BATTLE BEAST - Unholy Savior

   

Erstmalig konnte ich Battle Beast 2012 live erleben, als Support für Nightwish in Hamburg. Damals noch mit Nitte Valo am Mikro, die kurz darauf die Band verließ und von Noora Louhimo ersetzt wurde. Als ich dann das Video “Black Ninja” zum selbstbetitelten 2013er Album sah, habe ich mich sofort in die kraftvolle Stimme der Sängerin “verliebt”. Es ist einfach nur Hammer , was Noora aus ihren Stimmbändern herausholt.

Die Ankündigung des 3. Albums für Januar 2015 weckte in mir eine riesige Vorfreude. Als dann vorab das Video zu “Touch In The Night” veröffentlicht wurde, musste ich mir erst mal die Augen reiben oder besser wohl die Ohren. Das klang, wie Modern Talking trifft Lady Gaga… Inzwischen habe ich das neue Album “Unholy Savior” mehrfach gehört, und es ist wesentlich stärker als dieses Video vermuten ließ. Vor allem ist es eines – sehr abwechslungsreich. Mit der Experimentierfreude ungewöhnliche Sounds einzubeziehen, erinnern mich Battle Beast ein klein wenig an deren Landsleute Amaranthe.

Das Album startet fulminant mit “Lionheart”, einer für die Band typische Up Tempo Nummer. Der Doublebass wummert, das Gitarrenspiel ist melodisch und virtuos. Und über Noora’s Powerröhre muss man keine großen Worte mehr verlieren. Den Titelsong des Albums könnte man schon fast in die Schublade “Symphonic Metal” stecken. Keyboard-Einsatz und vereinzelte Chorusse und orchestrale Passagen machen ihn zu einer großen Metal Hymne, die sicherlich auch ein Höhepunkt der Live-Shows sein wird.

Einer der besten Songs, zumindest für mich, ist “Madness”. Ein Nackenbrecher par excellence! Ein würdiger “Black Ninja” Nachfolger. In der wunderschönen Ballade “Sea Of Dreams”, zeigt Noora dann ihre zarte und verletzliche Seite. Untermalt wird das Ganze durch dezente Orchester-Samples.   Bei “Speed And Danger” bekommt dann der geneigte Zuhörer voll einen auf die Zwölf. Eine Verneigung vor Speed Metal Acts wie Dragonforce oder Manticora. Dazu immer wieder die hohen Schreie von Noora Louhimo! Es folgt das bereits erwähnte “Touch In The Night”. Nach so viel Straight Forward Metal durchaus eine Erholung. Die Miniballade “The Black Swordsman” und das poppige Instrumentalstück “Hero’s Quest” sind zwar keine Ausfälle, wären aus meiner Sicht aber durchaus verzichtbar gewesen. Dass Ballade auch viel besser geht, zeigen die Finnen mit “Angel Cry”. Einfach himmlisch, großartige Orchestermelodien, außergewöhnliche Gesangsleistung!

Und auch Pop geht besser, wie der Bonus-Track “Push It To The Limit” eindeutig zeigt.  “Unholy Savior” erreicht zwar nicht ganz die Klasse des Vorgängers, ist aber trotzdem ein außergewöhnlich gutes Album. Die Finnen experimentieren viel mit unterschiedlichen Musikrichtungen und Sounds und das Experiment ist sehr gut gelungen. Die Vorfreude auf die nächste Live-Show ist enorm gestiegen.


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