CEA SERIN - The Vibrant Sound of Bliss and Decay


„The Vibrant Sound of Bliss and Decay“, das zweite Album der US-Progger Cea Serin, verspricht dem Titel nach den Klang von Glückseligkeit und Zerfall/Untergang. Und der Name ist hier tatsächlich Programm, denn hier treffen zerstörerische Riffwände auf malerische Melodien und böse Growls auf lieblichen Klargesang.

Schon mit dem Opener „Holy mother“ hauen die Amis ein richtiges Riffmonster raus, das mit einem für Prog-Metal nicht unüblichen ausgedehnten Instrumentalteil mit Gitarrensoli und etwas gemäßigteren Passagen garniert wird. Bockstarker Einstieg!

Ein sphärischer Keyboardteppich und ein Erzähler/Nachrichtensprecher leitet „The illumination mask“ kongenial ein, bevor Gitarre und Schlagzeug die so erzeugte Ruhe durchbricht und der Song wie sein Vorgänger richtig losrockt. Sänger Jay Lamm bietet auch hier eine gute Mischung aus Growls und Klargesang.

Die Ballade „Ice“ jagt einem sprichwörtlich kalte Schauer über den Rücken. Und wer nah am Wasser gebaut ist, kann hier die eine oder andere Träne loswerden, da der Song eine tieftraurige Grundstimmung hat. Jays melancholische Stimme tut dabei sein übriges.

Mit dem vorletzten Song „The victim cult“ wird das Tempo wieder angezogen. Zwischendurch werden orientalische Zitherklänge eingestreut, die dem Song einen besonderen Flair verleihen.

Einen Zwanzigminüter als Rausschmeißer können sich wohl nur Prog-Bands erlauben. So auch Cea Serin, die in „What falls away“ alle musikalischen Aspekte des Albums nochmal aufleben lassen und in einem Song zusammenfassen. Ein ruhiges Piano-Intro, unterlegt mit Streichern, balladeske erste Strophe und ab Minute 5 der harte, aber melodische Rocker lassen jedes Prog-Herz höher schlagen.  Ein guter Schlusspunkt, der keine Wünsche offen lässt.

Wer also auf guten Prog mit Growl- und Klargesang steht, kann hier bedenkenlos zugreifen. „The vibrant sound of bliss and decay“ ist aber auch für solche geeignet, die Growls nicht so mögen, da sie noch erträglich und nicht zu aggressiv gehalten sind.


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