Interview mit Dominik Sebastian von SERIOUS BLACK

MCR: Beim Namen Serious Black denken doch viele Menschen gleich an Harry Potter. Eure Namensgebung soll aber nichts mit dem Zauberlehrling zu tun haben. Erklärt den Monkey Castle Rock (MCR) Lesern doch bitte noch einmal in aller Kürze, warum ihr so heißt, wie ihr heißt.

Dominik:  Natürlich ist der Name von dem Potter-Character hergeleitet. Thomen kam mit dieser Idee ums Eck. Die Musik und die Texte an sich haben nicht Zauberei zum Thema. Aber schon unser erstes Zusammentreffen hatte sehr viel Magisches an sich.

MCR: Ihr geltet ja als All - Star - Band. Kein Wunder, wenn man sich euer Line Up anschaut. Herrscht daher im Bandeigenen Verbund eine sogenannte "flache Hierarchie" oder gibt es letztlich doch einen "Spiritus Rector", der als letzte Instanz fungiert?

Dominik: Genommen wird, was der Mehrheit gefällt und dann wird gemeinsam daran gefeilt. Natürlich muss sich ein gewisser “roter Faden” durch das Album erstrecken – so kann es schon mal vorkommen, dass es dann der eine oder andere Song nicht auf das Album schafft. Vielleicht passt er ja auf das nächste ...

MCR:  Manche All - Star - Bands haben sich im Nachhinein als "Projekt" entpuppt, welches sicherlich mit Qualität auf dem musikalischen Sektor überzeugen konnte, allerdings keine lange Halbwertzeit aufzuweisen hatte. Besteht bei euch auch diese Gefahr, oder dürfen sich die Fans bei Serious Black auf eine echte Band freuen, die sich auf Jahre in der Szene festzusetzen gedenkt?

Dominik:  Serious Black ist als Band konzipiert und diese Idee verfolgen wir auch weiterhin. Wir arbeiten auch schon an den ersten Songs für das nächste Album.

MCR:  Eure erste Live Aktivität, die quasi zeitgleich mit dem Release des Debütalbums "As Daylight Breaks" zusammenfällt, war die Tour mit HammerFall und euren Labelkollegen Orden Ogan, die neben euch den Job als Anheizer übernommen hatten. Dennoch hatte man bei den Konzerten nie das Gefühl, daß da eine "Vorgruppe" auf der Bühne steht, sondern die meisten Fans sahen das Ganze wohl als Package Tour. Habt ihr das auch so empfunden, obwohl ihr mit rund 30 Minuten gegenüber den beiden anderen Acts die kürzeste Spielzeit hattet?

Dominik:  Absolut! Das Package war hervorragend. Und so sollte es bei jeder Tour sein. Die 30 Minuten Spielzeit waren gar nicht schlecht – immerhin kann man in  einer halben Stunde leichter ALLES geben, ohne sich die Energien zu sehr einteilen zu müssen.

MCR:  Mittlerweile sind verschiedene Festival Dates von euch bekannt. Werden wir Serious Black im Laufe des Jahres evtl auch noch auf einer weiteren Tour sehen?

Dominik:  Diesbezügliche Gespräche werden bereits geführt. Wir sind schon gespannt, mit wem.

MCR:  "As Daylight Breaks" gilt als ein Album, welches ihr in Teamarbeit erstellt habt. Ist das heutzutage noch üblich, wo es bei vielen Bands einen Mastermind gibt, der vom schreiben und texten über's arrangieren bis zum produzieren fast alles selbst macht und die Musiker nur ihren Part im Studio abzuliefern und für die Live Dates zur Verfügung zu stehen haben. Von dir Dominik  z.B. weiß ich, daß du bei Serious Black dein Herzblut hineinsteckst, weil du dich da produktiv einbringen kann, während du bei Edenbridge, wo du seit 2008 dabei bist, nur der "Live" Gitarrist bist, weil dort Lanvall fast alles im Alleingang macht.

Dominik:  Das war ja die Grundidee. Und wie man sieht, kann da auch durchaus etwas interessantes dabei herauskommen. Und diese Energie von jedem einzelnen von uns hört man glaube ich auch.

MCR:  Nun müssen wir natürlich auch über Roland Grapow sprechen, der neben Bassist Mario Lochert das erste Mitglied bei Serious Black war und die Band nun, nach nur gut einem Jahr, verlassen hat. Kam sein Ausscheiden bei Serious Black für euch überraschend oder hatte sich dieser Schritt schon zuvor angedeutet?

Dominik:  Nun, es war uns allen klar, dass er mit Masterplan sehr viel um die Ohren hat und er “sein Baby” natürlich vorantreiben will. Als sich dann abzeichnete, dass sich auch Serious Black hervorragend entwickelt, kam schon mal die Frage auf, ob er denn in weiterer Folge für zwei Bands die Zeit und Energie aufbringen kann. So gesehen könnte man sagen, wir haben es kommen sehen.

MCR:  Mit Bob Katsionis hattet ihr sofort Ersatz für Roland Grapow, der krankheitsbedingt auch die Tour im Januar / Februar nicht spielen konnte und bereits dort von Bob, den die Fans auch von Firewind kennen, vertreten wurde. War es schwer, Bob davon zu überzeugen, ab sofort festes Mitglied bei S.B. zu sein?

Dominik:  Gar nicht. Bob wurde ja schon auf der Tour nicht als “der Ersatz” angesehen, sondern als Freund. Dadurch, dass Gus G. entweder mit Ozzy oder mit seiner eigenen Band viel auf Achse ist und demnach Firewind im Moment wohl auf dem Abstellgleis steht, hat Bob auch mehr Zeit für seine Band Outloud und jetzt eben auch für Serious Black. Er passt perfekt zu uns und wir freuen uns schon auf seinen Input.

MCR:  Auch Thomen Stauch musste die Tour wegen einer Bandscheibenverletzung sausen lassen. Beide Ausfälle (Thomen wurde von Freedom Call Trommler Ramy Ali vertreten) trafen euch unmittelbar vor Tourneebeginn. Ist man da schon mal versucht, das Ganze einfach abzusagen? Oder war das für euch nie ein Thema?

Dominik:  Zu canceln war nie Thema. Natürlich, hätten wir keinen Ersatz gefunden, hatten wir überlegen müssen, blablabla ... Aber es ist ja glücklicher Weise eh anders gekommen.

MCR:  Ein Nachfolger für "As Daylight Breaks" soll bereits beschlossene Sache sein. Wie weit sind die Pläne dafür denn tatsächlich schon gediehen?

Dominik:  Wir arbeiten schon daran. Mit dem Ziel, im Herbst 2016 zu veröffentlichen.

MCR: "As Daylight Breaks" chartete hier in Deutschland als New Entry auf Platz 61. Okay für euch oder hattet ihr euch insgeheim mehr erwartet?

Dominik: Es ist schon mal ein riesen Ding, überhaupt als Newcomer in die Charts einzusteigen. Wir haben gehofft – und es ist uns gelungen.

MCR:  Letzte Frage: Ihr habt auch Fußballfans in der Band. Mario z.B. ist - wer mag es ihm als Münchner verdenken? - Fan des FC Bayern, Thomen, gebürtig aus NRW, dagegen hält zu Borussia Dortmund. Gibt's da auch schon mal verbale Keilereien und könnt ihr euch ein Fußballspiel auch gemeinsam anschauen?  Und was halten eigentlich Urban, Jan, Bob und du von der Jagd nach dem runden Leder?

Dominik:  Fußball war auf der Tour nicht Thema. Ich weiß, Bob spielt gerne FIFA (o.Ä.) auf seinem Tablet. Mir ist das ganze komplett egal, daher habe ich bei Jan und Urban auch nicht nachgefragt.

MCR:  Vielen Dank, daß ihr euch die Zeit für dieses Interview genommen habt. MCR wird euren weiteren Werdegang jedenfalls mit Interesse verfolgen.

Autor für Monkey Castle:  MC LUCIUS

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