HAMMERFALL World Wide (r)Evolution Tour 2015

support:  Orden Ogan + Serious Black

Location:  brose Arena, Bamberg

am 07.02.2015


Schon im Vorfeld dieser Tournee, die vier Wochen lang kreuz und quer durch Europa führt, war klar, daß den Fans bei den Konzerten ein Package aus traditionellem Heavy Metal, Power Metal und Melodic Metal der Extraklasse geboten werden würde.

HammerFall waren vor 18 Jahren angetreten, um den Heavy Metal zurück zu alter Stärke zu führen. Und das in einer Zeit, in der keiner auch nur einen Pfifferling auf diese Musik gesetzt hätte, weil zu jener Zeit Grunge angesagt war, mit Nirvana als Speerspitze.

Mit den Sauerländern Orden Ogan, von vielen als legitime Nachfolger von Running Wild oder Blind Guardian gepriesen und Serious Black, einer sogenannten All Star Formation mit internationaler Besetzung, hatten sich die schwedischen Templars of Steel zwei Support Acts ins Boot geholt, die von ihrer Qualität her den Headlinern in nichts nachstehen.

Die schätzungsweise 4.000 Zuschauer in der prall gefüllten brose Arena im oberfränkischen Bamberg durften sich also auf einen Abend mit jeder Menge amtlicher Mucke freuen.

Um Punkt 20:00 Uhr kamen Serious Black auf die Bühne. Neben den vier regulären Bandmitgliedern Urban Breed (voc.), Mario Lochert (bs), Dominik Sebastian (guit.) und Jan Vacik (keys) standen mit Drummer Ramy Ali von Freedom Call und Gitarrist Bob Katsionis von Firewind zwei befreundete Musiker mit auf der Bühne, welche die erkrankten Thomen Stauch bzw Roland Grapow ersetzten. Innerhalb weniger Tage mussten sie sich die Songs des Debutalbums "As Daylight Breaks" draufschaffen. Das ist ihnen gelungen, denn Serious Black präsentierten sich als Einheit. Ihr Set flutschte wie aus einem Guß. Los ging es mit dem Intro "Temple of the Sun", welches hier, ebenso wie auf dem Album, den Titel "Akhenaton" einleitet. Die Band zeigte sich prächtig aufgelegt, Sänger Urban, ein in den USA lebender Schwede, wirbelte über die Bühne, animierte die Metalheads im Publikum ein ums andere Mal zum Mitmachen und ließ Keyboarder Jan, außer dem Fronter der einzige Musiker, der Harmony Vocals beisteuerte, den ein oder anderen Refrain singen.

Natürlich feuerten Serious Black auch weitere Highlights aus ihrem starken Erstlingswerk ab. "High and Low" mit seinem fesselnden Keyboard Intro, "I seek no other Life", das dem Serious Black Teil der Tour den Namen gebende "Setting Fire to the Earth" , das hypnotisierende "Sealing My Fate" oder auch den Album Rausschmeißer "Older and Wiser". Die durch und durch von der gesamten Band geschaffenen Werke halten live, was sie auf dem Album versprechen. So wünscht man sich den opening act eines jeden Konzertes. Um halb Neun beendeten die Sechs ihr Set und hatten sich in dieser halben Stunde mit Sicherheit viele neue Fans erobert.

Nach einer 15minütigen Umbaupause kamen um 20:45 Uhr Orden Ogan auf die Bühne. Mit dem nach der Band benannten Intro, gleichzeitig Opener des kürzlich erschienenen Werks "Ravenhead" begann ihr Set. Gleich darauf folgte das als Single ausgekoppelte "F.E.V.E.R", das angetrieben von der Double Bass Drum des Schlagwerkers Dirk wie eine Dampfwalze über die klatschende, johlende Menge hinweg stampfte. Fronter Seeb unterhielt die tobenden Metalheads mit markigen Sprüchen. Auf sein "Prost ihr Säcke" bekam er prompt die Antwort "Prost du Sack" aus tausenden Kehlen. Daneben kamen aus dem kürzlich auf Platz 16 der deutschen Album Charts eingestiegenen neuesten Opus die Titel "Ravenhead" und "Deaf among the Blind" zum Einsatz. Außerdem griffen die Arnsberger auf je zwei Stücke ihrer vorherigen Longplayer "To the End" (2012) und "Vale" (2008), sowie einen Track aus dem 2010 erschienen Werk "Easton Hope" zurück, womit sie den Fans während ihres 50minütigen Gigs einen repräsentativen Überblick über ihr Schaffen ermöglichten. Charakteristisches Merkmal ihrer Stücke sind die langen, ausufernden Instrumentalpassagen, die live natürlich noch intensiver wirken. Der bombastische Power Metall des Quartetts erinnert tatsächlich an Blind Guardian und ähnlich ausgerichtete Bands, wird von Orden Ogan aber trotzdem mit einer eigenen Note versehen.

Nach dem Ende ihres Auftritts um 21:35 Uhr folgte eine rund halbstündige Umbaupause, ehe um 22:03 der Headliner des Abends die Bretter, die auch für sie die Welt bedeuten, betraten.

HammerFall sind seit Monaten unterwegs, um ihr aktuelles Album "(r)Evolution" live ihrer Fangemeinde vorzustellen. Vier Stücke daraus ("Hector's Hymn", "Live Life Loud", "We won't back down" und unter den Zugaben "Bushido") fanden den Weg auf die Setlist. Etwas überraschend für mich kamen mit "B.Y.H." und "Any Means Necessary" nur jeweils ein Song aus den beiden vorherigen Outputs "Infected" bzw "No Sacrifice, No Victory" zum Einsatz. Schaut man sich das Programm der Göteborger allerdings genauer an, stellt man schnell fest, daß sie aus jedem ihrer bisherigen Langrillen mindestens einen Track spielen.

Joacim Cans, Sänger der Schweden, sprang gut gelaunt über die Bühne, ebenso waren seine Bandkollegen Oscar Dronjak (guit.), Stefan Elmgren (bs) und Pontus Norgren (guit.) dauernd in Bewegung. Der erst im letzten Jahr in die Band gekommene Schlagzeuger David Wallin thronte auf seinem Podest hoch über der Band, doch auch die Axtschwinger und der Fronter erklommen gerne mal erhöhte Flächen links und rechts des Drumkits.   

Joacim wusste einige Anekdoten aus den vergangenen Jahren zu erzählen, womit er den ein oder anderen Titel ankündigte. Während des extralangen instrumentalen "400 Meter Medley" hatte der Sänger Pause, seine Mitstreiter hielten mit ihren krachenden Duellen den Spannungsbogen aber beständug hoch.

Die Zeit während ihres 80minütigen regulären Sets verging wie im Fluge. Nach nur rund zwei Minuten kamen die Templer des Heavy Metal für drei Zugaben zurück auf die Bühne, so standen am Ende rund 95 Minuten HammerFall auf der Habenseite.

Insgesamt wurde den Fans in der pickepacke vollen brose Arena somit 175 Minuten, also knapp drei Stunden, hochwertigster Metal geboten. Und das zu einem fairen Preis von rund 33.- Euro. Das ist mehr als in Ordnung. Und so sah man nach dem Konzert auch nur in hochzufriedene Gesichter. Sein Kommen musste ja auch niemand bereuen.


Autor:  MC Lucius


hier geht's zum Review der Hamburg Show (mit Rainer Kerber)