AURON - Auron

Acht Jahre nach ihrer Gründung 2007 und nach etlichen Besetzungswechseln (Gitarrist Roman Lepaev ist das einzig verbliebene Gründungsmitglied) schaffte es die russische Band Auron nun endlich ihr selbstbetiteltes Debutalbum zu veröffentlichen, auf einem ukrainischen Label. Und eben jenes Label nennt als Referenzen Dream Theatre, Saxon, Yngwie Malmsteen und Scorpions. Wobei ich mich mit solchen Referenzen immer schwer tue, da am Ende meist etwas ganz anderes gespielt wird.

Und das trifft auch hier größtenteils zu. Ok, mit viel Wohlwollen erinnern die Breaks und Tempowechsel an Dream Theatre, aber sonst? Betrachten wir die Scheibe lieber ohne vorgefertigte Erwartungen: Schon entdecken wir etwas härter gespielten Prog-Rock, handwerklich gut gemacht, gesangstechnisch nicht überragend aber besser als bei manch anderer Band, durchschnittlich halt. Teils etwas melancholisch („Stranger“, „Word and Deed“), teils etwas schneller gespielt („Obsessions“, „Prelude in H-moll“, „Heroes of the Last Generation“) und (fast) immer mit tollen Gitarrensoli. Also nix zum abhotten sondern eher Kopfmusik. Das Spannende an dem Album: Für Ottonormalhörer ist es recht kurzweilig und dennoch anspruchsvoll für Intensivzuhörer, die viele Details und versteckte Arrangements raushören können.

Im Endeffekt haben Auron ein solides Debut hingelegt, das (naturgemäß) noch Potential nach oben hat. Beispielsweise fehlen noch Titel mit Hitpotenzial, einziger Titel, der in diese Kerbe schlägt ist der „Heroes…“, ansonsten gibt es keinen Ausreißer nach oben, aber zum Glück auch nicht nach unten, so dass 6 Punkte durchaus gerechtfertigt sind.


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