APOLLO RA - Ra Pariah (Re-Release)

Unglaublich, welches Kleinod musikalischer Herkunft einem durch die Lappen gehen kann. Im Falle von Apollo Ra ist das aber auch kein Wunder. Wurde das Album „Ra Pariah“ damals 1989 nämlich nur in Kassetten-Format veröffentlicht, da sich kein geeignetes Label gefunden hatte. Dabei hätte das von Carl Canedy (The Rods, Exciter, Overkill etc.) produzierte Album durchaus Chancen gehabt, seinen berechtigten Spitzenplatz in der damaligen US Power Metal Szene einzunehmen.

Jetzt wurde dieses Album unter dem erneuten Mitwirken von Canedy anhand der Original-Tapes remastered und durch das Kultlabel No Remorse Records wiederveröffentlicht.

Die Musik von Apollo Ra liegt hierbei in der Schnittmenge der ersten Crimson Glory Alben gepaart mit Vicious Rumors Power. Sänger Daniel Miller klingt demnach auch wie ein Hybrid aus Midnight (R.I.P.) von Crimson Glory und Carl Albert (ebefalls R.I.P.), aber an vielen Stellen auch wie Leatherwolf's Michael Olivieri.  

Und gerade Leatherwolf's erstes Album darf man ebenso als Vergleich heranziehen, da die Songs von Apollo Ra zwar klassischen US Metal bieten, aber ebenfalls nicht gleich auf Anhieb zugänglich sind, so wie eben bei den Lederwölfen auch. Auch „Graceful Inheritance“, das grandiose Erstwerk von Heir Apparent war beim Aufnehmen von „Ra Pariah“ wohl bekannt. Man höre nur den Einstieg beim Opener „Crimson Streets“ und vergleiche mit „Another Candle“.  

In schnelleren Stücken wie „Bane of the Black Sword“ oder „March of Fire“ erinnert die ein oder andere Passage auch an Metal Church, vom Gesang her natürlich nicht. Daniel Miller's Screams in schwindelerregenden Höhen, sind göttlicher Natur und stecken so manchen US Shouter locker in die Tasche.  

Höhepunkt des Albums ist der Titelsong selbt. „Ra Pariah“ versucht sich anfangs an epischen Strukturen, verfängt sich aber recht schnell wieder in einer US Metal-Abfahrt erster Güte. Nicht zuletzt die Gitarrenarbeit, wie auch bei manch anderem Song, erinnert wieder stark an das erste Album von Heir Apparent.  

Vielleicht lag es daran, daß Apollo Ra anno 1989 die Musik fortführten, die andere US Legenden zugunsten kommerziellerer Aspekte bereits wieder abgelegt hatten, und somit eventuell um drei bis vier Jahre zu spät dran waren, daß „Ra Pariah“ gar nicht erst aus der Versenkung auftauchte.  

Fans der ersten Alben von Leatherwolf, Crimson Glory und Heir Apparent können somit mal gar nix verkehrt machen mit diesem großartigen US Metal Werk. Als Bonus gibt es noch 2 Demo-Songs zu hören, wobei vor allem „Winds of Time“ mit über 8 Minuten bereits erhebliche Qualitäten aufweist, vom Sound natürlich abgesehen.

Der Sound der Wiederveröffentlichung von „Ra Pariah“ geht in Ordnung, könnte an manchen Stellen aber mehr Punch vertragen. Generell ist es aber ok, daß No Remorse am Original so gut wie festgehalten haben.  

Eine ganz starke 80er US Metal Nummer, die es zu entdecken (oder wiederentdecken) gilt. Ein Muß !! 


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