BITERS - Electric Blood

Der Name „Biters“ ist mir in letzter Zeit an gewissen Schnittstellen mehrmals über den Weg gelaufen. Die Band aus Atlanta hat nämlich gerade ein neues Album namens „Electric Blood“ veröffentlich. Keine Ahnung, ob es sich hier um das erste richtige Album handelt. Auf der Gruesy-Website sind zumindest ein paar weitere Releases aufgeführt.

Vermutlich ist mir der Name aufgrund einiger guter Rezensionen in Erinnerung geblieben. Zeit also, sich das Album mal zu Gemüte zu führen.  

Schaut man sich das Albumcover an, welches die Band auf elektrischen Stühlen zeigt, vermutet man hinter den Biters rotzigen, bisssigen (der Bandname muß ja für was gut sein) Rock. The Hellacopters und Konsorten kommen einem in den Sinn. Aber, dem ist definitiv nicht so.  

Vielmehr spielen Tuk, Matt, Philip und Joey „freundliche“ Rockmusik, die auch bei radio-orientierten Konsumenten funktionieren kann. Songs wie den Opener „Restless Hearts“ oder „Heart Fulla Rock'n Roll“ könnte man sich durchaus auch auf öffentlichen Bühnen bei Stadtfesten oder Ähnlichem vorstellen, bei denen die Masse an Publikum wenig mit Hard Rock oder gar Metal am Hut hat. Der ein oder andere Beifall wäre auch bei dieser Menschengruppe gewiss.

Das heißt im Klartext, die Biters beißen nicht wirklich zu, sondern schippern eher im Fahrwasser von Bands wie Bon Jovi, radiotauglichen 80er Glam Kapellen wie Slaughter oder auch den als großen Einfluss genannten Cheap Trick.  

Der Gesang ist recht hoch, und besitzt diesen typischen jugendlichen Touch. Generell würde man bei den Biters auf eine noch junge Kapelle setzen, da die Bandinfo aber nicht viel her gibt, kann ich nicht sagen, wie lange die Jungs schon mit ihrer Musik unterwegs sind. Die Ungestümheit, die man bei vielen jungen Bands (alte Enforcer, Stallion und so weiter) als positiven Faktor anführt, fehlt auf „Electric Blood“. Dafür sind die Songs zu glattgeschliffen und der gewisse Anteil an Rotz und Dreck fehlt.  

Dieser hätte sicherlich der ein oder anderen Nummer wie „The Kids Ain't Alright“ oder „Time to Bleed“ gut getan. Ab und zu ein Querverweis  zu Legenden wie AC DC (aber wirklich nur ein Hauch) und Thunder („Low Lives in High Definition“), dann ist es aber auch schon wieder gut mit der Abwechslung.

Schlecht ist die Musik sicherlich nicht. Die Songs tun keinem weh, lassen aber auch nicht nachhaltig aufhorchen. Wer durch die Bank fröhliche Rockmusik mag, liegt bei „Electric Blood“ sicher nicht verkehrt. Außerordentlich Großartiges bietet sich aber zumindest mir nicht. 


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