AMORAL - In Sequence

Amoral auf Finnland legen mit „In Sequence“ bereits ihr siebtes Studioalbum vor. Der Legende nach begann die Band eher als Death Metal Act, bewegte sich dann aber von Album zu Album mehr in die progressivere Richtung. Mit Niko Kalliojärvi kehrt nun allerdings der Original-Sänger zurück zur Band, welcher früher schon für die Growls zuständig war. Allerdings spielt mittlerweile Ari Koivonen gesangstechnisch die erste Geige. Wüsste man nicht um ihn, könnte man beim Gesang auch eine Frau vermuten, so hoch singt der Gute manchmal.

Durch den Einsatz von Niko Kalliojärvi wird das typische Gut-Böse Element in manche Songs integriert, wobei ich sagen muß, daß Amoral immer dann schwächeln, wenn diese Growl und dazugehörigen Melo-Death Gitarrenriffs auftauchen.

Der 6-minütige Prolog „In Sequence“ beginnt sehr atmosphärisch mit wunderschönen Keyboardmelodien, die eine wohlige Gänsehaut auslösen. Auch der Gesang passt hier wunderbar, bis...ja bis Niko ertönt. Zwar ist sein Part bis auf „Defuse The Past“ meist begrenzt, aber gute Ansätze im melodischen ProgMetal-Bereich werden dadurch oft versemmelt.

Wenn er sich heraushält, wie bei dem tollen „Helping Hands“ mit klasse Refrain und hoher progressiver Note, dann funktioniert's mit den Songs von Amoral. Viele Songs sind daher vom Ansatz hervorragend, wie das mit abendländischen Sounds verfeinerte „The Betrayal“ oder „The Next One To Go“. Selbst die an folkistische Bands wie Iona erinnernde ruhige Nummer wie „Sounds of Home“, welche zwar aus dem Rahmen fällt, aber viel Seele hat, darf man als gelungen bezeichnen. Aber leider wird einiges durch die Growl leider zerstört.  

Der abschließende, sehr abwechslungsreiche Longtrack „From The Beginning (The Note Part 2)“ zeigt mit über 11 Minuten dann eindrucksvoll, was das komplette Album hätte werden können. Hier passt musikalisch, gesangstechnisch und kompositorisch Vieles und die einladenden Keyboard-Passagen verzaubern den Freund progressive Klänge, genauso wie die Piano Einlage und das bombastische Finale. Ein Song, der sich vor den Werken diverser Prog-Größen nicht verstecken muß.  

Amoral haben Potential, keine Frage. Aber, lasst diese Growls weg und konzentriert euch auf die ProgMetal-Fähigkeiten, die ihr ohne Zweifel in hohem Maße besitzt. So bleibt leider ein fader Nachgeschmack, trotz vieler positiver Momente.


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