AMBERIAN DAWN - Innuendo

2006 als “Atheme One” gegründet, benannte sich die Band zwei Jahre später in Amberian Dawn um, als Sopranistin Heidi Parviainen zur Band stieß. Im selben Jahr erschien dann auch das Debut-Album “River Of Tuoni”. Zusammen mit Heidi nahm der Fünfer drei weitere Alben auf. Gegen Ende des Jahres 2012 trennten sich dann die Wege von Band und Sängerin. Kurz darauf wurde Päivi Virkkunen aka Capri als neue Frontfrau vorgestellt. Nach einer Compilation, auf der alte Songs mit Capri neu aufgenommen wurden, erschien 2014 das erste Studioalbum mit der neuen Sängerin. Wir schreiben jetzt das Jahr 2015 und Capri und ihre Jungs holen zu einem neuen Schlag aus.

Mit “Fame & Gloria” rockt das Album gleich richtig los. Capris angenehm warm klingende Stimme wird unterlegt von Gitarrenriffs und Keyboards. Das Schlagzeug treibt voran. In der zweiten Hälfte gibt es ein Klasse-Gitarrensolo. Bei “Ladyhawk” rocken zunächst Gitarren und Keyboards. Der Gesang wird zunächst durch Keyboard-Teppiche begleitet, später setzen Gitarrenriffs ein. Auch hier kann die Gitarrenfaktion ihr Können zeigen. Im Titelsong “Innuendo” treibt der Gitarrenrhythmus voran, bevor der eingängige Refrain erklingt. “The Court Of Mirror Hall” startet ruhiger, aber dann riffen die Gitarren los, begleitet von Keyboard-Melodien.

Die Piano-Ballade “Angelique” ist der Ruhepunkt des Albums. Dezente Streicherklänge begleiten zusätzlich Capri’s Gesang. Hier kann sie zeigen, was alles in ihrer Stimme steckt. Dieser Song sorgt live ganz sicher für Smartphone-Beleuchtung. Gegen Ende kommt der Sound eines großen Orchesters dazu. Bei “Rise Of The Evil” ist es mit der Ruhe dann vorbei. Melodiebögen, die an ihre Landsleute von Sonata Arctica erinnern, knallen aus den Lautsprechern. Double-Bass Attacken sorgen für eine solide Härte. Gegen Ende werfen sich die beiden Gitarristen gegenseitig die Solo-Bälle zu. “Chamber Of Dreadful Dreams” setzt die etwas härtere Gangart fort. Riffs bestimmen den Song und Capri steuert ihren kraftvollen Gesang bei.

“Knock Knock Who's There?” startet sehr rhythmisch mit Keyboard, Gitarrenriffs und Schlagzeug. Ein sehr poppig angehauchter Song, der auch Dank der Länge von nur vier Minuten durchaus airplay-tauglich ist. Ganz anders sieht es dann bei “Symphony Nr 1, Part 1 - The Witchcraft” aus. Majestätisch mit diversen symphonischen Elementen schreitet der Song voran. Dazu gibt es eine gute Portion Bombast, diverse Melodie- und Rhythmuswechsel. Das ist der progressivste Track des Albums. Und Capri variiert ihren Gesangspassagen, von kraftvoll, über zerbrechlich wirkend, schwingt sie sich dann auch in die höheren Tonlagen. Der Schlusssong “Your Time - My Time” ist dann wieder etwas ruhiger. Trotzdem ist der Gesang kraftvoll und wird von harten Riffs begleitet.

Mit dem Einstieg von Capri als Sängerin ist der Opern-Metal bei Amberian Dawn erst einmal Geschichte. Ihre Fähigkeiten liegen im rockigen Gesang mit mittlerer Tonhöhe. Dem trägt auch das Songwriting Rechnung. Die Melodieführung ist zumeist geradlinig und schnörkellos. Präsentiert werden zehn abwechslungsreiche Songs bei denen für mich die Ballade “Angelique” und das leicht proggige Epos “Symphony Nr 1, Part 1 - The Witchcraft” herausragen.


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