CHILD - Blueside


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  5 / 10


Tracklist:

  • Nailed To The Ceiling
  • It's Cruel To Be Kind
  • Blue Side Of The Collar
  • Dirty Woman
  • The Man


VÖ:  02.12.2016

Label:  Kozmik Artifactz

Es gibt so ein paar Alben, deren Inhalt man nicht unbedingt am Coverartwork vermutet. Hätte ich nicht gewusst, daß es sich bei „Blueside“, dem neuen Album der Australier Child um Bluesrock handelt, wäre ich geneigt gewesen es rein optisch eher in die Progrock oder Pagan-Metal Ecke zu stellen. Child sind ein Trio aus Melbourne, das 2012 zusammenfand und sich anscheinend ausufernder Jamsessions erfreut. „Blueside“ scheint nach dem selbstbetitelten Debut Album Nummer zwei zu sein und beinhaltet fünf Songs die in den müffelndsten Tiefen des Bluesrock herauswabern.Dabei ist man von Hochglanzmusik so weit entfernt wie von hitverdächtigen Songs. Nein, die fünf Nummern klingen mehr knarzig und krächzig als durch Soundwucht zu glänzen.  

Angefangen bei dem ruhig beginnenden „Nailed to the Ceiling“, ein Song der mit Hammond Klängen zwischendurch wir schwerer Swamp Blues mit Doom Spuren klingt. Es tönt nach analoger Aufnahme, ob dem so ist weiß ich allerdings nicht. Zumindest zum Ende hin wird der Song etwas heavier, was dem etwas leidenden, teils zerbrechlichen Gesang von Mathias Northway, gleichzeitig Gitarrist der Truppe, eher entgegenkommt.

Den typischen Session-Charakter behalten sich Child bei „It's Cruel To Be Kind“ vor. Hier musiziert man mit blueslastigeren Note und führt zudem etwaige Psychedelic-Elemente ein. Eher spartanisch mit Bass und Gesang beginnt „Blue Side Of The Collar“. Im Verlauf mutiert der Song zur rockigen Bluesnummer, wobei der jammernde Gesang von Mathias Northway in meinen Ohren eher als Minuspunkt zu werten gilt.

Doom und Hammond Orgel kehren zurück bei „Dirty Woman“, was der Heaviness zu Gute kommt. In solchen Momenten funktionieren Child am Besten. Was das Soundmatsch-Gewirr zum Schluß allerdings soll ist fraglich. Zum Abschluß zeigt man sich bei „The Man“ wieder spärlich instrumentiert und bluesorientiert, aber auch nicht sonderlich aufregend.

Child eine große Karriere vorauszusagen wäre sehr gewagt. Denn die Band klingt irgendwie, als würde man für sich selbst und unbekümmert drauflos spielen. Das Album erscheint bei Kozmik Artifactz, mittlerweile Kultlabel, was allerdings nicht gerade in besten Sound mündet. Die Platte klingt oft verwaschen und knarzend, für feines Gehör bleibt wenig Platz. Ihre Musik aufzupolieren scheint nicht gerade die Intuition von Child zu sein und somit bleibt im Nachhall ein etwas zwiespältiger Eindruck. Schlecht ist das Album nicht, aber eher für Puristen und kauzige Bluesrocker gedacht. Für viele Durchläufe von „Blueside“ fehlt zumindest mir bei Child die Motivation.


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