20 JAHRE MINOTAURUS - supp. Reysswolf & Revolution Eve

LOCATION:  Turnhalle TUS Aschaffenburg-Leider

am 18.10.2014 

 

Zwei Jahrzehnte Folk Metal von und mit Minotaurus. Grund genug für ein Jubiläumskonzert der Stierschädel. Zur Unterstützung holte sich die Band zwei weitere Combos in die Turnhalle im Aschaffenburger Stadtteil Leider: Revolution Eve und Reysswolf.

Kurz nach 19:00 Uhr eröffneten zwei Feuer Fakire draußen vor der Halle den Abend. Nach ihrer ca. achtminütigen Show wurde den bereits anwesenden Fans Einlaß gewährt. In der Halle war ein großer Merchandise Stand aufgebaut, an welchem alle drei Bands ihre CDs, T-Shirts und sonstige Fanartikel feil boten.

Musikalisch begann der Abend um viertel nach Acht mit Revolution Eve. Sie sind eine reine Frauenband und reihen sich stilistisch irgendwo zwischen Skunk Anansie und Linkin Park ein. Ihr Set war geprägt von satten Riffs, druckvoller Schlagzeugarbeit und dem Powergesang von Frontfrau Diana, die meiner Meinung nach allerdings etwas zu leise abgemischt war

Bei den Mädels aus dem Raum AB – DI – FFM ist jede Menge Action auf der Bühne angesagt. So wechselten die Damen häufig ihre Positionen, wobei besonders Leadgitarristin Simone und Tieftönerin Conny sich als Aktivposten erwiesen. In ihrem Set fanden sich sowohl Tracks aus ihrer EP „Arise“, bislang unveröffentlichte Songs, die demnächst im Studio für einen neuen Silberling eingespielt werden sollen, als auch ein Cover des Heart Klassikers „Barracuda“.

Alles in allem ein starker Opener für den Jubiläums Abend. Revolution Eve hatten die Aufgabe, den Leuten einzuheizen – und das taten sie.

Nach einer kurzen Umbaupause war es Zeit für Reysswolf. Schon an der Schreibweise des Bandnamens läßt sich erkennen, daß das Mittelalter die zentrale Rolle in der Musik der Regensburger einnimmt. Sie hatten auch eine kleine Gruppe Hardcore Fans aus der Oberpfalz mitgebracht, die sich die erste Reihe vor der Bühne gesichert hatten.

Fronter Fenris Wolf, äußerlich Kai Hansen (Helloween, Gamma Ray) nicht unähnlich, erwies sich als wahre Frohnatur, der mit seinen lockeren Anmoderationen den Funken zwischen Bühne und Auditorium gleich überspringen ließ. Für den Mittelaltersound im Bandgefüge ist Freya die Schwarze mit ihren Sackpfeifen zuständig und Bassmann Horst glänzte mit einem rund vierminütigen Solo. Nicht nur ich zog bei der Musik von Reysswolf den Vergleich zu In Extremo heran. Doch ganz ehrlich gesagt, spielen jene schon in einer anderen Liga.

Die eingangs erwähnten Feuer Fakire eröffneten danach die Show der Jubilare von Minotaurus. Hoch die Hörner hieß es von Beginn an in der Show der Minotauren, denn wie es sich für ein 20jähriges Jubiläum gehört, führten die Vokalisten Olli und Julia, die zwischendurch immer wieder ihren Kopf kreisen ließ, die Band und ihre Fans durch ein Programm, das durchsetzt war mit Musik aus der gesamten Schaffensperiode der Stierschädel.

Zu ihrem Fest hatten sich die Aschaffenburger Folk Metal Ikonen natürlich auch ehemalige Mitstreiter eingeladen, die zeitweise ihre alten Plätze wieder einnahmen. Von den Fans euphorisch gefeiert zelebrierten Minotaurus ihr Geburtstagsset mit jeder Menge Spaß, der in jedem Moment spürbar war.  

Neben alten...ja Klassikern durfte ebensowenig die jüngere Vergangenheit mit "Warriorhearts", "The Lonely Dwarf" und "Erlkönig" fehlen. Immer wieder ein Genuß ist jedesmal der Stampfer "Dark Rulers", so auch heute.

Bis nach Mitternacht spielten Minotaurus auf  und entließen ihre Fans und Freunde schließlich zufrieden in die Nacht. Klar, es hätten einige Leute mehr Platz gehabt in der Leiderer Turnhalle, der guten Stimmung tat dies allerdings keinen Abbruch. Die Stierschädel und ihre Gäste Revolution Eve und Reysswolf hatten den Feierwütigen über vier Stunden lang eingeheizt. Eine würdige Geburtstagsfeier mit dem ein oder anderen Soundproblem. Aber eine Turnhalle ist nun mal keine Staatsoper. Sei’s drum. Spaß hat der Abend allemal gemacht.   

 

Holla die Waldfee.