Interview mit Hadassa, Jasper und Silas von theNAME


MCR:    Vielen Dank für dieses Interview mit mir. Bitte stellt Euch und die Band kurz vor.

Hadassa:   Hallo! Es ist uns eine Freude Ich heiße Hadassa und ich bin die Lead-Sängerin von theNAME.
Silas:
Hallo! Ich bin Silas, der Gründer von theNAME und einer der Gitarristen.

Jasper: Hey, ich bin Jasper, der Schlagzeuger der Band.

Hadassa: theNAME hat hart gearbeitet in den letzten Jahren. Wir sind aus den Niederlanden und wir haben 3 Demos, eine EP und ein Album in voller Länge veröffentlicht. Wir haben mit Bands wie Epica, Delain, ReVamp, Huntress, Stream of Passion, Krypteria und Serenity gespielt. Im vergangenen Jahr tourten wir mit Tarja durch Europa. Ich glaube, wir spielten die meisten Shows dieser Tour in Deutschland Wir lieben es zu rocken und wir sind für unsere energiegeladenen Live-Auftritte bekannt. Wir verbinden melodischen, dynamischen Frauengesang mit rauen Gitarrenriffs, groovigen Bass und detailreiches Schlagzeug. Aber nicht in der traditionellen Weise Wir präsentierten unsere neuesten Album mit Epica Schlagzeuger Arien van Weesenbeek (und fanden Jasper danach ) und haben dank der Veröffentlichung bei V2 Records unterschrieben. Zu dem Album haben wir unser erstes und zweites Musikvideo zu den Songs "Imperfect" und "Draw the Line" veröffentlicht. Im Moment arbeiten wir an einem neuen Album und wir freuen uns sehr darüber.


MCR:    Der Bandname "TheName" ist etwas ungewöhnlich. Warum habt Ihr diesen Namen gewählt?

Silas:    Ich wollte einen Namen, eine bestimmte Haltung ausdrückt wie wir sind, der Name im Metall. Deshalb habe ich diesen gewählt.


MCR:    Eure EP hat den Titel "Enchained" und das Album heißt "Unchained". Wie kam es zu dieser Namensgebung? Stehen EP und Album in einer Beziehung zueinander?

Hadassa:   Ja, das tun sie. Als ich die Texte von "Enchained" schrieb, befand ich mich in einer anderen Phase meines Lebens, als zu der Zeit, als ich "Unchained" schrieb. Während ich als Persönlichkeit gewachsen bin, wuchs "Enchained" zu "Unchained". Die Songs auf dem Album handeln von diesem Vorgang. Tatsächlich meine persönliche Entwicklung.


MCR:   Ich habe in Eurer Vita gelesen, dass die theNAME vier Alben veröffentlicht haben. Aber ich kenne nur die EP "Enchained" und das Album "Unchained". Auch in Eurem Online-Shop kann ich nur diese beiden zu finden. Könnt Ihr diesen Unterschied erklären?

Jasper:    Nun, die ersten Alben vermittelten ein anderes Gefühl. Uns gefällt die Art und Weise, wie wir jetzt besser klingen besser; reifer. Jede Band muss ihren eigenen Sound entwickeln, und ich glaube, wir sind an dem Punkt, wo wir einen sehr einzigartigen Stil erreicht haben. Mit dem neuen Album, möchten wir den gleichen Weg wie bei "Unchained" einschlagen, aber auch einige neue Gebiete ausprobieren, um ein noch vielfältigeres und dynamischeres Album zu aufzunehmen.


MCR:    Eure Songs sind sehr abwechslungsreich, man kann doomige Gitarren hören "Zest" klingt ein bisschen wie Latin Rock. In "Into My Dream" sind gregorianische Gesänge zu hören, aber auch Growls. "Fight" erinnert mich manchmal an Speed Metal. Woher nehmt Ihr die Inspiration für eure Musik?

Silas:    Eigentlich schreibe ich, was mir gefällt. Ich mag alle Arten von Metal und Rock, ich mag alle Arten anderer Musik, aber wenn ich mit dem Schreiben anfange lasse ich mich treiben. Ich denke, dass es vom Tag und meiner Stimmung, welche Stilelemente ich nutze.

Hadassa:   Wir alle mögen eine Vielzahl von Musikstilen, aber für theNAME wählen wir Metall. Ich denke, wir haben bestimmte Aspekte in unseren Songs, damit sie wie theNAME klingen zu. Ich denke, das macht es einfacher, Vielseitigkeit zu erreichen.

Jasper:    Es ist gut, einen "abwechslungsreichen" Sound zu haben denn dann kannst Du immer das tun, was Du tun möchtest. Für Schlagzeuger ist wirklich schön, weil ich zwischen soft, heavy, groovenden und schnellen Parts regelmäßig wechseln kann. Dadurch bleibt die Sache interessant, und Du bleibst kreativ.


MCR:    Wie läuft bei Euch das Songwriting ab? Werden Ideen von allen Bandmitgliedern Teil der Songs?

Silas:    Bisher habe ich fast alles selbst geschrieben. Ich wollte schon immer, dass wir zusammen schreiben, aber aus irgendeinem Grund, hat das nicht funktioniert. Aber seit Hadassa bei theNAME ist, schreibt sie meist ihre Gesangslinien, einige meiner Growls und alle Texte selbst. Meistens sende ich ihr sende einen Song, der fast fertig ist und dann vollendet sie ihn. Manchmal schickt sie mir nur eine Gesangsmelodie, und ich suche nach der richtigen Instrumentierung die dazu passen. Jetzt schreiben wir eine neue CD und Jasper hilft bei den Drum-Parts.


MCR:     Hadassa Dein Gesang ist manchmal ruhig und besinnlich, aber auch rockig und manchmal rau. Nimmst Du Gesangsunterricht, um Deine Stimme zu trainieren?

Hadassa:  Ich    hatte. Jetzt muss ich nur meine Übungen durchführen, damit meine Stimme kräftig bleibt. Ich benutze Teile der Techniken, die bei mir funktionieren. Obwohl, was mir am besten geholfen hat, ist, dass ich gelernt habe, dass Singen viel mit Gefühlen zu tun hat, und den Mut sich gehen zu lassen. Ich liebe es so weich wie möglich zu singen, so laut ich kann, und alles dazwischen. Obwohl wir technische Musik machen, sind wir sehr romantische Musiker. Musik muss aus dem Herzen kommen. Es langweilt mich, wenn ich Musiker höre, die ausschließlich Technik nutzen. Ich liebe es, wenn Sänger den Mut haben, sie selbst zu sein und auch klingen wie sie selbst. Ich liebe es, wenn Musiker wagen, sie selbst zu sein und wie sie selbst klingen. Das ist, was ich bei theNAME mochte, als ich sie zum ersten Mal hörte: Silas' Gefühl.


MCR:  Wie seid Ihr zur Musik, speziell zum Heavy Metal gekommen? Habt Ihr eine musikalische Ausbildung absolviert?

Silas:    Ich habe keine musikalische Ausbildung, mit Ausnahme des Grundgitarrenunterrichts. Ich habe eigentlich als Schlagzeuger angefangen, aber wegen der Nachbarn gab es keine Möglichkeit genügend zu üben, so nahm ich die Gitarre. Keine Ahnung, woher meine Vorliebe für Metal stammt, jetzt mag ich alle Arten von Musik um ehrlich zu sein, aber, als ich jung war, war es nur Metal.

Hadassa:     Als ich das erste Mal auf der Bühne stand, war es nicht um zu singen, sondern um in Theaterstücken mitzuspielen. In einem der Stücke, bei denen ich beteiligt war, habe ich gesungen und die Zuschauer gaben mir viel Anerkennung dafür. Die Jahre vergingen und in meinen frühen Zwanzigern beschloss ich, keine Zeit mehr ins Theaterspielen zu investieren, sondern ich wollte zur Musik wechseln. Ich begann das Studium der Musikwissenschaft und wollte in einer Band mitspielen. Anfangs fand ich eine Stoner-Rock-Band, dann gründete ich eine Mädchen-Rockband und zufällig haben theNAME mich entdeckt. Nach dem Vorsingen für theNAME war ich in meiner ersten Metal-Band und alles fügte sich zusammen. Ich bin seit Jahren die Sängerin von theNAME.

Jasper:    Ich begann mit Nachspielen von Rockmusik wie Deep Purple und Led Zeppelin. Ich habe sehr schnell zum Heavy-Metal gewechselt, weil es ein anspruchsvolles Genre mit vielen verschiedenen (technischen) Elementen ist. Ich nahm etwas Schlagzeugunterricht, aber am Meisten habe ich durch das Nachspielen und Anhören von Bands gelernt.


MCR:    Ich habe Euch im Januar letzten Jahres in Hamburg im Rock Café St.Pauli gesehen. War ein tolles Konzert. Können Eure deutschen Fans und kann ich darauf hoffen, dass Ihr nach dem Release Eures neuen Albums auch wieder durch Deutschland touren werdet?

Hadassa:   Ah, danke! Wir werden unser Bestes geben, wir lieben es, in Deutschland zu spielen!


MCR:    Vor einigen Monaten hat Autorin, Metal Fan , Journalist und Promoter Jill Hughes Kirtland das Buch "Not Just Tits In a Corset: Women in Metal" veröffentlicht. Sie beschreibt, wie schwer es Frauen im Metal haben und gegen welche Vorurteile sie kämpfen müssen. Hadassa, hast Du ähnliche Erfahrungen gemacht? Wie gehst Du damit um?

Hadassa:    Ich habe nicht wirklich irgendwelche Probleme damit, eine Frau im Metal zu sein. Ich weiß nicht, ob die Menschen Vorurteile über mich als Frau haben. Und wenn sie es tun, dann interessiert mich das nicht wirklich Ich mache nur das, was mich glücklich macht, in der Hoffnung, dass ich damit auch andere Leute glücklich machen kann .


MCR:    Hadassa, Silas, Jasper. Vielen Dank für dieses Interview.

Alle:    Keine Ursache! Wir freuen uns auf eine ganz neue CD, auf ein neues Musikvideo und viele Gigs um gemeinsam zu rocken. Folgt uns auf unseren Webseiten und bleibt am Ball!                                                     

Interview geführt von Rainer Kerber