AC ANGRY - Appetite For Erection


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  8,5 / 10

Tracklist:

  • I Hate AC Angry
  • 4TW
  • No Way To Go But Down
  • I Wann Hurt Somebody
  • Appetite For Erection
  • Son Of A Motherfucker's Son
  • The Balls Are Back In Town
  • Take You Break You Shake You
  • Cry Idiot, Cry
  • Testosterone


VÖ:  25.11.2016

Label:  Steamhammer / SPV

Zarte Frauen sollten besser zu einer anderen Review wechseln, denn die Saarbrücker AC Angry sind wieder am Start. Und unmissverständlicher denn je mit „Appetite For Erection“. Schon das Artwork zum neuen, zweiten Album provoziert anzüglich, sieht gleichzeitig aber irgendwie genial aus.  AC Angry legen im Vergleich zum Vorgänger nochmals eine Schippe drauf. Dicke Eier...ähem....dicke Hose Rock'n Roll mit dem Hang zu einfachen, aber hitverdächtigen Refrains. Schon als man noch unter dem Namen Taletellers firmierte war die Musik von Sänger/Gitarrist Alan Costa und Co. von klassischem, schnellen, harten Rock'n Roll geprägt, man denke nur an die damalige Granate „Rock'n Roll Detonator“. Seit dem Namenswechsel auf AC Angry geht es allerdings steiler nach vorne, was Supportslots von exquisiten Touren (Saxon, Airbourne, Black Label Society) und Label (Steamhammer/SPV) verdeutlichen.  

Dabei haben sich AC Angry gar nicht mal musikalisch so stark verändert. Die Musik soll gehörig Arsch treten und das tut sie. Augenzwinkernd, provokativ und teils witzig geht’s zu auf „Appetite For Erection“. Und mit vielen Einfällen, welche die Band immer wieder einstreut. So beim Opener „I Hate AC Angry“, wo man zum hymnenhaften Refrain, der live wahrscheinlich aus vielen Kehlen gegrölt wird, auch noch Mundharmonika-Klänge (gespielt von Honey Creek's James Boyle) auffährt. Das wirkt nicht aufgesetzt sondern bringt Auflockerung in den ohnehin nicht langweiligen Song. Bei „4TW“ verbindet man harten Rock mit „Woh-oh-Woh“-Chören, die es auch schon bei den Taletellers gab und bei „No Way To Go But Down“ fährt man etwas die Härte und Geschwindigkeit herunter und klingt ein bisschen nach den Gunners in den 80ern. Gerade dieser Song hat einen ernsteren Hintergrund und nicht den anzüglichen Charakter, den man hinter dem Songtitel vermuten würde.

Weitestgehend herrscht aber Spaß vor und den bekommt man bei AC Angry gehörig in die Backen.  

Knallharter Riffrock der Marke „Appetite For Erection“, dem Titelsong, der wieder mit tollem Refrain der Mitgröl-Sparte glänzt oder „The Balls Are Back In Town“ muß man lyrisch wohl nicht weiter erklären und wird der holden Männlichkeit allenthalben munden.

„Cry, Idiot Cry“....nein, man nimmt fast kein Blatt vor den Mund....fesselt mit akkustischen Gitarren, Lagerfeuer Romantik der betrunkeneren Sorte und stark auf den Punkte gezimmerten Rhythmen. Eine Ballade im Stil von AC Angry....muß man gehört haben. Und mit „Testosterone“ gibt es zum Abschluß nochmals voll auf die Glocke(n) (...ups !!), was dem Straßen-Rock'n Roller nochmals die eh schon breite Brust anschwillen lässt. Dieser letzte Song wurde nach eigenen Angaben noch in aller Kürze komponiert, obwohl man bereits im Studio mit den Aufnahmen zum Album beschäftigt war. Für diese eher banduntypische Songwriting-Weise ist AC Angry aber tatsächlich mit der stärkste Song des Albums gelungen. Auch dieser wird bei Live-Auftritten der Band eine gewichtige, testosterongeschwängerte Rolle einnehmen.  

AC Angry haben sich mit diesem Album zu einer der besten deutschen Rock'n Roll Bands gemausert. Das Album macht uneingeschränkt Spaß ohne Ausfälle, ist musikalisch souverän aber dennoch frisch gespielt und besitzt genau die richtige Produktions-Dosierung, die ein solches Werk benötigt. Einen auf dicke Hose machen kann so schön sein.....sehr appetiterregend !


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