ARROGANZ - Tod & Teufel


Es hat nichts mit Arroganz zu tun (oder doch ?), zu behaupten, daß der beste Death Metal mittlerweile aus Deutschland kommt.

In diesem Falle von Arroganz (der Band !!) aus Brandenburg. Mit „Tod & Teufel“ legt man das bereits dritte Album vor. Bei Musikernamen wie K, P, T & M könnte man vermuten, daß sich auch die Musik auf einfache Strukturen limitiert. Dem ist aber glücklicherweise nicht so.

Schon der nach kurzem Intro ins Gebälk krachende Opener „One Death“ glänzt mit einer gehörigen Schwere und bietet fast schon Doom Metal der derberen Sorte. Vocalist K gröhlt teuflisch in bester Death-Manier dazu seine Anekdoten in den Raum. Auch wenn der Song hinten heraus etwas an Fahrt und Chaos zunimmt, scheint hier eindeutig die Langsamkeit und Düsterkeit durch. Unglaublich heavy mit tierischer Durchschlagskraft.  

Daß man sich nicht auf langsamere Töne reduziert, zeigt aber bereits das folgende „Arise from Failure, Perished as King“. Hier wird zu Beginn und auch zwischendurch ordentlich auf's Pedal getreten. Trotzdem operiert man auch hier mit mehreren Breakdowns und K's diabolisches Gekreische erzeugt immer wieder eine höllische, vernichtende Stimmung. Stumpfes Abgeholze ist ein Fremdwort und produktionstechnisch wummert die Scheibe mit gehörig Schmackes aus den Boxen. Ein Fest für Death-Fans mit Rumms.  

Das wirkt alles trotz Härte und Brutalität sehr abwechslungsreich und somit kann ein Song auch durchaus mal die 6-Minuten-Marke knacken. Aber auch die kürzeren Tracks legen nicht nur stumpf nach vorne los, sondern bieten griffiges Material. Bestens nachzuhören beispielsweise beim Titelsong „Tod & Teufel“. Mit wahnwitzigem Geschrei und Gitarren-/Drums-Raserei gespickt, verliert man nie den riffigen Nährboden aus den Augen.  

Die größten Pluspunkte können Arroganz aber eindeutig immer dann sammeln, wenn das Tempo gedrosselt wird, da man hier eine unglaubliche Wucht erzeugt, die alles niederwalzt. Man höre nur „Demons Heart“ und ihr wisst, was ich meine.  

Gelegentlich spielt man zudem mit anderen Stilmitteln. Die eingehende Nähe zum Doom im Eröffnungssong habe ich ja bereits genannt. Auch Einschübe aus dem Blackmetal-Bereich sind ab und an vorhanden. Geht es teuflischer, schwärzer als bei „Intoxicate“?  

Auf dem Album findet sich für meine Begriffe kein einziger Ausfall. Titel wie „All Light is a Lie“ oder „Black Aura“ sprechen dunkle Bände und das völlig verrückte „Alles“, welches K dem Wahnsinn nahe interpretiert, beschließt den Reigen beinahe Venom-like. Böser geht’s eigentlich nicht.

„Tod & Teufel“ ist der ideale Name für dieses Album. Teuflisch durch und durch bietet der Dreher eine klasse Mischung aus Death Metal (hauptamtlich !) und Black-/Doom-Anleihen (partiell !). Vielleicht übertreibt man es mit dem „kruden“ Geschrei ab und an, aber ich habe in letzter Zeit selten ein höllischeres, böseres Album gehört, welches musikalisch dermaßen überzeugen kann und trotzdem alles an die Wand bläst.

Arroganz können es eigentlich gar nicht vermeiden, mit „Tod & Teufel“ in die erste Liga der Death-Bands in Deutschland aufzusteigen. Und wie eingangs erwähnt: Kommen da nicht mittlerweile sogar die besten der Welt  her ? 


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