ARCHITECTS OF CHAOZ - The League of Shadows

Was für eine wohltuende Überraschung. Eine, die zumindest ich so nicht erwartet hätte. Die Rede ist von Architects of Chaoz, der neuen Band von ex-Iron Maiden Sänger Paul DiAnno.

Eine Überraschung dahingehend, daß man von DiAnno ein solche Leistung nicht mehr unbedingt erwarten konnte. Schwerfällig wirkt er, auf den Bühnen interpretiert er mehr im Sitzen als im Stehen. Seine Vergangenheit war von vielen Ungereimtheiten (Alkohol, negative Schlagzeilen etc.) geprägt. Man hatte den Eindruck, der Herr sei schöpferisch am Ende angekommen und zehre nur noch von der eisernen Jungfrauen Vergangenheit.

Und dann haut der legendäre Sänger mit „The League of Shadows“ so ein Brett raus. Klar, das liegt zum einen an der fantastischen Hintermannschaft, die DiAnno um sich geschart hat. Hier wären die Gitarristen Joey Siedl und Andreas Ballnus zu nennen, sowie Bassist Christoph Lücker und Drummer Dominik Fox. Alles Könner ihres Fachs. Sie legen ein fulminantes Metal-Fundament, daß sich ordentlich gewaschen hat. Ich will ja nicht zu sehr in Euphorie schwelgen, aber Leute so muß traditioneller Heavy Metal heutzutage klingen.  

Klar, DiAnno's Wurzeln liegen immer im NWOBHM-Bereich und auch „The League of Shadows“ kann diese Wurzeln nicht leugnen. Aber wie man Hammer-Songs wie „Rejected“, „Horsemen“ oder „Dead Eyes“ raushaut ist aller Ehren wert. Die Stimme von DiAnno kann auch auf die alten (sorry!) Tage immer noch überzeugen und wirkt wie eine Mischung aus Mark Tornillo (Accept) und einem besseren Chris Boltendahl (Grave Digger). Dies immer, wenn er die rauhen Töne auspackt. Aber der Vocalist kann auch nach wie vor sanft und clean singen, wie beispielsweise beim gänsehauterzeugenden Abschlußsong „Soldier of Fortune“. Irgendwie wird man hier an den Iron Maiden Klassiker „Strange World“ erinnert.  Sehr einfühlsamer und bewegender Song.  

Daß Architects of Chaoz nicht einfach nur drauflos hämmern, sondern sich richtig was einfallen lassen beweist am besten „Apache Falls“ mit den zu Beginn auftauchenden Indianergesängen und dem großartigen Refrain. DiAnno und seine Mitstreiter haben in punkto Songwriting einiges zu bieten und schlagen viele, viele neue Kapellen, die sich gerne mittlerweile als Platzhirsche an der Metal-Tafel sehen, um Längen.  

„The League of Shadows“ ist ein Album, das richtig Spaß macht und keinen echten Metal-Fan enttäuschen kann. Dafür sind die Musiker zu begnadet, der Sänger zu legendär und immer noch prägend, sowie die Songs zu toll.

Architects of Chaoz verbreiten keinerlei musikalisches Chaos, sondern sind ein der positivsten Überraschungen 2015 !!  Danke, Paul !!


Bewertung:

Kommentare: