ASHTAR - Ilmasaari

Aus der  Schweiz kommt dieses Duo (!) namens Ashtar. Ursprünglich aus den Doom Bands Phased und shEver stammend (falls die jemand kennen sollte) hat man sich 2012 als Ashtar zusammengefunden um gemeinsam einen Hybriden aus Black Metal, Sludge und Doom zu formen.

Mit „Ilmasaari“ hat man jetzt ein erstes Werk draußen, wobei sämtliche Instrumente und der Gesang von Marko Lehtinen und Witch N eingespielt wurden. Somit erhält die Band irgendwie Projektcharakter, obwohl es auch einen Live-Gitarristen zu geben scheint und dies auch Liveauftritte bedeuten würde.

Der erste Song fällt zu allererst durch seinen langen Songtitel auf. „Des Siecles Qui Eternellement Separent Le Corps Mortel De Mon Ame“.....fein !! Auf die Ansagen live dieses Titels wäre ich ja mal gespannt.  

Musikalisch geht’s nicht gar so opulent zu. Sehr tief gestimmte Sludge Gitarren, welche immer sehr unsauber gespielt wirken, dazu typischer Black-Metal Keifgesang, in der Art wie man es von Bathory-Frühwerken kennt. Der Sound des Albums ist eigentlich abartig schlecht, aber zu dieser Art von Musik passt es dennoch ganz gut. Denn irgendwie erschafft man durch die zu leisen Vocals, das nur sporadisch ins Ohr gehende Drumspiel und den fast gänzlich fehlenden Bass eine unheilvolle, gespenstische Atmosphäre, die mit manchen Frauen-Vocals (ich nehme an, Witch N.) umgarnt wird.

Das alles hat im ersten Eindruck B-Movie Charakter, wenn man sich an fehlendem Sound aber nicht stört, können die Songs dem Genre Fan durchaus zusagen.

Ja...der Gesang ist garstig, mal aber auch mit ganz kurzen Clean-Passagen versehen („She Was A Witch“). Die Gitarren wummern zu jeder Zeit und Auflockerung erfolgt meist nur durch gelegentliche Soundspielereien. Am meisten beim 12-Minüter „Celestial“, der auch manche melodische Ader aufweist. Muß er aber auch, damit die geneigte Hörerschaft nicht vor Langeweile einschläft. Denn natürlich sind es Spannungsmomente die bei solch einem Mix aus tiefstem Doom/Sludge-Brei und angeschwärztem Gesang auftauchen MÜSSEN, um den Hörer bei Laune zu halten.

Und wenn's dann so dermaßen zäh wird, wie bei „Moons“ muß man schon seine dunkelste Seite nach außen kehren um dies zu verkraften. Die Songs entsagen jeglicher Helligkeit und gehen auch mal schneller von der Hand („These Nights Will Shine On“), um mit geblasteten Drums die Blackmetal Relevanz zu zelebrieren.  

Der Abschlußsong „Collide“ überrascht dagegen mit Didgeridoo-Klängen und Violine und der dadurch zumindest am Anfang erzeugten Folk-Atmosphäre. Der Song geht aber alsbald wieder in gewohntes Geschrammel über.  

Ich könnte mir vorstellen, daß Liebhaber düsterster und verstörender Klänge dieses Album von Ashatar abfeiern werden. Ein Album, daß nur so vor Dunkelheit strotzt und fast gänzlich Melodien entsagt. Der Sludge/Doom Anteil ist sehr hoch und die Songs daher recht langsam und zähfließend.  

Leider ist der Gesamtsound sehr matschig, Drums und Bass überhaupt nicht präsent. Dadurch wirken die 6 Stücke irgendwie zwar atmosphärisch, aber zu unausgereift. Als erstes Statement von Ashtar durchaus für Genre-Fans zu empfehlen. Es fehlt aber noch am Aha-Effekt....definitiv.

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