ADIMIRON - Timelapse


Im Zusammenhang mit den Italienern Adimiron werden immer wieder Bands wie Textures oder Gojira genannt. Und diese Vergleiche kommen einigermaßen an die musikalische Richtung der Band ran.

Auch mit ihrem mittlerweilen vierten Album „Timelapse“ vermischt man modernen Metal mit experimentiellen und progressiven Elemeten, was für viele eventuell verkopft klingt, aber dadurch auch nie langweilig wird.

Spieltechnisch ist alles im grünen Bereich und Sänger Andrea Spinelli wechselt fein zwischen melodischen Parts und Modern Metal typisches Gebrülle ab. Die Songs werden nicht übertrieben in die Länge gezogen und auch nicht mit Gitarren-Geschwurbel oder Ähnlichem überfrachtet. Eingängig und harmonisch klingt zwar anders, aber Songs wie das Eröffnungs-Doppel „Collateral“ und „State of Persistence“ laufen gut rein und besitzen eine gesunde Portion Härte. Nicht umsonst war man zum letzten Album auch mit der Thrash Legende Death Angel auf Tour. Gerade im zweitgenannten Song wirken die in die Länge gezogenen Screams ziemlich thrashig und die Musik knallt herrlich frisch.

Beim Titelsong wird das durchaus gehobene Tempo etwas gebremst und schwerer Heaviness Platz gemacht. Verzerrte Gesangslinien suggerieren etwas Science Fiction Feeling und auch einzelne Soundspielereien im Gitarrenbereich liegen mehr in der Zukunft als „back to old school“. Auch wenn immer wieder der Eindruck entsteht, daß manche Instrumente gegeneinander operieren, ein herrlich düsterer Heavy-Brocken und somit einer der Höhepunkte des Albums.  

Auch „Liar's Paradox“ setzt den eingeschlagenen Weg fort. Ruhigere Parts fordern schnellere heraus. Dies Songs erhalten überraschende Wendungen und die musikalische Klasse der Jungs ist in ihren ja noch jungen Jahren bereits sehr bemerkenswert.

Dagegen klingt „The Burning of Methuselah“ etwas verquer. Die Disharmonien des Songs sind unglaublich und für den ein oder anderen sicherlich schwer zu konsumieren. Der Bass wummert, die Gitarren finden keinen Weg aus der Klemme und Andrea singt dermaßen gegen den Wind, daß der Song wirklich schwer verdaulich ist. Daher eher Geschmackssache.

Zum Glück ändert sich die Melodieführung bei „Redemption“ wieder. Eher eingängig und mit latent orientalischem Touch ist auch partieller Cleangesang zurück und dies tut dem Gehörten mitunter sehr gut. Grundaggressiv mit mächtigen Gitarrenparts ein Track für die breitere Masse und somit sicherlich auch ein zukünftiger Bestandteil von Adimiron's Live-Programm.

Getragen von starken Basslinien klingt das Album dann mit „Ayahuasca“ zunächst eher gemächlich aus. Fast verträumt gewisperte Vocals mutieren aber alsbald in den gewohnten Scream-Gesang. Dennoch schlendert der Song irgendwie fröhlich daher und nimmt einem die Schwere, die sich eventuell eingestellt hat. Netter Ausklang, wenn auch mit äußerst modernen Sounds unterlegt.  

Alles in allem ein gutes, teilweise aufregendes (Modern) Metal-Album in der Schnittmenge von Thrash, Progressive Metal und wie heißt das so schön ? - Djent. Somit beweisen Adimiron, daß aus Italien nicht nur Drachentöter-Metal mit hohem Kitschfaktor kommt, sondern auch anspruchsvoller, auf kompetente Weise vorgetragener, kunstvoller Metal, der trotz gewisser Brachialität nie seine Melodien vergisst.

Klasse Album, Hut ab !! 


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