Interview mit Andreas v. Lipinski von WOLFEN 


MCR: Hallo Andreas, danke, daß ihr euch Zeit nehmt für ein Interview mit Monkey Castle.   

Zuerst einmal, Gratulation zum neuen, starken "Evilution" Album. Ihr könnt mit dem Resultat zufrieden sein, oder ?

Andreas: Hi, ja wir sind sehr zufrieden, vor allem Soundtechnisch, unsere Idee war einen organischen sound zu schaffen änlich wie die alten Slayer Platten zum Beispiel, außerdem haben wir für die Vinylversion einen extra Vinylmix machen lassen inkl. einen Zusatzsong als Kaufanreiz der auf der CD nicht vorhanden sein wird.


MCR: Ja, der Sound ist wirklich gut. Wie lange hat der Entstehungsprozeß für das neue Album gedauert ? Die letzte Scheibe ist ja noch nicht so lange her....

Andreas: Naja was heißt noch nicht lange her. Sind auch schon wieder 2 Jahre. Das letzte Album Chapter 4, war im Prinzip das erste Album was wir wieder vereint geschrieben haben, da haben wir uns an so manchen musikalischen Richtungen im metallischen Bereich versucht, zu derzeit hab ich auch noch Bass gespielt, deshalb mußten die songs dementsprechend auch arrangiert werden damit ich das irgendwie live auch auf die Kette bekam.

Im August 2013 haben wir dann begonnen wild drauf los zu schreddern, und wir haben schnell gemerkt das wieder ein Basser her muß da die gesangliche Ausrichtung doch wieder wichtiger wurde. Den letzten song haben wir tatsächlich einen Monat vor dem Studiotermin im März 2014 fertiggestellt. Deshalb klingt das ganze auch noch einer Einheit jeder von uns hat sich auf seine Stärken besonnen und los gings.

Anfangs war uns mal wieder nicht klar ob die songs zünden würden, erst beim Aufnahmeprozess kristallisierte sich heraus wieviel Potenzial in ihnen steckt.

Eigentlich wollten wir viel thrashiger, schneller und düsterer werden, aber wir sind wohl Gefangene unseres eigenen Stils ha ha.


MCR: Am ehesten gibt es diese Thrash-Elemente noch bei "All that Remains is Nothing" oder auch teilweise bei "Eternity" zu hören. Bei "The Flood" wiederum herrschen tolle Melodien vor. Wie kommt es zu der musikalischen Vielfalt bei Euch ?

Andreas: Heutezutage nennen es die meisten Leute, musikalische Vielfalt. Vor jahren hat man uns es immer als Manko vorgeworfen, da wir uns damit wiedermal zwischen die Stühle setzen, was wir nie verstehen konnten.

Wir kommen selber aus verschiedenen Richtungen, unser drummer steht mehr auf Punk, thrash, und stoner rock. Frank unser gitarrenmann, schwört auf Def Leppard, Pretty Maids, Testament und the Haunted zum Beispiel. Aber eines haben wir alle gemeinsam unsere Liebe zu Iron Maiden. Wir lieben es einfach unsere Vorlieben in songs zu vereinen.


MCR: Bei so unterschiedlichen Einflüßen und Vorlieben müssen ja zwangläufig unterschiedlichste Ideen zusammenkommen. Wie schreibt ihre eigentlich neue Songs ? Und wo ? Gemeinsam im Proberaum, jeder für sich oder gar auf Tour ?

Andreas: In der Regel läuft es so ab, daß unser Gitarrist Frank oder meinereiner ne Idee zu hause ausgearbeitet hat. Wir treffen uns dann im Proberaum und arbeiten den song so lange aus bis wir zufrieden sind, lustigerweise, die ganze Zeit ohne drummer weil Holger nicht im Kölner Raum wohnt. Also behelfen wir uns die ganze Zeit mit einem Klicksignal von nem veralteten drumcomputer. Danach schicken wir Ihm via e-mail die songideen und er kloppt dann seine drumspuren drauf, bzw. treffen wir uns dann und arrangieren die songs soweit um bis alles rund ist.

Danach machen wir ne Vorproduktion im Proberaum, das heißt wir nehmen alle songs auf jeder hintereinander manche Bands nutzen das schon als Aufnahme, wir nicht. Währenddessen schreibe ich dann die Texte, wobei die Grundidee der lyrics meist schon steht.

Dies ist quasi dann die Blaupause für alle songs und wir proben die Dinger dann bis zum erbrechen. Danach geht es erst ins Studio, dadurch sind wir dann optimal vorbereitet, um so wenig Studiozeit wie möglich zu verplempern.


MCR: Studiozeit kostet ja in der Regel auch nicht unerheblich Geld....wie lange braucht ihr denn dann in der Regel so für die Aufnahmen und kann man sich heutzutage als Band überhaupt noch längere Aufenthalte leisten ?

Andreas: Studiozeit kostet in der Tat Geld, deshalb sollte man auch bestmöglich vorbereitet sei, sprich jjeder weiß was er zu tun hat bei den Aufnahmen. Da wir alles im Proberaum und während Vorproduktion festlegen und wir die songs quasi schon live spielen könnten, brauchen wir im Studio selbst ca. 1 – 1 1/2 Wochen dann noch eine Woche editieren mixen mastern, und was da so alles dazugehört.

Grundsätzlich ist das produzieren ja günstiger geworden da ja auf Grund der Digitalaufnahme weniger Zeit und Materialkosten entstehen.

Nur sollten sich Bands abschminken mit einer selbstproduzierten CD auf dem heimischen PC, zu hoffen was zu erreichen. Der Qualitätsunterschied beträgt Lichtjahre, bzw. ist es immer gut mit einem erfahrenen Producer/Engineer zusammen zu arbeiten.


MCR: Dabei möchte ich behaupten, daß nicht wenige Bands mittlerweile zumindest überlegen, eine schnelle Produktion via PC usw. hinzulegen, um Veröffentlichungen vorzeigen zu können. Was würdest du solchen Bands entgegnen ?

Andreas: Man möchte ja als Band das die eigene CD im CD Regal neben den “Großen” steht dann sollte Sie das auch Qualitativ können, sowohl soundmäßig, songtechnisch als auch das Artwork sollte stimmen.

Ich denke das eine Band selber nicht objektiv genug über die eigene Mucke urteilen kann.


MCR: Als nächstes steht ja u. a. eine Tour als Support von Grave Digger an. Alle Bands, die ich bisher mit Grave Digger gesehen habe, konnten überzeugen und hatten sehr gute Bedingungen. Liegt es daran, daß eine Band wie Grave Digger niemandem mehr etwas beweisen muß und daher die Support Bands mit größtmöglicher Fairness behandelt ? Ich meine....es ist heutzutage ja immer noch nicht selbstverständlich. Was können wir von euch auf Tour erwarten ?

Andreas: Naja der Chris weiß ja wo er herkommt, er hat die Metalszene von Anfang miterlebt und geprägt.Wichtig ist auch das wir uns nicht in die Tour einkaufen mussten wie es schon mal vor kommt, jedoch muss man auch bedenken das in unserem Fall 6 Leute von a nach b gebracht werden müssen, Spritgeld, Nightliner oder Hotels, Verpflegung, das sind Kosten die extrem hoch sind, und wir können nur hoffen das die Fans reichlich Merch kaufen.

Was könnt Ihr auf Tour von erwarten? Naja gute 30 Minuten Spielzeit da bleibt keine Zeit für Schnick Schnack, mehr oder weniger ohne Pausen werden wir uns durch 5 – 6 songs donnern, und einfach alles geben, aber das machen wir eh immer, und ein bisschen Bühnendeko haben wir auch am Start. 


MCR: Dann hoffen wir mal, daß schon reichlich Leute vor Ort sind, wenn ihr losdonnert. Was anderes....erst kürzlich hast du dir etwas Luft gemacht in puncto Verärgerung über Musikmagazine etc. Was ärgert dich denn da genau ?

Andreas: Naja es ist die Wilkür wie man den printmedien ausgesetzt ist, man bekommt nur Soundcheckplätze oder kurze berichte wenn das Label genug Werbung im Magazin schaltet, oder man Vitamin B hat. es ist nicht fair das Bands bei kleineren labels nicht gleichberechtigt sind. Und man würde niemals eine wirklich schlechtes Review lesen wenn eine Band zum Beispiel in Donzdorf einen Vertrag hat, was ja auch klar. Die Hand die einen füttert beißt man nicht, aber das war ja schon immer so.

Guck mal da bekommt ein Magazin welches sich nach einem metallischen Werkzeug benannt hat, ne Kiste CD`s, schreiben noch nicht mal ein Review weil unser Musikstil nicht relevant ist für die, und vertickern die Teile dann bei ebay. Geil wa. Ein anderes sehr bekanntes Magazin hat eine megasuper Review geschrieben, wo du denkst das gibt Höchstpunktzahl, und der leser, nicht nur wir sondern auch Freunde von uns, wundern sich dann über ne 7,5 punkte. In anderen Zeitungen die sogar die Tour mit präsentieren finden wir garnicht statt. Und Zusammenhalt unter Metalfans oder änliches gibt es meiner Meinung kaum noch.

Metal findet doch fast nur noch im Mainstream statt, die europäischen Metalbands die im Moment abräumen bzw. die Hallen füllen machen doch alle nur Schlager mit verzerrten Gitarren und Doublebass, 0815 Mucke im studio zurechtgeschnitten, wieso spielen Bands wie Helstar, Vicious Rumors oder sogar Rage nur vor 100 leuten.

Und zu den Kirmesfestival wie Wacken ist jawohl alles gesagt. Für uns bedeutete Metal damals wie auch heute was anderes.


MCR: Dem gibt es nichts hinzuzufügen. Andreas, vielen Dank, daß du Dir die Zeit genommen hast. Zum Abschluß vielleicht noch ein paar Infos, was außer der Tour mit Grave Digger bei euch sonst demnächst so ansteht.

Andreas: Also am 29.12. ist erstmal die Tour zu Ende. Im Februar geht es auf mininiederlande Tour also 2 oder 3 Gigs, wir werden auch unser jährliches Kölnkonzert mit Axxis und Tri State Corner nachholen. Weiterhin ist eine Art Compilation quasi best of der ersten 3 cd's geplant auf Vinyl/cd, ansonsten sind nur einzelliges geplant. Gedanken über ne neue Scheibe machen wir uns erst Herbst 2015, da wir alle auch Jobs, Familie und teilweise andere Bands am Start haben,  die wohl erstmal Priorität nach 20 Gigs in kürzester Zeit genießen. Wir danken euch und allen Lesern für euer Interesse an uns. Es dankt das Wolfpack.


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