BLIZZEN - Time Machine (EP)

Es fängt an zu BLIZZEN.....und zwar von Weilburg aus. Weilburg, das liegt irgendwo an der Lahn zwischen Limburg und Wetzlar/Gießen, wenn ich mich nicht täusche. Ein Gebiet also, das nicht unbedingt für puren Heavy Metal steht.

Sei's drum...mit Blizzen holt man das jetzt nach. Eine junge Formation, 2014 gegründet, die deutlich im Fahrwasser der anderen jungen Wilden wie Stallion, Enforcer, Air Raid und und und schippert.

Und wie es bei einem Gewitter üblich ist, könnte es sich rasch ausbreiten. Denn die erste Dufmarke, welche die Band setzt, hat es durchaus in sich.

„Time Machine“ ist die erste, 5-Song-starke EP betitelt und fällt erst einmal durch sein schlichtes scharz/grau Artwork auf. Ein Bandlogo, ein Albumtitel, ein Blitz.....mehr nicht. Effekthascherei geht anders, man lässt die Musik sprechen....gut so.

Und da knallt's zu Beginn mit „Strike The Hammer“ gleich gut los. Der Name ist Programm....auf einer Basis von Powerdrums gebettet, feuert man seine Gitarrensalven in die Welt. Sänger Daniel Stecki singt recht hoch, könnte vielleicht noch etwas mehr Power reinbringen. Aber dies erledigt dann der kraftvolle Refrain, mehrstimmig geshoutet. Trotz aller Power bleibt's immer noch melodisch und der Mitsing-Faktor ist durch den Refrain äußerst prägnant. Die ungestüme Gitarrenarbeit von Andi und Marvin tönt herrlich erfrischend und erinnert mich zuweilen etwas an frühe Vicious Rumors. Somit wäre auch ein ganz leichter US Metal Anteil bei Blizzen vorhanden. Coole Nummer !!

Im Prinzip geht’s bei allen Nummern so weiter. „Pile on the Pressure“ legt mehr Hall unter die Vocals, groovt auch etwas mehr als das man Wert auf Speed legt. Nicht zuletzt dieser Song beweist, das Blizzen sehr in der Vergangenheit verwurzelt sind, als die Blützeit von Speed-/US-Metal und der NWOBHM vorherrschte. Wahrscheinlich hat man daher auch „Time Machine“ als EP-Titel gewählt...quasi eine Reise zurück.

Aber die Songs sind beileibe nicht anbiedernd und nur retro, nein, mit der erfrischenden Spielweise der Jungs transportiert man den Spirit vergangener Tage adäquat in das Hier und Jetzt. Und wenn dann ein Song „Peace is for the Weak“ heißt, kann man schon ahnen, wohin der Hase läuft. Mit einem Saxon-Gedächtnis Riff am Anfang gesegnet (ich muß bei diesem Song unweigerlich an „Princess of the Night“ denken !!) bauen Blizzen wieder mehr Schnelligkeit auf und flitzen mit griffigen Gitarrenabfahrten durch die Metal-Landschaft.  

Ebenso flott ist der Titelsong „Time Machine“ unterwegs, der mich von den Gitarren her etwas an „Street Lethal“ von Racer X erinnert. Der Refrain wirkt allerdings etwas zu aufgesetzt und der Gesang klingt teilweise etwas nasal.  Egal, gutklassig ist der Song allemal und der Break Part zwischendurch mit tickenden Uhren und harten Gitarren bietet nette Abwechslung.

Zu guter letzt feuert man mit dem Smasher „Gone Wild“ nochmal aus allen Rohren. Speed Metal feinster Art. Daniel Stecki beweist sich in höheren Lagen durchaus als Sirene, mit Screams, die alten US-Metal Gesangsveteranen zu allen Ehren gereichen.  

Es ist erstaunlich mit welcher Souveränität, aber auch mit welcher ungestümen Frische Blizzen hier auftrumpfen. Diese erste EP weckt große Hoffnungen für die Zukunft und man darf sich wirklich auf ein erstes Full Length Album der Jungs freuen. Dieses wird sicherlich in absehbarer Zeit erscheinen, da bin ich mir ganz sicher.

Blizzen sind keinen Deut schlechter als die eingangs erwähnten, ähnlich gearteten Bands und können mit vielen Querverweisen zu Legenden wie Saxon, Helloween oder vielen US Metal Bands voll und ganz überzeugen.

Leute.....es hat stark angefangen zu Blizzen. Nehmt euch in Acht !! 


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