CIVIL WAR - Gods and Generals


Autor:  Rainer Kerber

Bewertung:  9 / 10


Tracklist:

  • War of the World
  • Bay of Pigs
  • Braveheart
  • The Mad Piper
  • USS Monitor
  • Tears from the North
  • Admiral over the Oceans
  • Back to Iwo Jema
  • Schindler's Ark
  • Gods and Generals


 VÖ:  08.05.2015

Label:  Napalm Records

Mit Daniel Myhr, Rikard Sundén, Petrus Granar und Daniel Mullback stehen vier ehemalige Sabaton-Musiker in der Band Civil War. Die Musiker verließen Sabaton nach den Aufnahmen zum “Carolus Rex” Album im Jahre 2012. Sie wollten aber weiterhin Musik machen, so suchten und fanden sie mit Nils Patrik Johansson (Astral Doors, Lion’s Share) einen Ausnahmesänger der Gegenwart und mit Stefan Erikson eine hervorragenden Bassisten. Mit “Gods And Generals” erscheint nun das zweite Album der Schweden.

Und was kann man von ehemaligen Sabaton-Musikern erwarten? Schlachtgesänge natürlich. “War Of The World” beginnt mit gezupften Gitarren, Streichern, einem Chor und viel Bombast bevor die Rhythmus-Abteilung dann so richtig zur Sache geht. Dazu die die markante Stimme von Nils Patrik Johansson. Das Schlagzeug treibt voran und Keyboard-Teppiche unterlegen den Sound dezent.  Der Mittelteil zeigt sich dann als bombastische Hymne. “Bay Of Pigs” thematisiert die misslungene Invasion kubanischer Exilanten in der Schweinebucht an der Südküste Kubas im Jahre 1961. Starke eingängige Melodien prägen diesen Song. 

Die nächsten beiden Songs beschäftigen sich mit dem schottischen Freiheitskampf gegen England. In “Braveheart” untermalt ein Klavier den Gesang, während die Refrains eingängig und druckvoll instrumentiert sind. Dazu großartige Gitarren-Hooks. In “The Mad Piper” sind, wie es der Titel schon erwarten lässt, schottische Pipes and Drums zu hören. Eine schottische Mass Band leitet den Song ein. Die Trommeln dominieren auch weiterhin. Eine wahre Schlacht-Hymne. Für mich einer der stärksten Songs des Albums.  

Die “USS Monitor” war das erste Panzerschiff der US-Marine, die 1862 ihren Stapellauf für die Marine der Nordstaaten hatte. Das Schlagzeug treibt den Sound voran, Double Bass-Attacken sorgen für hohes Tempo. In “Tears from The North” wird das Tempo zurückgenommen. Breite Keyboard-Teppiche werden unter den Gesang gelegt. ein hymnische Power-Ballade. Grandiose Gitarren-Melodien runden das Ganze ab. Thematisisert wird der Große Nordische Krieg zwischen Russland und Schweden, der in den ersten beiden Jahrzehnten des 18. Jahrhunderts tobte und in dem es um die Vorherrschaft im Ostseeraum ging.

Mit “Admiral Over The Oceans” wendet sich die Band der Schlacht von Trafalgar 1805 zu. Die britische Royal Navy unter Admiral Nelson fügte der bis dahin als unbesiegbar geltenden spanischen Armada eine empfindliche Niederlage zu. Stilgerecht startet der Song mit Meeresrauschen, einer Schiffsglocke und einer abgefeuerten Kanone. Das Schlagzeug dominiert auch hier wieder, dazu gesellen sich eingängige Gitarrenmelodien, Gute Riffs und Klasse-Chorusse.

Die Schlacht um Iwojima (Japan, wörtlich Schwefelinsel) war eine der blutigsten des Pazifikkrieges im zweiten Weltkrieg (Februar/März 1945). “Back To Iwo Jima” beschreibt die Rückkehr von einem der wenigen Überlebenden dieses ehemaligen japanischen Stützpunktes. Kraftvolle Riffs prägen diesen Song, Johanssons Stimme klingt eindringlich. Der Bombast wurde hier auf Minimum reduziert. Statt Keyboards oder Streicher dominieren filigran gespielte tiefer gestimmte Gitarren. Auch die Chorusse werden in einer deutlich tieferen Stimmlage gehalten.

Mit getragenen Melodien wird dem düsteren Thema in “Schindler’s Ark” Rechnung getragen. Das Tempo wurde deutlich zurückgenommen, trotzdem möchte ich den Song nicht als Ballade einordnen. Eine großartige ruhige Hymne als tiefe Verneigung vor Oskar Schindler, der etwa 1200 Juden in seinen Rüstungsbetrieben beschäftigt und somit vor dem sicheren Tod im KZ Auschwitz rettete.  

Den Abschluss macht der Titelsong des Albums. “Gods And Generals” bietet noch einmal eingängige Melodien, Bombast, Double Bass Attacken und großartige Chorusse.  

Ein gelungenes Zweitwerk der Schweden, das häufig daran erinnert, dass hier vier ehemalige langjährige Mitglieder von Sabaton mitspielen. Veredelt wird das ganze durch die herausragende gesangliche Leistung von Nils Patrik Johansson, der hin und wieder auch als der Dio der Gegenwart bezeichnet wird.

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