FROM DUSK TILL DAWN - Die Rockparty  

                      mit   KERIUM, TIGERCAGE & STONETROOPERS

Location:  Motorrad Club, Aschaffenburg-Obernau

am 24.01.2015


Das Clubheim eines Motorrad Clubs einige hundert Meter nach den letzten Häusern irgendwo draußen auf dem Feld. Vor dem Gebäude eine Bar, an der sich im Sommer sicherlich der größte Teil des Clublebens abspielt, an diesem verschneiten Januar Abend allerdings in erster Linie von den Rauchern frequentiert wird. Nebenan die Toiletten. Und im Innern der Hütte ein großer, offener Kamin, der auch durchgehend befeuert wurde, sowie mit viel Holz ausgeschlagenes interieur. So präsentiert sich das Venue für eine der ersten Metal / Rock Veranstaltungen des Jahres im Aschaffenburger Stadtteil Obernau. Der erste Eindruck gefällt also. Hier läßt sich trefflich Party machen.

Drei Bands standen auf dem Billing der Rockparty, allesamt local heroes natürlich. Das erste Set war für halb neun angesetzt, bis dahin wurden die Gäste, altersmäßig zwischen 15 und 55, mit Rock – und Metalklassikern unterhalten, die jemand zu einer Playlist auf seinem Laptop zusammengefügt und dabei guten Geschmack bewiesen hatte.

Als erstes enterten die Stonetroopers die Bühne. Das heißt, sie hätten sie geentert, wenn es denn eine gegeben hätte. Das Equipment stand nämlich nicht irgendwo erhöht auf einem Podest oder ähnlichem, sondern Musiker und Zuschauer / hörer begegneten sich hier regelrecht auf Augenhöhe. Etwa ein Viertel des Innenraums wurde so zur „Bühne“. Daß der wuchtige Kamin mitten im Raum einem Großteil der Fans die Sicht zu den Bands verwehrt, störte dabei nicht wirklich. Die Stonetroopers jedenfalls verbreiteten gleich gute Laune mit ihrem Stonerrock, gepaart mit bluesigen Einlagen und erheiternden Anmoderationen und Zwiegesprächen. So präsentiert sich eine Band, die Lust darauf hat, Mucke zu machen und diese Lust mit dem Publikum uneingeschränkt teilt. Damit schafften die Troopers es, den Leuten sowohl in der Hütte, also auch im Outdoorbereich, eine kurzweilige dreiviertel Stunde um die Ohren zu hauen, die sich gewaschen hatte. Ein prima Opener für den Abend, und das obwohl der Gesang nicht optimal abgemischt war und so ein wenig zu leise rüberkam.

Nach rund 20 Minuten Umbaupause begannen gegen dreiviertel Zehn (für die Nicht – Süddeutschen unter unseren Lesern: viertel vor Zehn) Tigercage ihr Set. Die Jungs aus dem „Diescherkäfich“ spielen in dieser Formation erst seit rund einem Jahr zusammen. In dieser kurzen Zeit haben sie sich bereits eine ganze Reihe von Songs erarbeitet, die mit kreischenden Gitarren, einem wuchtig wummernden Bass und derb harten Drums genau dort einschlagen, wo sie einschlagen sollen: tief in der Magengrube. Nur ihr Sänger dürfte gerne ein wenig mehr dem Publikum zugewandt agieren, drehte er sich doch überwiegend seinen Musikern zu. Daran könnte er in Zukunft noch ein bißchen arbeiten.

Um kurz nach dreiviertel Elf (Hallo Norddeutsche, vorhin aufgepasst? Genau, jetzt geht es um viertel vor Elf) stiegen dann Kerium in ihr Set ein. Sie besetzten den Hot Spot als Headliner des Abends. Natürlich präsentierten sie in erster Linie Material aus ihrem Ende Oktober 2014 erschienen Debüt Album „Deadline“. Frontman Johannes aka Malzi und seine Mannen lösten mit ihrem Thrash Metal unter den feier-und tanzwütigen Zuhörern Begeisterungsstürme aus. Da gab es kein Halten mehr, von allen Seiten wurde gejohlt, gesungen, gepfiffen und gemosht. Mehr als einmal prostete Malzi mit auf der Bühne stehenden Fans, was angesichts der „Augenhöhe“ ja auch wirklich kein Problem war. Ach, wie herrlich unkompliziert doch so ein Event sein kann.

Um kurz nach halb zwölf beendeten Kerium ihr Set und damit die Live Musik des Abends. Doch nun gab es wieder 60er, 70er und 80er Classics vom Laptop. Und zu Jethro Tull, Golden Earring, Kiss, CCR und vielen anderen Größen jener Zeit ging die Party nahtlos weiter.

Positiver Nebeneffekt der zahlreichen durstigen Besucher an diesem Abend: Irgendwann gab es kein Bier in Nulldreiunddreißiger Flaschen mehr, weshalb ab sofort „Halbe“ verkauft wurden. Für den Autor dieses Artikels seit jeher die bevorzugte Flaschengröße beim Bier. Daß sich der Verkaufspreis dadurch von einsfuffzich auf glatte zwei Euro verteuerte – wen juckt’s? Auch Rindswürste, Wienerle und Käseknacker für je zwei Euronen sind ein fairer Preis. Hier sollte niemand ausgenommen werden. Zieht man dann auch noch in Betracht, daß kein Eintritt erhoben wurde (es ging aber eine Spendendose für die Bands herum), muß man den Veranstaltern MCO (in Kooperation mit Kerium) ein riesengroßes Dankeschön aussprechen, daß sie diesen Abend möglich gemacht haben. Der Party Charakter des Events wurde zu 100 Prozent getroffen und ließ diesen Abend somit zu einem vollen Erfolg werden. Davon gerne mehr!   


Autor:  MC Lucius