ASYLUM PYRE - Spirited Away

Nach “Natural Instinct” (2009) und “Fifty Years Later” (2012) liegt nun mit “Spirited Away” das dritte Studioalbum der Melodic Metal Band Asylum Pyre aus Frankreich vor.  

“Second Shadow” startet mit Piano-Klängen, ein kleiner Junge ruft nach seiner Mami. Dann setzen knallende Gitarrenriffs ein und wenig später der charismatische Gesang von Sängerin Heidi. Später ist dann erstes starkes Gitarrensolo zu hören. Ein rockiger Einstieg in den Silberling mit einem eingängigen Refrain. Bei “The Silence Of Dreams” braten die Gitarren, unterlegt von Keyboard-Teppichen, Heidi setzt mit bitterbösen Growls ein, bevor sie dann mit wunderschönen Clear Vocals fortfährt. Der Double Bass treibt voran. Am Anfang “Only Your Soul” sind Keyboard-Klänge zu hören. Anschließend wird die Instrumentierung etwas zurückgenommen bevor beim Refrain die Keyboards und Gitarren voll zuschlagen. Dieser Song wurde vorab als Video-Clip veröffentlicht (https://youtu.be/5cYXcYEL1yY). “Unplug My Brain” hat eine leichte Industrial-Schlagseite, mit einem eingängigen Refrain.

“In Hayao's Arms” ist ein kurzes e-Piano-Zwischenspiel, dass zum Titelsong “Spirited Away” überleitet, der sich nahtlos mit Keyboard-Klängen und Gitarrenriffs anschließt. Der Gesang ist zunächst etwas ruhiger, steigert sich jedoch zum Refrain ein wenig. Ein etwas kommerzieller angelegter Song, der auch wegen der Spieldauer von 3:49 durchaus Airplay-Potential hat. “The White Room” startet ruhig, mit akustischen klingenden Gitarren und Streichern. Heidi haucht ins Mikrophon. Später setzen dann Industrial-Effekte, bevor Gitarren und Schlagzeug etwas druckvoller dazukommen, ein wunderschöner Song, der sich zu einer Powerballade entwickelt, Feuerzeug-Alarm. Mit ruhigen Gitarren klingt der Song dann aus. “Soulburst” startet zunächst ebenfalls sehr ruhig mit den Clear Vocals  von Johann Cadot, bevor er mit Death Metal Growls einsteigt und auch die Instrumentierung ein wenig

nach Death Metal klingt. Dann kommt Heidis Klargesang dazu und beide singen im Duett. Und später growlen beide im Duett, dazu gibt es Wahnsinns-Gitarrenpassagen und diverse Melodie- und Rhythmus-Wechsel. Mit fast acht Minuten das längste Stück des Albums. Mit einem e-Piano Fade out endet der Song.

“At My Door” startet wieder mit leichtem Industrial-Einschlag, bevor rhythmisches Gitarrenspiel dominiert. Der Refrain ist dann wieder sehr eingängig. Gitarrenvibratos am Anfang von “Shivers”, dazu ist zunächst technisch verfremdeter Gesang zu hören, bevor der Double-Bass zuschlägt. Im Mittelteil gibt es dann ein filigran gespieltes Gitarren-Solo. Auch hier singen (und growlen) Heidi und Johann im Duett.“Instants In Time” beginnt ebenfalls mit Industrial-Klängen und der zunächst zerbrechlich klingenden Stimme von Heidi, bevor auch hier die Rhythmus-Abteilung zuschlägt. Ein sehr rhythmischer, abwechslungsreicher Song. Gegen Ende sorgen Streicher für einen epischen Touch. “Remembering” ist eine 22 sekündige Generalpause, Zeit sich an geliebte verstorbene Menschen zu erinnern, bevor dann der Schlusssong “Fly” mit e-Piano-Klängen und Streichern startet. Johann beginnt mit ruhigem Gesang. Eine wunderschöne Piano-Ballade, die später ein klein wenig Fahrt aufnimmt. Besinnliche Klänge zum Abschluss des Albums.

“Spirited Away” ist ein abwechslungsreiches Melodic Metal Album. Dezent werden Elemente von Death und Industrial Metal eingebaut. Klasse-Gitarren-Arbeit, ausgeprägte aber nie aufdringlich wirkende Keyboard-Tepiche, solide Grundhärte und zwei Gesangsstimmen, die sowohl einzeln als auch im Duett sehr gut funktionieren, dazu eine amtlich fette Produktion. Auch nach vielen Durchläufen mach das Anhören noch Spaß. Anfang 2016 geht die Band im Tross von Luca Turilly’s Rhapsody auf Tour und macht auch einen Abstecher nach Hamburg. Auf die Live-Show bin ich schon richtig gespannt.


Bewertung:

Kommentare: