COLTSBLOOD - Ascending Into Shimmering Darkness


Autor:  Kerbinator

Bewertung: 6 / 10


Tracklist:

  • Acending Into Shimmering Darkness
  • Mortal Wound
  • The Legend Of Abhartach
  • Ever Decreasing Circles
  • The Final Winter


VÖ:  21.04.2017

Label:  Candlelight Records

Ganz schön zahflüssig, was da aus den Boxen wabert. Von Helligkeit keine Spur, absolute Dunkelheit regiert. Die Rede ist von „Ascending Into Shimmering Darkness“, dem zweiten Album des Doom-Trios Coldsblood aus Liverpool.

Wie es bei solchen Kapellen üblich ist, haben es gerade mal fünf Stücke auf den Dreher geschafft. Davon allerdings drei mit einer Länge von jeweils ca. 13 Minuten. So kommt man dennoch auf eine amtliche Spielzeit und rechtfertigt den Begriff Longplayer. Von Coltsblood gibt’s nicht allzuviele Infos zu bestaunen. Wie erwähnt handelt es sich um ein Trio, wobei Bassist John McNulty gleichzeitig den Gesang übernimmt. Wobei Gesang eigentlich etwas zugewagt ausgedrückt ist.  

Eher intoniert John mit tiefstem Grabesröcheln und gelegentlichen Keifausbrücken absolute Finsternis und verstehen tut man ihn sowieso nicht.

Der 13-minütige Titelsong quillt als Opener dermaßen langsam durch den Raum, daß man sein Leben während dieser Zeit lediglich in Zeitlupe gestalten kann. Schwer und düster triefend erzeugen Coltsblood eine beklemmende Atmosphäre, die in manchen Momenten an die deutschen Nautik-Doomer Ahab erinnert. Ähnliches fabriziert die Band bei „Ever Decrasing Circles“, natürlich ebenfalls in gleicher Länge auftretend. Das kann man auf die Dauer langweilig finden, aber Coltsblood spielen ihre Musik sicherlich nicht für Mainstream-Publikum, sondern für Genießer, die genau diese Langsamkeit und Heaviness fasziniert.  

Ich muß zugeben, daß ich solch atmosphärischen Songs durchaus faszinierend finde und mir diese auch immer mal wieder anhören kann. Aber auf Albumlänge quält es einen dann doch am Ende etwas zu sehr. Da kommen die „kurzen“ (jeweils nur knapp 7 Minuten langen) Songs zwischendurch, „The Legend of Abhartach“ und „Mortal Wound“, gerade recht. Hier geht’s zwar nicht unbedingt schnell zur Sache, aber doch flotter als bei den Longtracks. Durch den hier verstärkten Keifgesang bringt John McNulty die Tracks in die Nähe von Black-/Death-Metal, zwar der langsamen Art, aber dennoch erfrischend anders.  

„The Final Winter“ brilliert am Ende durch überlang vertonte Schönheit, gepaart mit kalt frostigen Rhythmen. Auch hier findet man den ein oder anderen Querverweis zu Ahab oder aber auch atmosphärischen Black Metal Bands.

Alles in allem ist „Ascending Into Shimmering Darkness“ genau das, was der Albumtitel verspricht und für Genre-Fans, denen es nicht langsam genug sein kann, sicherlich ein Kleinod vertonten Dooms. In Summe fehlen allerdings zwischendurch die Ausbrüche, die ein solches Album abwechlungsreicher werden lassen und auf die Länge hin langweilt das Werk dann schon ein bisschen. Schlecht ist's aber nicht. Funeral-Doom Fans können zugreifen.  

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