BLEED AGAIN - Momentum


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  3 / 10


Tracklist:

  • Decimate
  • Walk Through Fire
  • Legacy
  • Drowning In Dreams
  • Slavery
  • Kurtz
  • Heart Of Darkness
  • White Castle
  • Only We Can Save Us
  • Happy Never After
  • Icarus
  • Through My Eyes


VÖ: 01.05.2017

Label:  Sliptrick Records

Also ganz ehrlich...nach der vollmundigen Ankündigung des Labels und der ansprechenden Aufmachung (Artwork, Branding und Promo-Layout) dachte ich, daß hier das nächste große Ding ansteht. Bleed Again aus UK mit ihrem Debut „Momentum“. Voller Freude also auf das Album gestürzt, folgt nach dem zweiten oder dritten Song die Ernüchterung. Hier gibt es Metalcore, Melo-Death oder wie man es auch nennen will, von der Stange zu hören. Und von der Stange heißt, es gibt nix Außergewöhnliches, der Sound ist klinisch aktuell und die Band hat einen Wiedererkennungswert gleich Null. Ich frage mich allen Ernstes, wie eine Band solche Songs schreiben kann, ohne Bewusstsein, daß man hier gerade die x-ten Plagiate fabriziert.

Dabei ist das natürlich alles nicht so schlecht gespielt, aber man weiß halt nie, sind das jetzt die Originalspuren der Gitarristen, oder wurde das im Studio so zurechtgezimmert. Sänger Jamie Dawson brüllt wie tausend andere auch und ihm fehlt jegliche eigene Identität. Ehrlich....wenn ich solche Musik mit Stil hören will, dann lege ich „Clayman“ von In Flames auf.. Das taugt wenigstens was.  

Song herauszuheben bringt gar nichts. Egal ob der Opener „Decimate“, „Legacy“, „White Castle“ oder wie immer die Songs auch heißen, man sucht eigene Ideen vergebens und alles klingt wie ein Abklatsch von Songs, die man schon vielfach gehört hat. Langweile stellt sich also alsbald ein und man quält sich förmlich durch die 12 Nummern. Ich bin ganz ehrlich, nach der Hälfte des gehörten „Momentum“ war ich gewillt, das Ganze abzuschalten.  

Es will mir allmählich wirklich nicht mehr in den Kopf, wieviel solcher Bands noch den Versuch starten, auf den eigentlich schon abgefahrenen Zug des Metalcore aufzuspringen. Hier fehlt es an Seele, an Songwriting und nicht zuletzt auch an Können, obwohl dieser Punkt im Studio weitestgehend kaschiert wird. Wer immer auch von Bands wie Heaven Shall Burn, Caliban und so weiter nicht genug kriegen kann, darf mal reinhören. Aber man wird auch als solcher Fan sicher nicht erstklassig bedient. Bleed Again ? - ich brauch erst einmal ein paar Pflaster für meine Wunden.  

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