CARDINALS FOLLY - Our Cult Continues !

 

Seit 2004 ist die folgende Band auf Finnland bereits unterwegs. Cardinals Folly, ehemals unter dem Banner The Coven am musizieren, haben sich den ausgetrampelten Pfaden des Doom Metal verschrieben, ohne nach eigenen Angaben irgendwelchen Trends zu folgen. Der Dreier bringt die Tage seinen dritten Dreher mit Namen „Our Cult Continues !“ bei Shadow Kingdom Records heraus. Auffällig bereits das Albumcover, in welchem man mystische Gestalten (inklusive dem Gehörnten) in ein ansprechendes Fantasy-Ambiente verpackt. Sieht spannend aus.....aber wie klingt's ?  

Ein verstörendes Kinder-/Frauenstimmen-Intro führt in den „Chant of Shadows“. Dieser besteht im Prinzip nur aus schrumpelig gespielten Bass- u. Gitarrenlinien und Chören der Kardinäle, wie sie prima zu einer schwarzen Messe passen würden. Aus den tiefsten Tiefen der Dunkelheit hervorgekramt....na ja, das kann ja was werden.

Der erste „richtige“ Song folgt somit mit „Morbid Glory“. Die Band, das wird gleich deutlich, versprüht älteste 70er Jahre Vibes. Leider besitzt Bassist/Sänger Mikko Kääriäinen ein ziemlich flaches Organ. Passt zwar gut zum recht unsauber gespielten Doom, aber ein Könner ist hier definitiv nicht am Werk. Zwar versucht man (natürlich !) die alten Sabbath, Pentagram, Saint Vitus oder bei Finnen nicht verwunderlich, Reverend Bizarre zu zitieren. Aber das Alles auf recht niedrig, einfältigem Niveau.

Besser wird’s glücklicherweise mit „The Black Baroness“. Der Typ kann zwar immer noch nicht singen, aber mit hübschen Düster-Riffs und melancholisch-okkulter Schwere liegt man zumindest musikalisch im Old-School-Doom-Soll.

Diesen Niveau hält man auch im Rest der insgesamt 8 Songs, wovon allerdings keiner, wie gesagt, richtig überzeugen kann. Der 9-Minüter „Sighisoaran“ kann etwas mit latenten Bathory-Einflüssen punkten, über die Vocals muss ich aber doch oftmals schmunzeln, da hier wirklich selten ein Ton getroffen wird. Immrhin darf man sich hier an plötzlich eingestreuten Glockenschlägen freuen.  

Auch „The Lover's Crypt“ geht als Song an sich ganz gut ins Ohr, da mit guten Riffs versehen und mit teilweise schrägen Gitarren etwas Abwechslung in den Song gebracht wird.  

Zum Abschluß gibt es mit „Fallout Ritualist“ noch so etwas wie den Cardinals Folly Epos. Mit über 10 Minuten dann auch der längste Track des Albums, beginnt man ruhig, beschaulich und variiert danach oftmals im Tempo. Schnellere Parts erinnern hier durchaus an Sabbath der Frühphase, ohne natürlich deren Genialität zu erreichen.

Ok....auch wenn sich die Band nach dem ersten, mißlungenen Song einigermaßen fängt, kann mit das Album kaum überzeugen. Musikalisch ist man durchaus bemüht den Spirit der alten Doom-Helden aufleben zu lassen. Phasenweise gelingt dies sogar. Aber der Gesang macht meiner Meinung nach hier vieles kaputt.

Wem der Gesang allerdings egal ist, und es nicht düster verzerrt genug sein kann, der darf Cardinals Folly gerne antesten. In meinen Augen hat die Doom-Retro Welle mittlerweile zig andere, bessere Bands hervorgebracht, auch wenn sich (logischerweise) im Sound oftmals Vieles ähnelt.

 

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