SINNER - "Tequila Suicide" Tour 2017

supp. The Unity

am:  17.05.2017

Location:  Colos Saal Aschaffenburg

Seit 1982, also seit 35 Jahren, existiert sie nun, die Band Sinner um den Sänger und Bassisten Mat Sinner. Und genau so lange dauerte es, bis die Stuttgarter im Rahmen einer Tour mal im Aschaffenburger Colos Saal Halt machen sollten. Am Mittwoch, den 17. Mai, war es dann endlich soweit. Das Ganze im Rahmen der Tequila Suicide Tour, mit der man das am 31. März veröffentlichte, gleichnamige Album live promotet.

Als special guest hatte sich Sinner die im Vorjahr formierte Band The Unity eingeladen. Diese machte zuerst dadurch auf sich aufmerksam, weil ihr die beiden Gamma Ray Musiker Henjo Richter (gts) und Michael Ehré (dr) vorstehen. Vervollständigt wird die Truppe von Vocalist Gianba Manenti, Stef E an der Gitarre und Tieftöner Jogi Sweers.

Um Punkt 20:00 Uhr starteten The Unity mit "Rise And Fall", dem Opener ihres am 5. Mai auf den Markt gebrachten Erstlingswerks, welches schlicht nach der Band benannt ist, in ihr Set. Der italienische Fronter Gianba animierte in seinem Heaven and Hell T Shirt einen Tag nach dem 7. Todestag von Ronnie James Dio die zu diesem Zeitpunkt geschätzt 120 Personen im Auditorium von Beginn an zum Mitmachen, während sich Basser Jogi gleich in den eher dunkel ausgeleuchteten Bühnenhintergrund verzog. Vom Publikum aus gesehen links genoss ein herrlich unaufgeregter und sich - trotz seines Status in der Szene - wohltuend zurückhaltender Henjo das Set, welches als nächstes Stück "Firesign" bereithielt. Naturgemäß bestand dieses überwiegend aus Tracks der Debüt Scheibe.

Auch die folgenden "No More Lies" mit seinem eingängigen Refrain, das episch düstere "God Of Temptation" und "Close To Crazy" finden sich dort. Zur Mitte ihres Sets schien allerdings jemand den Regler für Manentis Mikro verstellt zu haben, denn plötzlich erschien nicht nur mir sein Gesang zu leise abgemischt. Dieses technische Problem schmälert allerdings nicht den bombenstarken Eindruck, welchen The Unity im Colos Saal hinterließen. Ihr Set endete nach neun Songs und 48 Minuten mit "Never Forget", dem Rausschmeißer ihres Albums. Ein Einheizer, der alles richtig gemacht hat - das war The Unity im Colos Saal. Die dürfen gerne wieder kommen.

Nach einer mehr als halbstündigen Umbaupause kündigte sich um 21:22 Uhr mit "Used To The Truth" der Headliner des Abends an: Sinner kamen raus und mit ihnen der erste von zwei Gästen, die man mitgebracht hatte: Sascha Krebs von den Queen Kings, der mit Mat Sinner auch bei Rock Meets Classic durch die Lande tourt. Mit "Comin' Out Fighting" folgte darauf einer der ältesten Songs im Backkatalog der Band. Quasi als Gegenbeispiel hauten die Jungs danach den Titelsong des neuen Albums raus.

Nach "Bad Girl" und "Born To Rock" durfte dann der zweite Gastsänger vor mittlerweile bestimmt gut 150 Fans seinen Platz hinter der im linken Bühnen Background aufgebauten Bar mit dem in vorderster Front neben dem Band Chef tauschen: Frank Beck, nach den Herren  Ehré und Richter somit der dritte Gamma Rayer an diesem Abend. Er gab "Battle Hill" zum Besten. Danach wurden mit dem "Sinner Blues" ruhigere Töne angeschlagen. Eine prima Gelegenheit für Tom Naumann sich als Klampfer hervor zu tun. Er und Alex Scholpp verrichteten beide einen sauguten Job an den jeweils sechs Saiten.

Nach "Go Down Fighting" bekam Drummer Francesco Jovino, der mit Mat Sinner gemeinsam auch bei Primal Fear zockt, seinen Spot mit einem Drumsolo, welches die anderen Musiker dazu nutzten, sich an der Bar mit Hochprozentigem zu versorgen.

Mit "Hypnotized" und "Knife In My Heart" ging es weiter, bevor Mat ankündigte, dass man auch mal ein paar Songs für sich selbst spielen wolle. Zu diesem Zweck gab man dann ein Medley mit Billy Idol's "Rebel Yell", "Message In A Bottle" von The Police und Thin Lizzy's "Jailbreak" zum Besten. Hier machten die beiden Gastvokalisten Krebs und Beck wieder einen super Job. Nach "Germany Rocks", von Sascha Krebs gesungen, war das reguläre Set um 22:35 Uhr durch.

Aber natürlich kamen die Jungs auch nochmal für zwei Zugaben raus. "Lost in The Middle", mit Frank Beck am Mikro, und schließlich "Back On Trail" bildeten den Abschluß des Abends im Musik Club am Roßmarkt. Sinner's erster Stopp im Colos Saal bot ein klasse Programm, welches die Fans dankbar annahmen. Da dürfen beim nächsten Mal gerne einige Leute mehr kommen.    

Autor:  MC Lucius