SPESSART ROCK 2015

Location:  Spessart Halle, Heinrichsthal

am 11.04.2015


Wenn die Organisatoren des Spessart Rock zu ihrem jährlichen Event in die Spessart Halle nach Heinrichsthal rufen, dann geben sie sich alle ein Stelldichein, die Rock- und Metalfreaks aus dem Raum Aschaffenburg. Rund 280 waren es am Samstag nach Ostern und an ihren Shirts und Hoodies erkannte man, daß die meisten von ihnen "vom Fach" waren. Von Accept über Motörhead bis zu Pantera war so einiges an Bandtextilien vertreten.

Den Anfang machten um Punkt 20:00 Uhr die Alternative Rocker "miss 'in pieces" aus Aschaffenburg. Mit ihrem kraftstrotzenden, schnörkellosen Rock bildeten sie den perfekten Opener für den Abend. Sänger Steven liegt mit seiner dunklen Stimme irgendwo zwischen Michael Poulsen (Volbeat) und Darius Rucker (Hootie & The Blowfish). Ihre Songs sind geprägt von treibenden Beats, die mit fetten Gitarrenriffs und  teilweise einer bluesigen Note ausgestattet sind. Damit zogen sie die stetig anwachsende Meute vor der Bühne spielerisch in ihren Bann. Nach kurzweiligen 45 Minuten beendeten sie ein überzeugendes Set.

Als nächste Band enterten "Half Step Down" die Bühne. Ebenso aus dem Raum Aschebersch erhöhten sie den Härtegrad der Musik deutlich. Auch sie können, wie das in der Szene üblich ist, auf eigenes Songmaterial zurückgreifen. Kompromißlos brettern sie ihren von Growls ihres Fronters Alex getragenen Metal in die Menge und stellen diverse Nackenmuskeln vor die ein oder andere Bewährungsprobe.

Eine Art "Heimspiel" hatten "Cervet", die als dritter Act des Abends um 22:00 Uhr ihr Set begannen. Seit dem letzten Jahr sitzt mit Stefan Heßler nämlich ein original "Hötterer" (Mundart für Heinrichsthaler) auf dem Schemel hinter der Schießbude. Cervet sind Garanten für powervolle Live Shows, ihren Thrash Metal hauen sie mittlerweile seit einem viertel Jahrhundert raus. Diese Routine spürt man auch, wenn sie auf der Bühne stehen. Sie boten zusätzlich auch noch was für's Auge, denn plötzlich tauchte Steffi auf der Bühne auf, eine junge Dame die sich dem Pole Dance verschrieben hat. Pole Dance? Klar, ein Mädel räkelt sich akrobatisch um und an einer Stange, teilweise sogar kopfüber. Nicht nur den Herren der Schöpfung gefiel ihr laszives Spiel am glitzernden Metall.

Die "Stonetroopers", mithin vierte Band des Spessart Rock 2015, verarbeiten in ihren Songs Stories und Figuren der Star Wars Filme, womit sie einem während ihres Gigs auf der Bühne präsenten Sturmtruppler seine Daseinsberechtigung verschaffen. Ihr Stoner Rock, lanciert von bluesigen Heavy Rock, kommt selbstbewußt daher, sie haben ihr Handwerk gelernt. Daniel, der hauptberuflich Gitarren an den Mann oder die Frau bringt, verzichtet bei den George Lucas Jüngern auf das Saiteninstrument und konzentriert sich rein auf die Vocals. Die Axtschwinger Stefan und Timo machen aber einen super Job und die Rhythmusfraktion mit Schlagwerker Jan und Fabi am tieftönigen Langholz sorgt für den nötigen Groove.

Die Headliner "Metal Attack" legten mit ihrem Set um ca. 00:20 Uhr los, in diesem fanden sich Klassiker wie "Balls to the Wall" von Accept, "Killed by Death" von Motörhead oder "Mr. Crowley" aus dem Hause Ozzy Osbourne. Mit Metalklassikern wie diesen haben sich Frontmann Walter und seine Bandkollegen über Jahre einen Namen in und um das Bayrische Nizza gemacht. Mit dieser für sie so typischen Setlist scharten sie die Besucher zahlreich vor die Bühne der Spessart Halle.

Den Organisatoren ist es gelungen, für die neunte Auflage des Spessart Rock ein Programm auf die Beine zu stellen, das für junge sowie ältere Rock-und Metalsemester einen interessanten Querschnitt durch die harte Szene des Aschaffenburger Umlands bot. Bliebe am Ende, ihnen auch ein glückliches Händchen für die Planungen des Spessart Rock 2016 zu wünschen.


Autoren: MC Lucius und Hendrik Ehrlich

Kommentare: