Interview mit Thomas Wouters von

BODYFARM

MCR:  Hi, danke erst einmal, daß ihr euch die Zeit nehmt, mit uns ein Interview zu führen....“Battle Breed“, euer drittes Album, ist jetzt seit einigen Wochen draußen. Wie sind die Reaktionen bisher ?

Thomas: Die Reaktionen von Fans und Presse sind großartig. Wir haben schon gespürt, daß wir uns mit „Battle Breed“ verbessert haben, aber du weißt ja nie, wie das die Leute sehen.

MCR:  Der Albumtitel und die Songs beinhalten Themen über Krieg und Schlachten. Könnt ihr uns etwas mehr zu den Lyrics von „Battle Breed“ erzählen ?

Thomas: „Battle Breed“ ist so eine Art Konzeptalbum. Wir haben verschiedene, historische Schlachten oder Kriegsereignisse genommen und sie in chronologische Reihenfolge gebracht. Das Album startet mit „The Dark Age“. Hier geht’s um das Leben in Europa nach dem Fall des Römischen Imperiums, totales Chaos. Das Album endet mit „Death By Fire“, was vom Vietnamkrieg handelt.

MCR: Martin van Drunen mischt im Song „The Dark Age“ mit. Ihr habt diesen Song an die erste Stelle des Albums gesetzt. Warum habt ihr euch dazu entschieden, bereits im Eröffnungssong auf Gastgesang zu setzen ? Habt ihr nicht gedacht, daß es sinnvoller wäre, solch einen Song in der Mitte oder am Ende des Albums zu bringen ?

Thomas:  Es fühlte sich richtig an. Wir hatten überhaupt nicht vor, irgendjemanden als Gastsänger auf diesem Album einzuladen. Ich hatte gerade begonnen, die Gesangslinien auszuarbeiten und als ich diese für „The Dark Age“ arrangierte, fühlte ich plötzlich, daß Martin großartig zu diesem Song passen würde. Die anderen Jungs dachten genauso, deshalb habe wir Martin angerufen und er war bereit für die Aufnahme. Ich denke, es ist eine sehr powervolle Art, das Album zu eröffnen.

MCR:  Bodyfarm spielen Death Metal auf Old School Art, ohne dabei eine solide, technische Basis zu vergessen. Wie würdet ihr euren Sound umschreiben ?

Thomas:  Ich denke, wir spielen traditionellen Death Metal mit den Vorzügen der heutigen Technik. Hierbei meine ich, daß wir versuchen, die beste Produktion wie möglich zu erschaffen. Unser Ziel ist immer ein klarer aber aggressiver Sound. Natürlich könnten wir versuchen, uns dem schwedischen Old School Death Metal Sound anzunähern, wie es tausende anderer Bands tun. Aber das ist einfach nicht unser Stil. Wir verwenden so viele Eindrücke. Etwas Black, etwas Thrash und etwas Death. Wir versuchen diese Stile miteinander zu vermischen.

MCR:  „Battle Breed“ ist das dritte Album seit 2012. Das bedeutet, daß ihr ständig im Songwriting Modus steckt, oder ? Wann und wo schreibt ihr eure neuen Songs ?

Thomas:  Yeah, wir sind immer im Schreib-Modus. Wir proben wöchentlich, weil wir es so mögen und dies ist der beste Weg um Songs zu schreiben. Wir sind nicht so modern wie viele andere Bands. Am Computer schreiben wir unsere Songs sowieso nicht, sondern wenn wir zusammen Jammen und Ideen austauschen. Das macht sehr viel Spaß. Wenn wir nicht gerade eine Setlist für einen anstehenden Gig proben, jammen wir zusammen. Auf diese Art schreibt sich ein Album fast von selbst.

MCR:  Wie würdet ihr die holländische Metalszene heutzutage beschreiben ? Mit van Drunen habt ihr ja einen Hauptakteur der Szene auf eurem Album. Können Bodyfarm helfen, daß die Szene wieder wächst ?

Thomas:  Ich persönlich glaube, daß die holländische Metalszene sehr groß ist. So viele Bands und noch mehr Fans gibt es. Jede größere Tour führt auch durch unser Land und das schafft offensichtlich eine große Szene. Außerdem haben wir die Einrichtungen wie Rehearsal-Rooms und Ähnliches. Ich glaube, daß wir neue Musiker dazu inspirieren können, eine Band zu gründen. Wir sind immer noch normale Jungs, aber wir spielen coole Gigs quer durch Europa.

MCR:  „Battle Breed“ punktet mit einem guten Heavy Sound. Das Album wurde produziert von Ronnie Björnström. Was könnt ihr über das Producing und Mixing mit ihm sagen ?

Thomas:  Quint (drums) und ich fuhren nach Umea/Schweden um die Drums in Ronnie's Studio aufzunehmen. Für Quint war es eine große Erfahrung, die Drums dort aufzunhemen, weil Ronnie eine relaxte und unterstützende Atmosphäre bevorzugt. Den Rest der Instrumente und die Vocals haben wir in unserem Proberaum aufgenommen und rüber zu Ronnie geschickt, um diese abzumischen. Wir arbeiten jetzt schon seit Jahren mit Ronnie zusammen und ich muß sagen, es ist ein Vergnügen mit ihm.

MCR:  Wenn wir mal einen Blick auf die Daten eurer Live Shows werfen, sehen wir, daß ihre hauptsächlich ein paar Festivals spielt. Was denkt ihr über einen komplette Tour als Support Act oder gar als Headliner ?

Thomas:  Wir wollen wirklich eine komplette Tour machen, aber es ist nicht einfach, eine mit den geeigneten Zuständen zu finden. Schau, wir verstehen, daß ein Nightliner sehr teuer ist und wir wären sogar gewillt, dieses Oper zu bringen. Aber wir sind keine „Pay to Play“-Band. Einige Headliner berechnen dir 10.000 für eine komplette Tour und das ist einfach nur lächerlich. So, wenn die Zeit reif ist und es sich gut anfühlt, springen wir auf diesen Zug auf.

MCR:  Das tolle Intro „Hell March“ wurde durch Clemens Wijers von Carach Angren orchestriert. Diese Band kommt normalerweise musikalisch aus einer anderen Richtung wie Bodyfarm. Wir kam der Kontakt zustande ?

Thomas:  Carach Angren spielen offenkundig symphonischen Black Metal. Aber wir lieben diesen Stil. Clemens' Arbeit mit Carach Angren ist einfach außergewöhnlich. Wir spürten, daß dieses Album eine Intro vertragen könnte. So haben wir ihn ebenfalls angerufen und er war zur Aufnahme bereit. Wir gaben ihm ein paar Stichworte, oder Zutaten, wenn du willst. Und bereits nach 3 Tagen kam er schon mit einer ersten Version an und hat prompt den Nagel auf den Kopf getroffen.

MCR:  Wenn ihr zurück ins Jahr 2010 zu eurer EP schaut...und nun fünf Jahre später. Was ist der Hauptunterschied im Sound heute zu damals ?

Thomas:  Ich denke, es ist alles etwas melodischer heute. Unsere erste EP war einfach Old School Death Metal. Nicht besonders wagemutig. Wir verwenden viel mehr Einflüsse heute und das macht unsere Musik erheblich vielseitiger. Wir machen nichts Neues, wir erfinden das Genre nicht neu. Aber wir möchten im Death Metal etwas mehr wagen.

MCR:  Auch für das neue Album gibt’s wieder ein tolles Artwork von Juanjo Castellano zu bestaunen. Hat er das Albumcover nach euren Ideen gestaltet oder habt ihr eines seiner bereits existierenden Werke verwendet ?

Thomas:  Wie bei Clemens haben wir Juanjo ein paar Stichworte an die Hand gegeben. Er hat das Front-u. Backcover gestaltet. Die komplette Arbeit zeigt ein großes Schlachtfeld. Wir könnten nicht glücklicher sein mit dem Ergebnis. Es gibt so viele Details und die Farben kommen prächtig rüber.

MCR:  Mit „Prince of Wallachia“ gibt es einen Song auf dem neuen Album, der etwas mehr epische Sounds enthält als der Rest. Ist dies ein spezieller Song für euch oder einfach das Ergebnis des Songwriting-Prozesses ?

Thomas:  Da steckt keine interessante Geschichte dahinter, ha ha. Das sind einfach wir, die etwas mit melodischem Black Metal spielen. Wir haben die Riffs geschrieben und mochten die Art, wie sie harmonierten. Es klingt sehr melancholisch und endet mit einem großen Knall. Es passt zu den Lyrics. Es geht um Vlad Tepes' epischen Krieg gegen das Ottomanische Reich und warum er dagegen Krieg führte.

MCR:  Das wichtigste Element in eurem Sound ist für mich die Gitarrenarbeit, die Riffs und die Rhythmen von Bram und dir. Wie wichtig ist es für euch eine wuchtige Gitarrenwand zu erzeugen ?

Thomas:  Es hört sich wahrscheinlich wie ein Klischee an, aber alle Instrumente sind gleich wichtig. Hören sich die Drums schlecht an, hören sich auch die Gitarren schlecht an. Die Drums müssen knallen, aber klar und deutlich, der Bass muß rollen und heavy sein. Wenn du das erreicht hast, kannst du jeden Gitarrensound haben, den du möchtest. Natürlich ist es super wichtig für uns, einen tollen Gitarrensound zu haben, aber wenn dagegen der Rest der Instrumente abfällt, hast du ein schlechtes Album. Viel Details zum Aufnahmeprozeß der Gitarrenspuren habe ich nicht. Ronnie hat's gemacht !

MCR:  Neben den Old School Death Metal Veteranen...gibt es auch neuere Death Bands, mit denen ihr gut könnt ?

Thomas:  Klar ! Es gibt heutzutage immer noch hervorragenden Death Metal. Dazu muß ich sagen, daß ich wirklich nicht das gesamte schwedische Old School Death Metal Revival mag. Genug ist genug, ha ha ! Jeder benutzt den selben Gitarrensound, um jemanden aus der Vergangenheit zu kopieren. Es ist fast zum Subgenre geworden. Du mußt das Rad nicht neu erfinden oder so, aber ich mag immer Bands, die einen Stilmix wagen oder ihre eigene Atmosphäre erzeugen.

MCR:  Es gibt ein offizielles Video für „Storm Revolution“, welches die enorme Power zeigt, die Bodyfarm auf die Bühne bringen. Was bedeutet es für euch, live zu spielen ?

Thomas:  Das Video zeigt, was es uns bedeutet, live zu spielen. Purer Enthusiasmus ! Live zu spielen, ist das, warum wir das alles machen. Wir möchten unsere Musik nach draußen und zu den Fans bringen. Außerdem lieben wir die Roadtrips, die Flüge, die Hotels, die Partys und so weiter. Manchmal ist es Mist, aber dann hast du wenigstens eine Story zum späteren Erzählen, ha ha.

MCR:  Letzte Frage: Gib mal einen kleinen Ausblick, was als nächstes bei Bodyfarm kommt.

Thomas:  Live spielen, hoffentlich mal ne komplette Tour und wie am Anfang verdeutlicht: Neue Songs sind bereits geschrieben !


Interview geführt von Kerbinator

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  Video:

  "Storming Revolution"

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