Interview mit Tim Brown von

STRIKER


MCR:  Hi, euer viertes Album „Stand in the Fire“ ist gerade raus. Wahrscheinlich ist es bisher euer bestes. Bitte beschreibt doch mal euer neues Album für die Leute, die euch nicht kennen.

Tim:  Wir mögen es, unsere Musik als eine Art New Wave of Heavy Metal zu bezeichnen. Die Leute sind sehr schnell damit, Dinge in Subgenres zu unterteilen und ich denke, es endet jedesmal damit Künstler darauf auch zu reduzieren. Wir bedienen uns bei allen möglichen Arten von Musik, nicht nur Metal, und versuchen etwas in High Energy zu erschaffen. Etwas, bei dem es Spaß macht, es sich anzuhören. Für die Uneingeweihten klingen wir wahrscheinlich wie eine Mischung aus Whitesnake und Slayer oder so etwas. Wir erhalten auch oft Vergleiche zu Iron Maiden, was toll ist. Aber letzlich liegt es am Hörer selbst, zu entscheiden, wie wir klingen. Gut, oder schlecht.

MCR:  Man sagt, ihr habt das Album komplett zu Hause eingespielt. Aber mit Unterstützung durch Randy Black und Frederik Norstrom. Habt ihr das komplette Equipment zu Hause ? Ich meine, das neue Album klingt sehr professionell...

Tim:  Heutzutage benötigst du nur einen Computer, eine Schnittstelle und ein gutes Mikro und du kannst alle Gitarren, den Gesang, den Bass und fast alles andere auch für deine Belange aufnehmen. Nie war es für Musiker leichter, ihre Musik aufzunehmen. Und ich glaube auch, daß wir aus diesem Grund eine kreative Zeit in der Musikwelt erleben. Absolut jeder kann großartig klingende Aufnahmen jetzt zu Hause machen, es gleicht wirklich das Spielfeld aus. Ich denke, heute ist die Hauptsache nicht das Equipment, sondern das Wissen und die Erfahrung es geeignet zu bedienen. Randy und Nordstrom haben jedoch noch eine Extraschicht großer Produktion draufgepackt. Diese Jungs waren ein enormer Gewinn um einen großartigen Sound für das Album zu erhalten.

MCR:  Der typische Striker Sound ist eine Mischung aus purem Heavy Metal, der auch zurück in den 80ern gespielt worden sein könnte, und einigen Hard Rock und Thrash Elementen. Aber mit dem Fokus auf gute Refrains. Ich würde meinen, daß ist auch exakt die Musik, die ihr früher selbst gehört habt, oder ?

Tim:  Wir sind alle große Fans der glorreichen Tage des 80er Jahre Metals. Bis heute hat es immer klasse Musik gegeben, aber so viele Klassiker kamen in den 80ern raus. Wir legen sehr viel Wert auf starke Melodien und Hooks, was auch Bestandteil dieser älteren Aufnahmen war.

MCR:  Für „Too Late“ habt ihr ein Video aufgenommen. Und wenn wir zurückschauen, hattet ihr schon einige Videos mehr. Wie wichtig ist die visuelle Umsetzung eurer Musik für euch ?

Tim:  Heutzutage ist YouTube das moderne MTV aus vergangenen Zeiten. In Zeiten wie diesen benötigst du ein Komplettpaket und das beinhaltet eben auch, daß die Leute was zu sehen haben, nicht nur zu  hören. YouTube ist aber auch deswegen großartig, da es oft die erste Anlaufstell ist, deine Band zu finden. Ein Musikvideo sagt so viel über deine Band aus und es kann dir wirklich helfen, Fans zu ziehen.

MCR:  Ihr habt jetzt die Möglichkeit über den großen Teich mit Primal Fear und Brainstorm zu spielen. Was bedeutet das für euch ? Könnte es das eine fehlende Glied zum absoluten Durchbruch sein ?

Tim:  Wir sind große Fans von Primal Fear und hören diese Band schon seit Jahren. Als uns die Tour angeboten wurde, sind wir ohne zu zögern sofort aufgesprungen. Beide Bands sind totale Profis und haben so viel anzubieten hinsichtlich was wir von ihnen lernen können. Plus....es sind beides tolle Bands und wir werden sie uns während ihrer Sets anschauen und „rock the fuck out“.

MCR:  Wie lange dürft ihr auf der Tour spielen und was können die Leute von diesen Striker Shows erwarten ?

Tim:  Unsere Sets sind 40 Minuten lang, was für einen Opening Slot sehr gut ist. Wenn wir nicht zu lange spielen, gehen wir steil und geben die komplette Stecke 100 %. Wir brauchen nicht zurückhalten, wenn der Set kurz ist und nachdem wir fertig sind, springen wir in die Menge für den Rest der Bands. Wir sind junge Leute mit viel Energie und so wird viel Haar durch die Gegend fliegen.

MCR:  Wenn man einen Blick auf das Album Artwork wirft, stellt man fest, daß es sehr gelungen ist. Wer ist der Künstler dahinter und habt ihr mit ihm in der Vergangenheit auch schon gearbeitet ?

Tim:  Der Künstler ist Coki Greenway. Wir sind auf seine Kunst durch Business Connections aufmerksam geworden. Er hat einige großartige Kunstwerke gestaltet und sein Portfolio ist beeindruckend. Wir versuchen immer, Kunst in hoher Qualität zu verwenden und ich denke, dieses Artwork passt hervorragend zum Rest.

MCR:  Wie sieht's mit der Arbeitsteilung aus bei Striker ? Wer schreibt die Lyrics, wer die Musik ? Oder entsteht alles zusammen im Proberaum ?

Tim:  Wir haben sozusagen eine offene Strategie für Arbeitsteilung. Wenn du etwas tun willst....mach es. Hat jemand eine Idee, egal ob musikalisch oder geschäftlich, versuchen wir es immer gemeinsam zu unterstützen. Es muß gesagt werden, daß Dan in der Vergangenheit die meiste Schreibarbeit und Lyrics erledigt hat. Ich habe auf dem neuen Album ebenfalls ein paar Songs geschrieben und wir alle teilen uns die geschäftlichen Verantwortlichkeiten so gut wir es eben können.

MCR:  Ihr seid aus Kanada. Viele großartige Bands kamen in der Vergangenheit dort her, wie Exciter, Rush oder Annihilator. Wie würdet ihr die Metalszene in Kanada heutzutage umschreiben ?

Tim:  Kanada hat große regionale Szenen. Die Sache ist halt, das Kanada so groß ist, und so leer. Es ist wirklich schwer außerhalb deiner Provinz zu touren, da die Fahrten wahnsinnig lang sind und es oft absolut gar nichts entlang der Routen durch das Land gibt. Es ist nicht wie in Europa, wo man in ein paar Stunden in der nächsten großen Stadt ist. Es gibt ein paar tolle kanadische Metal Bands, die gerade dabei sind, sich einen Namen zu machen. Hoffentlich beginnen die Leute endlich bald, dem verschneiten, alten Kanada etwas mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

MCR:  Wenn ich es richtig herausgehört habe, spielt ein Saxophon bei „Our For Blood“ auf. Wie kommt's dazu ?

Tim:  Ja, das ist ein Saxophon. Dan wollte eine Typ Lethal Weapon Soundtrack Song schreiben und das ist das Ergebnis.

MCR:  Die meisten eurer Songs sind in schnellerem Tempo gehalten. Aber der Melodiefaktor spiel immer dabei eine große Rolle. Beispielsweise erinnert „Too Late“ etwas an Arena Hard Rock der Marke Def Leppard. Wie wichtig ist es für den Sound von Striker, Melodien und Harmonien zu erzeugen ?

Tim:  Hooks, Melodien und Catchyness sind unsere großen Dinge. Alle große Musik besitzt diese Qualitäten und wir versuchen diese so viel wir können in unsere Songs einfließen zu lassen. Wir wollen außerdem sicherstellen, daß jeder Part eines jeden Songs etwas interessantes beinhaltet, um deinen Kopf zum Schütteln zu bringen.

MCR:  In den Credits finden wir „Chase Your Dreams“ von Titan Force. Aber ich kann diesen Song nirgends auf dem Album finden. Ist es eventuell eine Art Bonus für eine Special Edition ?

Tim:  Die Pre Order Special Editions der CD und des Vinyls haben exklusive Bonustracks. Das Vinyl hat „In the Middle of the Night“ von China und beide, CD und Vinyl, hat „Chase Your Dreams“. Die Bonus Tracks wurden von unseren Fans während der Pre Order Kamapgne gewählt. Sie suchen einen Song aus und wir covern ihn.

MCR:  Nach der Tour mit Primal Fear und Brainstorm...plant ihr bald weiter Dates, eventuell sogar Sommerfestival-Auftritte ?

Tim:  Wenn wir in Europa fertig sind gehen wir direkt nach Mexico für einige Shows dort. Und dann kommt eine Nordamerika-Tour im April, Mai und Juni. Wir versuchen einige Festivalshows in Europa im Sommer zu buchen. Fingers crossed !!

MCR:  So, die Promotion für euer Album „Stand in the Fire“ rollt jetzt...bitte noch ein paar abschließende Worte...

Tim:  Für dieses Album sind wir unabhängig geworden und wir hätten es nicht verwirklichen können ohne die massive Unterstützung durch alle unsere Heavy Metal Freunde und Fans da draußen. Wir danken jedem Einzelnen für seine Hilfe !


Interview und Übersetzung von Kerbinator

Weitere Artikel:  Stand in the Fire (Review)                          

Video:

"Too Late"


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