BEYOND THE BLACK - Lost In Forever

Wohl kaum eine Band polarisiert so extrem, wie die Senkrechtstarter des Jahres 2015 Beyond The Black. Debutalbum, Auf Tour mit Saxon in UK, ausverkaufte Konzerte auf der ersten (zweigeteilten) Headliner Tour, erneuter Auftritt in Wacken, umjubelte Auftritte auf Festivals. Und fast exakt ein Jahr nach dem Debut erscheint nun der Nachfolger “Lost In Forever”, von den Fans schon sehnlichst erwartet. Produziert wurde das Album u.a. von Hannes Braun (Kissin’ Dynamite) in den Studios der Flensburger Elephant Music GmbH sowie von Sascha Paeth (z.B. Avantasia). Kann der Nachfolger von “Songs Of Love And Death” den hohen Erwartungen gerecht werden?

Mit dem Titelsong “Lost In Forever” starten die Süddeutschen druckvoll in das Album. Selbstverständlich steht die Stimme von Jennifer Haben im Mittelpunkt. Mit dem eingängigen Refrain hat der Song Airplay-Qualitäten. Daran ändern auch die dezent gesetzten Growls von Christopher Hummels nichts. Orchesterpassagen sorgen für einen epischen Anstrich. Ruhiger beginnt “Beautiful Lies”. Ruhiges Schlagzeugspiel, cleane Gitarren und der fast zerbrechlich klingende Gesang. Etwas später kommt der Gesang von Rick Altzi (Masterplan) dazu. Beide Gesangsstimmen harmonieren gut miteinander. Dank des etwas schnelleren Mittelteils mit Klasse-Gitarren-Spiel wirkt der Song etwas rockiger. “Written In Blood” animiert zum Mitsingen. Einfach gehaltene musikalische Strukturen kommen aus den Kopfhörern. Akustische Gitarren und ruhiger Gesang prägen “Against The World”, bevor Streicher einsetzen und den Bombastfaktor hochschrauben. Die erste Ballade des Albums. Die Riffs und das Gitarrensolo sorgen mit einer gewissen Härte dafür, dass nicht ins Kitschige abgeglitten wird. “Beyond The Mirror” startet mit Streichern bevor das ganze Orchester einsetzt, dass ein wenig vom Double Bass vorangetrieben wird. Das Tempo ist nicht allzu hoch, der Refrain eingängig und gut mitsingbar.

Mit “Halo Of The Dark” ist eine Halb-Ballade zu hören, Streicher, akustische Gitarre und der ruhige Gesang bestimmen zunächst, bevor Orchester, Gitarren und Schlagzeug druckvoll die Führung übernommen. “Dies Irae” rockt dann richtig los. Das Schlagzeug treibt voran unterlegt von Streichern, später setzt ein großer Chorus ein. In der zweiten Hälfte sind filigran gespielte Gitarrenmelodien zu hören. Dank der Streicher klingt “Forget My Name” zunächst hymnisch, dann wird die

Instrumentierung zurückgenommen. Die Vokalisen im Refrain werden etwas druckvoller unterlegt und dezente Growls sollen für etwas mehr Härte sorgen. “Burning In Flames” startet mit rhythmischen Gitarren und Schlagzeug, Riffs bringen die nötige Härte, ein eingängiger Refrain mit Chorus verleiht dem Song einen leicht hymnischen Charakter. Und die Gitarrenpassagen gegen Ende rocken so richtig.

“Nevermore” startet als Midtempo-Song, der Gesang wird zunächst mit Riffs unterlegt. Nach einem Rhythmuswechsel geben Schlagzeug und Gitarren eine etwas schnellere Gangart vor. Der Refrain ist eingängig und animiert zum Mitsingen. Ethnische Klänge sind zu Beginn von “Shine And Shade” zu hören, bevor treibendes Schlagzeug und der Chorus einsetzen. Später sorgen dann Schlagzeug und Riffs für einen stampfenden Rhythmus. Dazu passen auch die Growls von Christopher. Gegen Ende zieht das Tempo dank eines weiteren Gitarrensolos kräftig an. Die Melodie- und Rhythmus-Wechsel geben dem Song einen leicht proggigen Touch. “Haven In Hell” (nicht zu verwechseln mit “Haven And Hell”) geht dann so richtig ab, bratende Gitarren, bombastische Chorusse, Double Bass Attacken. Für mich der beste Song des Albums. Mit  der zweiten Ballade “Love's A Burden” klingt das Album ruhig aus. Eine akustische Gitarre begleitet Jennifers Gesang, der später dann mit Streichern unterlegt wird.

“Lost In Forever” bewegt sich auf Augenhöhe mit dem Debut. Die Kompositionen sind etwas verspielter und ausgefeilter. Dafür vermisse ich ein wenig die Hitdichte des Vorgängers. Nach mehreren Durchläufen kann man feststellen, dass hier hervorragende Musiker am Werk sind. Die Songs wirken wie aus einem Guss. Aber für meine Begriffe sind Beyond The Black etwas zu sehr auf Nummer sicher gegangen, ich vermisse ein wenig die Experimentierfreude. Das Album wirkt zu glatt, eine wenig mehr Ecken und Kanten würden der Musik gut tun. Wie auch immer, der Zweitling ist ein gutklassiges Werk. Die Fans werden es lieben. Die Hasser werden aber auch neue Munition erhalten. 


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