BLIKSEM - Gruesome Mastepiece

Trash-Metalbands gibt es viele, Thrash-Metalbands mit Frau am Mikro nicht. Neben Holy Moses und der All-Girl-Band Nervosa sind mir nur noch die belgischen Bliksem bekannt, die 2013 mit „Face the Evil“ ihr Langspiel-Debut feierten und nur zwei Jahre später mit „Gruesome Masterpiece“ nachlegten. Ob es sich dabei wirklich um ein Meisterwerk handelt, wird sich erst noch zeigen müssen, immerhin wurde „Master of puppets“ auch nicht sofort zum Meisterwerk erklärt.

Bliksem spielen auf ihrem Zweitwerk keinen reinen Thrash mehr wie auf ihrem Debut, sondern mischen vereinzelt auch Prog-Elemente (!) mit in die Songs.

Die ersten beiden Songs sind zwar noch klassische Thrash-Hymnen wie man sie von Slayer oder Exodus gewohnt ist. Aber schon mit „Room without a View“ werden die Thrash-Riffs durch klassische Metal-Riffs ersetzt, Sängerin Peggy Meeussen reduziert ihre Shouts auf ein Minimum und singt stattdessen mit melodischer Klarstimme, begleitet von zwar recht harten aber melodischen Gitarrenriffs. Zum Ende hin wird aber wieder die Thrash-Keule ausgepackt.

„Mistress of the Damned“ beginnt dann recht ruhig mit Schlagzeug, Akustikgitarre und gedämpftem Gesang. Zwischendurch pendelt der Song zwischen Powerballade und Up-Tempo-Song, quasi eine Thrash-Ballade.

Der folgende Song ist wieder komplett im Up-Tempo-Bereich anzusiedeln, wobei erneut auch klassische Thrash-Riffs und -shouts weitgehend verzichtet wird. Ein starker Song.

Mit „Morphine Dreams“ wird es episch: neuneinhalb Minuten Spielzeit, recht doomlastige Grundstimmung und in der Mitte ein langgezogenes Solo. Bestens geeignet für Freunde der anspruchsvolleren Musik.

Doch auch die Thrash-Puristen müssen nicht darben. Mit „Twist the Knife“ haben Bliksem wieder eine Abrissbirne am Start, die keine Wünsche offen lässt.

Auch „Barbaric Nation“ hat wieder jede Menge bärenstarker Riffs zu bieten, so dass man sich wundert wie Jeroen De Vries und Toon Huet diese förmlich aus den Ärmeln schütteln.

Headbang-Alarm gibt es mit „Fucked Up Avenue“ wieder. Ein Song, bei dem das Gaspedal bis zum Anschlag runtergedrückt wurde.

Der Rausschmeißer „Out of the Darkness“ beginnt balladesk und steigert sich dann in einen leicht an Warlock erinnernden Rocker mit sehr gutem Gesang.

„Gruesome Masterpiece“ ist durchaus ein kleines Meisterwerk, abwechslungsreich und spannend bis zum Schluss. Da ist Bliksem ein Album gelungen, dass sich keineswegs vor anderen Thrash- und allgemein Metalalben verstecken muss.


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