AIR RAID - Point of Impact


Die größte und elementare Änderung im Sound von Air Raid auf deren neuem Album „Point of Impact“ ist der Umstand, daß man mit Arthur W. Andersson einen neuen Frontmann am Mikro hat.

Und der Unterschied zu dem Vorgänger Michael Rinakakis ist gravierend. Der Neue intoniert viel höher als der Alte, was bei mir bereits beim Eröffnungs-Song „Bound to Destroy“ für Stirnrunzeln sorgt.

Der Song an sich ist schön old-school speedig aufgebaut, straight und ungestüm. Auch funktioniert der Gesang in höheren Lagen einigermaßen gut und passt dazu, aber versucht Arthur mehr Aggression in seine Stimme zu legen, wirkt diese etwas dünn. Zudem sind die High Pitched Screams zum Ende hin austauschbar.  

Die beiden Gitarristen Andy und Johnny spielen in ihrer jugendlichen Art und Weise wie immer hervorragend aufeinander abgestimmt, dafür fällt mir aber der teilweise klinische E-Drumsound an manchen Stellen negativ auf. Ich dachte erst, beim ersten Song wäre dies eine Ausnahme, aber auch bei „Madness“ operiert man verstärkt auf diese Art und Weise. Nimmt irgendwie den Old-School-Faktor zurück. Schade eigentlich. Dafür macht der neue Sänger hier eine ganz gute Figur, obwohl man schon sagen muß, daß die Stimme etwas dünn geraten ist. Mir persönlich fehlt die nötige Power.  

Ok. Man sollte das jetzt nicht falsch verstehen. Die Songs machen nach wie vor größtenteils Spaß. Musikalisch ist bis auf die angesprochenen Drumsequenzen alles im grünen Bereich, ohne jedoch wirklich Innovatives zu bieten. Muß es aber bei Musik alter Schule ja auch nicht. „Wildfire“ ist beispielsweise eine tolle Abgeh-Nummer mit schönen Gitarren-Duellen. Leider wird der kraftlose Gesang nicht wirklich besser im Laufe des Albums.  

Vielleicht hat man mit „Flying Fortress“ aus diesem Grund ein reines Instrumental aufs Album gepackt ? Na ja, wollen wir mal nicht zu sehr schimpfen. Tut der Band Unrecht. Vielleicht muß man sich erst an den neuen Sänger gewöhnen, oder er sich an die Band. Nur...bitte, bitte, das nächste Mal mehr Power dahintergelegt.

Einigermaßen hängen bleibt bei „Point of Impact“ lediglich der Abschlußtrack „We Got The Force“ durch seinen hymnenhaften Charakter und dir rasanten Gitarrenabfahrten. Ein wahrer Song für die Live-Bühnen dieser Welt.  

Also, für mich ist das neue Album von Air Raid eher ein Schritt zurück als nach vorne und man muß aufpassen, daß man bei all den ähnlich gearteten Bands wie Stallion, Enforcer, Alpha Tiger und Co nicht zu viel an Boden verliert. Liegt wie bereits mehrfach erwähnt leider zu großen Teilen am neuen Sänger, der Rinakakis nicht wirklich das Wasser reichen kann.  

Aber die Band ist ja noch jung und muß natürlich auch noch lernen. Deshalb sollte man Air Raid jetzt nicht abschreiben und auch bei „Point of Impact“ eine Chance geben. Hört zumindest mal rein und bildet euch eure eigene Meinung. 


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