ASTRA - Broken Balance


Astra stammen nicht, wie man aufgrund des Namens vermuten könnte, aus Deutschland und spielen auch keinen bierseligen Humpa-Metal, sondern es handelt sich hierbei um eine italienische Progmetal-Band. Nach fünf Jahren Pause melden sich die Römer mit ihrem nunmehr dritten Album „Broken balance“ zurück.

Ein sogenanntes Penrose-Dreieck oder Tribar, ein unmögliches Dreieck, bei dem alle Seiten im rechten Winkel angeordnet sind, ziert den in hellgrau/weiß gehaltenen Hintergrund des Covers. Außerdem ragt aus jeder Seite eine blutige Hand, ebenfalls im rechten Winkel. Insgesamt ist es allerdings recht einfallslos und wenig überzeugend.

Ganz anders die Musik: „Losing my ego“ ist ein schneller, fast schon im Speed-Bereich angesiedelter Song mit genialen Gitarren- und Keyboardsoli. Gesanglich werden auch alle Register gezogen. Klasse Opener.

Kaum langsamer kommt auch „Hole in the silence“ aus den Boxen. Der Gesang ist vor allem im Refrain sehr melodisch, wobei auch einige Growls eingestreut werden.

Auch bei „Sunrise to sunset“ und „Too late“ wird der Fuß nicht vom Gaspedal genommen, was für ein Prog-Album ziemlich ungewöhnlich ist, da solche Musik normalerweise durch Tempowechsel und komplexe Songstrukturen gekennzeichnet ist. Ok, es gibt auch hier einige Tempowechsel, Progtypische Soli und gemäßigte Passagen, doch der Grundtenor liegt hier eher bei klassischem Heavy Metal.

Beim Titelsong wird das Tempo erstmals etwas runtergeschraubt, so dass der Song im Midtempo-Bereich angesiedelt ist. Im Mittelteil werden das Tempo und der Härtegrad wieder etwas angezogen und man bewegt sich im Symphony-X-Bereich.

„Faithless“ geht wieder in die Richtung der ersten vier Songs, erneut mit Growls angereichert und einem wahnsinns Gitarrensolo, das sogar Dragonforce Konkurrenz machen könnte.

Balladesk wird es mit „Mirror of your soul“. Pianoakkorde, gefühlvolles Gitarrenspiel und eine großartige Gesangsleistung lassen diesen Song zu einem Highlight des Albums werden.

Heavy Gitarrenriffs leiten „Risk and dare“ ein, was mich ein wenig an „Train of thoughts“ erinnert. Doch mit Einsatz des Gesangs wird die Heavyness wieder zurückgenommen, im Refrain wird mehrstimmiger Gesang aufgefahren und die Solos sind gewohnt gut.

„Break me down“ beginnt wieder mit Hochgeschwindigkeit, die Strophen werden aber eher im balladesken bis Midtempobereich dargeboten. Eine rollende Basslinie verleiht dem Song im Refrain und Soloteil einen eher düsteren Touch.

Abgehackte Riffs und Gesang sowie atonales Arrangement bestimmen „Understand“. Ein ungewöhnlicher Song, der vor allem dadurch heraussticht, dass er stilistisch nicht unbedingt zum Rest des Albums passt und teilweise etwas chaotisch klingt.

„Ending season“ und „You make me better“ bilden einen guten Ausklang von „Broken balance“. Beide warten mit guten Riffs, melodischen, eingängigen Refrains und klasse Solos auf.

Insgesamt ist „Broken balance“ ein ungewöhnlicher, weil völlig anders klingender, aber guter Nachfolger zu „From within“. Allerdings zündet die Scheibe erst nach mehreren Durchläufen, dann aber richtig.


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