25 Jahre CERVET - supp. Forbidden Daser & Saevitia

LOCATION:  JuKuz, Aschaffenburg

am 15.11.2014

Nach Minotaurus vor ein paar Wochen, war nun die zweite regionale Band mit ihrem Jubiläum an der Reihe. Cervet exisitieren jetzt schon seit mittlerweile 25 Jahren und diesen Anlaß galt es an diesem Samstag gebührend mit Fans und Freunden zu feiern. Als Verantaltungsort wählte man den großen Saal im Jukuz, Aschaffenburg, welcher sich dann auch zeitig recht ordentlich füllte.

Als musikalische Gäste hat man sich, Forbidden Daser (man muß schon sagen standardmäßig) und Saevitia ins Boot geholt, um den ohnehin schon luftundurchlässigen Saal aufzuheizen.

Los ging's dann mit Saevitia, zumindest mir im Vorfeld unbekannt, die mit ihrer blackmetallisch angehauchten Musik das Publikum doch polarisierte. Die Band kommt aus dem Großraum Aschaffenburgs, hat sich mittlerweile über ganz Deutschland verteilt und spielte somit einen ihrer äußerst rar gewordenen Gigs. Der Sänger keifte sich dann stilecht durch die teilweise recht langen Songs und krächzte auch bei den Ansagen in bester Black-Metal Manier ins Mikro. Als Gegenpol wirkte die hübsche und immer nett lächelnde Gitarristin, die anmutig ihre derben Riffs ins Publikum schleuderte. Zwei überlange Instrumentalstücke bewiesen dann die musikalischen Fähigkeiten, diese kamen bei den Zuschauern auch am besten an, da halt nicht jeder auf Keif-Gesang steht. Man muß aber sagen, daß den Stücken der Tiefgang fehlte und Spannung somit ausblieb. Der Bassist erzählte mir im Nachhinein, daß die Formation Ahab mit zu seinen Faves gehört (deren T-Shirt er auch auftrug), aber von der Qualität dieser Doom-Black-Kapelle ist man dann doch sehr weit entfernt.  

Nichtsdestotrotz ein gelungener Auftakt in diesen stimmungsvollen Abend und den Applaus des Publikums hatten sich Saevitia auf jeden Fall verdient.

Forbidden Daser war vor kurzem ihr Shouter Kohlert abhanden gekommen. Was tun ? Na klar, man macht aus der Not eine Tugend und befördert kurzerhand Bassist Frank Rückert zur Doppelrolle inklusive Gesang. Und eins vorab....dies funktionierte vorzüglich. Frank wurde dadurch verständlicherweise an die Front verwiesen, und bewegte sich dort wie ein „alter Hase“, der nie etwas anderes gemacht hat als Bass zu spielen und zu singen. Rein optisch ist er auf dem besten Wege, Slayer's Tom Araya Konkurrenz zu machen und konnte auch hierdurch mit Frontmannqualitäten punkten.  Die Gitarristen „Royal“ Albert (wie immer konzentriert und arschcool) und Michael Brunner (mit Gitarrengott-Posen gesegnet) legten wie immer die geniale Basis für „Hits“ der Marke „Boomer“, „Damn Mosquitos“ oder auch „Time's Changed You're Not“, bei welchem Mischer Wolfi auf die Bühne gebeten wurde, um für einen Song die Vocals zu übernehmen. Dieser bewies sich als coole Rampensau und konnte souverän den Set, welcher fast durchgehend im Thrash-Nebel, dank Nebelkanone stattfand, beenden.  

Fazit:  Ein sensationeller Auftritt und von Nervosität früherer Tage nichts mehr zu spüren. Ob man sich zukünftig einen neuen Frontmann sucht, wird sich zeigen. In dieser Form braucht man mit Sicherheit aber keinen.

….und dann war es soweit. Ein denkwürdiger Auftritt der Jubilare sollte beginnen. Zuerst verkündete eine heruntergelassene, überdimensionale Leinwand bereits Kinoreifes. Dies folgte in Form einer historisch aufbereiteten Band-Doku, welche von einer netten Moderatorin erzählt wurde und für den ein oder anderen Lacher im Publikum sorgte. Laudatoren wie Gerre oder Blitz Ellsworth ließen zudem den Streifen in Bereiche eines Weltkulturerbes vordringen. Herrlich !!

Und reich an visuellen Höhepunkten war auch der bereits jetzt schon legendäre Auftritt von Cervet.

Hier reihte sich unter Zeitdruck stehend (um 00.00 Uhr war aufgrund des folgenden Volkstrauertages Schicht im Schacht) ein Highlight an das nächste. Musikalisch alles beim alten, riffte das Gitarren-Trio Tommy, Patrick und Thomas wie immer um ihr Leben. Zappa gab den Entertainer mit spaßigen Ansagen und brutalem Gesang-/Bass-Spiel. Lediglich Neu-Drummer Stefan blieb optisch aufgrund der Fülle an Höhepunkten etwas im Hintergrund, zimmerte aber ein tolles Fundament und somit den Nährboden für Hymnen wie „Yes, We Bang !“, „Zombie Riot“ oder „Season of the Witch“. Die Bühne, welche ausreichend Platz für allerlei Deko in Form von Totenschädeln, Grabsteinen und wasserspeienden Drachen bot, wurde zudem auch für reichlich Gastauftritte genutzt. Seppi (My Sleeping Karma) und Jürgen (Saevitia) nahmen mal die Drumsticks in die Hand, Mitgründer Heiko durfte auch nicht fehlen....absolutes Highlight war allerdings der Auftritt von Szene-Urgestein Marco Korn, der sich nicht lange bitten ließ, das Mikro mit Zappa bei „Zombie Riot“ zu teilen. Dies gefiel sogar einigen Zombies (Sagen erzählen davon, daß es sich hierbei um einige Kollegen von Metal-Aschaffenburg handelte) so gut, so daß sie die Bühne stürmen mußten, um die Musizierenden zu überfallen.

Bei „Rotting on the Gallows“ erhielt man Unterstützung von einem Tuba-Bläser, stilecht in Lederhose und Hemd. Ok...ich habe die Tuba nicht wirklich herausgehört, ein netter Einfall war es aber allemal. Für manch einen mag sogar die urplötzlich auf der Bühne auftauchende, vollbusig entblößte, lebendige Puppe der Höhepunkt gewesen sein....na ja.

Zwar wirkte alles aufgrund der knapp bemessenen Zeit etwas wie durchgepeitscht, an diesen Abend werden sich Band und Fans aber sicherlich noch sehr lange zurückerinnern. Ein würdiger Rahmen für eine würdige Band !!