ASGARD - Dom Iz Pepla


Russland als Metalhochburg bezeichnen zu wollen, wäre sicher zu hoch gegriffen. Aber mit Aria, Kipelov und vor allem Arkona hat man einige heiße Eisen im Feuer. Dazu kommen einige Undergroundbands wie Aella, After the Darkness oder eben Asgård, die 2012 mit „Dom iz pepla“ bereits ihr drittes Album rausgebracht haben. Nachdem man  den Vorgänger „On the verge“ in Schweden einspielte, ging es wieder zurück nach Russland und zu den Wurzeln, sprich komplett russische Lyrics.

Sphärische Keyboardflächen, Akusitikgitarre, eine ruhig gesungene Strophe, so gestaltet sich das Intro zu „Faraon“. Nach gut einer halben Minute setzen die E-Gitarre, Bass und Schlagzeug lautstark und kraftvoll ein. Auch der Gesang von Alexandr Savchenko wird kräftiger und erinnert phasenweise an Bruce Dickinson. Im starken Soloteil wechseln sich Keyboard und Gitarre ab und treiben sich gegenseitig in ungeahnte Höhen.

„Etud luny“ ist eine kraftvolle Halbballade mit teilweise geflüsterten Vocals und melodischem Refrain, der zum Mitsingen einlädt (zumindest wenn man die Sprache könnte^^).

Mit großartigem Chorgesang, der immer schneller wird und von einem tollen Riff von Evgeniy untermalt wird, beginnt „Xos“. Teilweise fast schon Rap-artiger Gesang, unterstützt von Irinas guter Sopranstimme, sowie klasse Gitarren- sowie Keyboardsoli sind weitere Markenzeichen des Songs.

Mit „Prityajenie nebes“ gibt es die zweite Ballade und ein erstklassiges Duett von Irina und Alexandr Savchenko. Garniert wird der Song von Pianoklängen, einer wunderschönen Melodie und einem noch besseren, gefühlvollem Gitarrensolo. Zum dahinschmelzen.

Es geht mit leichtem Technofeeling (zumindest in den ersten Sekunden des Songs) weiter, bevor „Padenie v bezdnu“ zu einem harten Metalsong mutiert. Zum Ende hin packt Alexandr Pigarev wieder seine leicht an Techno erinnernden Keyboardeinlagen aus.

Im Rausch des „Kokain“ wird in der Strophe wieder etwas gerappt. Der Refrain ist aber wieder melodisch, metallisch gehalten. Evgeniy haut erneut erstklassige Soli raus, die einem Michael Romeo alle Ehren machen.

Es folgt mit „Elizabet“ Ballade Nummer drei und zugleich Duett Nummer zwei, erneut mit ruhigen Pianoklängen und gefühlvollem Gitarrenspiel.

Ein Didgeridoo, gespielt vom „Shaman“, leitet den nächsten Song ein. Auch dieser bietet wieder eine Mischung aus Rap und melodischem „Metalgesang“. Musikalisch bleibt von zum Glück die ganze Zeit im Metal und führt keine Hip-Hop-Mucke ein.

Abwechslungsreich geht es mit der nächsten Ballade, dem Titelsong, weiter. Langeweile ausgeschlossen. Und auch hier beweisen die Russen, dass sie sehr gute, emotionale Balladen schreiben können. Viel besser kriegen es auch die etablierten Bands nicht hin.

Wie bei einer Achterbahnfahrt geht es zwischen Ballade und hartem Rocker hin und her. „Tetrad‘ smerti“ zieht Tempo und Härtegrad wieder an und überzeugt mit symphonischen Keyboardpassagen und erstklassigem Gitarrenspiel. Bass und Schlagzeug bilden, wie bei allen anderen Songs auch, erneut ein grundsolides Fundament ohne den ein Metalsong einfach nicht auskommen kann. Der Refrain wird erneut von einem Chor unterstützt.

Bei „Tyajelye kryl’ya“ hat der Gesang etwas Geheimnisvolles und erzeugt so eine spannende Atmosphäre, zu der auch die wabernden Keyboardflächen beitragen. Unterstützt von einem simplen, aber effektiven Riff und einem Mitsingrefrain wird eine echte Metalhymne geschaffen.

Der Rausschmeißer „Gipnoz“ hypnotisiert einen zwar nicht, bildet aber einen lautstarken Schlusspunkt des mit fast einer Stunde Spielzeit zwar langen, aber nicht langatmigen Albums. Erneut werden alle Register der Bandbreite der Band gezogen: starker Gesang, sphärische Keyboardteppiche und erstklassige Riffs.

Mit „Dom iz pepla“ ist Asgård ein sehr guter Nachfolger zu „On the verge“ gelungen, der so manche alteingesessene Band ganz schön alt aussehen lässt.


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