Erzählt uns uns bitte über den Songwriting-Prozess in der Band ...

Jesse:   Der Songwriting-Prozess läuft so ziemlich über mich was die Struktur des Songs angeht. Ich habe Tonnen von Riffs, und ich lasse diese organisch einfliessen. Ich stelle die Dinge zusammen, die passen und liebe es, Sounds weg von der geraden Linie reinzuschmeißen. Für einen Song wie „Personal Vendetta“ geht mein Gedankenprozess so: Intro mit Hirax Style Riffing, verrücktes Solo taucht auf, dann beginnt ein risiger Obituary Groove und die ganze Meute fängt das Headbangen an. Danach bewegen wir uns auf ein Outro Riff im  „Altars of Madness“- Morbid Angel – Stil zu mit abwechselnden Death- u. Thrash-Drums. Ich schreibe Lieder für die Live-Erfahrung und die Menge. Wenn es sich die Menge es nicht verinnerlicht, taugt es wahrscheinlich nichts. Nachdem ich die Hauptstruktur des Songs habe, gehe ich alles nochmal durch und schreibe meine Texte und Gesangsmuster darüber. Manchmal komme ich schon früh mit einem Chorus daher und komponiere darum herum. Ich bin ein großer Fan von einem eingängigen Chorus.

RCF: Wer ist verantwortlich für die Texte und wer für das Schreiben der Musik?

Jesse:   Ich schreibe die Texte und die Musik. Matt schreibt seine Leads und Shiloh schrieb die akustischen Sachen auf dem Album. Das neue Album wird mehr Zusammenarbeit beinhalten und ich denke, es wird eine echte Bombe des brutalen / technischen Old School Riffings werden. Look Out !

RCF:   Wo denkst du, ist der größere Markt für brutalen Death Metal heute. In deiner Heimat Kanada oder den USA oder mehr in Europa?

Jesse:   Definitiv nicht in Kanada haha. Auch nicht Nordamerika. Du hörst nichts davon im Radio und obwohl die meisten der besten Metal-Bands aus Nordamerika kommen, ist es meines Erachtens  immer noch ein eher fremder musikalischer Stil. Während ich glaube, daß in Europa und dem Rest der Welt Death Metal mehr respektiert und verstanden wird. Größter Markt wäre wohl Deutschland von dem, was ich gesehen habe, ihr kennt eure Musik!

RCF: Wie sieht's aus mit Live-Gigs ? Irgendwelche Pläne für eine Tour oder Festivals wo ihr dabei sein werdet ?

Jesse:   Ja, wir lieben es, live zu spielen und wir sind gerade von unserer "Laws of Power" Western Canada Tour zurückgekehrt. Es war der komplette Wahnsinn! Keine Festivals für den Sommer geplant, denn unsere Tour hatte Vorrang und wir sind immer noch im Prozess nach der Aufnahme und der Distribution des Albums.

RCF:   Ihr seid eine typische vierköpfige Band (Gesang, Gitarre, Bass, Schlagzeug). Habt ihr niemals an einen zweiten Gitarristen gedacht, um die Rhythmen und Leads zu teilen, oder war es immer der Deal, das du die zweite Gitarre spielst?

Jesse:   Ich bin nicht ganz sicher, wovon du redest. Da ich schon immer Gitarre gespielt und gesungen habe.  Wir haben immer einen zweiten LEAD-Gitarristen gehabt, um zu Shredden und die Harmonien über den Rhythmus zu spielen. Wir haben darüber nachgedacht, einen anderen Gitarristen zu engagieren, und ich nur noch singe, aber ich mag auch die ganze Frontmannsache, und ich schreibe so ziemlich alle Riffs, also wäre das Quatsch.

RCF: Euer  Album wurde von SAOL veröffentlicht. Wie kam's zu dem Deal ?

Jesse:   Wir hatten einen gemeinsamen Freund, der uns in Kontakt brachte. Sie haben unseren Sound gemocht und wir haben uns entschlossen, zusammenzuarbeiten. Es war schon eine tolle Erfahrung.

RCF:   Was sind eure nächsten Pläne? Habt ihr schon neue Musik geschrieben? 

Jesse:   Wir haben derzeit vier neue Songs zusammen. Wir haben einen von ihnen auf dieser vergangenen Tour gespielt und die Reaktionen waren fantastisch.

RCF:   Ich konnte kein Musikvideo von einem oder mehreren Songs des Albums finden. Seid ihr nicht an Visualität interessiert?

Jesse:   Wir sind eher besorgt über diese Visuailtät. Man findet unzählige Videos von uns, die Liveauftritte bei lokalen Locations und anderen Possen wie unser Camping auf YouTube und Instagram zeigen. Wir haben auch ein Lyric Video, das ich für "Apotheose" gemacht habe und wir haben vor kurzem unser Debütmusikvideo für "Remotion of the Succubus" veröffentlicht.

RCF:   Letzte Frage: Wir sind aus Deutschland. Wann können wir euch hier live auf der Bühne willkommen heißen?

Jesse:   Hoffentlich im nächsten Jahr, wie man sich vorstellen kann, ist es eher finanziell schwierig. Je mehr Interesse besteht und je mehr Merch wir verkaufen, desto schneller werden wir zu euch reisen! Wir kommen...PREPARE TO BE ASSIMILATED!

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