AKTOR - Paranoia

Chris Black, den man in jüngerer Zeit hauptsächlich durch seine Bands High Spirits und Pharaoh, aber auch durch Dawnbringer kennt, läuft schon wieder mit einem neuen Projekt auf.  

Aktor nennt sich die Band und als Mitstreiter hat er dieses Mal die Finnen Jussi Lehtisalo und Tomi Leppänen gewählt, die eher in unbekannteren, avantgadistisch veranlagten Kombos bisher zu Hause waren.

Mit „Paranoia“ gibt’s nun das Debut und musikalisch ist man zeitlich Mitte der 70er bis Anfang der 80er Jahre unterwegs. Hauptsächlich ertönt locker fluffiger Hard Rock der alten Schule mit Härtegrad so um Status Quo herum. So fliegt man mit dem Opener „Devil and Docter“ bereits fröhlich durch die Luft und die angenehme, warme Rockstimme von Professor Black (wie er sich hier nennt) kennt man natürlich mittlerweile.  

Ab und an ähnelt manches Riff alten Judas Priest Nummern aus deren 70er Alben. Zudem finden viele Keyboard/Piano Parts Verwendung, die eher psychedlisch daherkommen, hier fallen einem Frühwerke von Blue Öyster Cult ein.

Leider haben die Songs, die recht angenehm durch die Gehörgänge wandern manchen Schönheitsfehler. Und der besteht aus Synthieparts, die man so von poppigen 80er Wave Combos früher vorgesetzt bekam. Das verärgert den eigentlich recht ordentlichen Hörgenuß ungemein und bringt Songs wie „Never Ending No“ oder „Stop Foolin Around“ an die Schmerzgrenze.  

Zwar versucht man es mit diesen teils kakophonischen Wave-Sounds mit Innovation um der old school Hard Rock Sterilität zu begegnen, dies funktioniert aber eher schlecht als recht.

Lediglich das kurze „Something Nasty“ verzichtet auf solche Sounds und überzeugt daher mit Hausmannskost.

Der Albumtitel „Paranoia“ passt somit eigentlich ganz gut, man sollte dem Material halt mit Vorsicht genießen. Wer auf eine krude Mischung aus 70er Hardrock und Wave Sounds abkann, macht mit diesem Album den großen Deal. Ich gehe aber davon aus, daß die Mehrheit die Stirn runzeln wird, da viele gute Anfangsphasen der Songs ins spacig poppige abdriften.  

Nun gut, sehen wir Aktor mal als Projekt. Dies ist halt mal nicht gelungen und irgendwie ist es beruhigend festzustellen, daß nicht alles was Chris Black anpackt, auch zur gehobenen Klasse zählt.  

Vor einem Blindkauf sei abgeraten und vorab Reinhören dringend empfohlen.... 


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