ANNA COOGAN - The Lonely Cry Of Space & Time











Autor:  MC Lucius

Bewertung:  2 / 10


Tracklist:

  • The Lonely Cry Of Space And Time
  • Collateral
  • Burn For You
  • Last Exit
  • Sylvia
  • Meteor
  • Follow Me
  • If You Were The Sun
  • Wedding Vow
  • Wishing Well
  • By Morning


VÖ: 28.04.2017

Label:  Eigenvertrieb

Anna Coogan ist eine Sängerin und Gitarristin aus Boston in den USA. Sie studierte klassischen Operngesang an der renommierten Mozarteum Universität in Salzburg und spielte bereits weltweit auf Festivals wie den Celtic Connections in Glasgow oder dem Blue Ball Festival im schweizerischen Luzern. Handwerklich also sind die besten Voraussetzungen gegeben, doch was macht Frau Coogan, die alle Fäden, wie das buchen von Tourneen oder das veröffentlichen ihrer Tonträger auf dem ureigensten Label selbst in der Hand hält, daraus? Die Antwort kann nur lauten: Nichts bis viel zu wenig.

Eine Mischung aus Rock, Pop, Country und Opern Elementen soll es sein, was da zu hören ist. Okay, Pop kommt vor, aber wenn man die etwas flotteren Stücke wie den titelgebenden Opener oder "Collateral" schon als Rock bezeichnen will, muss man sich schon sehr weit aus dem Fenster lehnen. Absolut nichtssagend wird es mit Track Nummer 4, einem knapp fünfeinhalbminütigen Instrumental namens "Last Exit", bei dem man bedauert, dass es sich dabei leider noch nicht um die letzte Ausfahrt handelt. Das ist lediglich eine Aneinanderreihung ambienter Klänge, die einerseits langweilen und andererseits nerven. Wozu hat sie dieses Ding in Zusammenarbeit mit Bassist und Drummer Willie B. verbrochen. Der Sinn erschließt sich mir nicht.

Mittlerweile beim fünften Track, einem 60er Pop Song namens "Sylvia" angekommen, ist man längst so weit, dass man sich nichts sehnlicher wünscht, als dass das Martyrium ein möglichst baldiges Ende haben möge. Bezeichnend, dass im Pressetext über dieses Lied, sowie die beiden folgenden, "Meteor" ein (Zitat) 'New Wave Dance Popper' und "Follow Me" (Zitat: 'eine bluesige Countryballade') steht, sie seien zugänglicher. Wobei "Meteor" mit aufdringlichen Synthesizern nervt.

Das einzige, was man der Amerikanerin wirklich zu Gute halten möchte, ist ihre Drei - Oktaven - Stimme, die frappant an Kate Bush erinnert. Mitunter denke ich auch an Shawn Colvin, jene US Sängerin, die in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre mit der Single "Sunny Came Home" aus dem Album " A Few Small Repairs" auch dem deutschen Publikum bekannt wurde. Leider zerstört Coogan die dadurch aufkeimende Hoffnung allzu schnell wieder durch ihre eigenwillige Interpretation eigentlich brauchbarer Kompositionen.

Dass Anna Coogan durch ihre Musik einen Hoffnungsschimmer in eine Welt schickt, die anscheinend durch Selbstzerstörung gebeutelt ist und geschickt das Persönliche und das Politische zu einem Yin - Yang Gebilde verbindet, wie es der Pressetext vermitteln mag, kann ich zu keinster Weise nachvollziehen. Viel eher sollte wohl das Bundesgesundheitsministerium eine Warnung herausgeben, dass das Anhören dieser Platte bei labilen, von Selbstzweifeln geplagten und Suizid gefährdeten Personen allerschlimmste Folgen nach sich ziehen könnte.         

Selten waren rund 48 Minuten eine solche musikalische Qual, dass ich über das Ende eines Albums so froh war, wie in diesem Fall. Auflegen werde ich diese Platte jedenfalls nie mehr.  

(und diese zwei Punkte gibt es auch nur wegen der Stimme)