CRUCIFIED BARBARA - In the Red

 

Soliden Hard Rock aus Schweden - das hatten wir doch gerade erst in der Review des Astral Doors Longplayers "Notes From The Shadows". Und nun gleich nochmal so etwas? Klar, warum nicht. Zumal es sich, wie der Bandname schon andeutet, bei Crucified Barbara um eine reine Girl Band handelt. Und schließlich haben die vier Stockholmer Mädels auch einen ganz anderen Background als die Dio - lastigen Astral Doors.

Die gekreuzigte Bärbel als weibliche Ausgabe von Motörhead hinzustellen, ginge sicherlich zu weit. Doch Lemmy & Co. schimmern mehr als einmal als musikalische Vorbilder der Schwedinnen durch. Und Motörhead waren es auch, die Crucified Barbara bereits 2005 als Support auf Tour durch Australien mitnahmen. Zuvor hatten die Girls bereits Motörheads "Killed By Death" gecovert.

Im September erschien nun die vierte Langrille der Bärbels, "In The Red", welche in ihrer eigenen Selbsteinschätzung als das bisher mächtigste Werk des Quarttets bezeichnet wird.

Schon im Opener "I Sell My Kids For Rock'n'Roll" rotzen die Mädels kräftig drauf los und verstecken auch ihre durchaus vorhandenen Punk Attitüden nicht. Gut so.

Im folgenden "To Kill A Man" nehmen sie das Tempo zwar mal ein bißchen raus, wissen aber auch mit gebremstem Schaum, wie man einen an Cinemascope gemahnenden Breitwand Sound hinbekommt.

Mit "Electric Sky" nehmen die Damen dann wieder Fahrt auf, wobei ein durchaus The Who - würdiges Riff zum Tragen kommt. Allerdings wünschte ich mir hier durchaus den ein oder anderen Kniff mehr.

"The Ghost Inside", gerade das riffige Intro, ist dann wieder eine klare Reminiszenz an Motörhead, gefällt mit seinem knalligen, straight heraus gefeuerten Leadvocals von Mia Coldheart. Ein echtes Brett.

Das fast fünfzig sekündige Intro zu "Don't Call On Me" läßt danach eher einen etwas gemäßigteren Song erwarten, doch mit dem Einsetzen des Gesangs nimmt die Nummer erfreulich Fahrt auf und rotzt sich damit in die Gehörgänge.

Der Titelsong "In The Red" hat alles, was eine geile Live Nummer ausmacht. Vom treibenden Rhythmus über einen gut mitsingbaren Refrain bis zu einer etwas ruhigeren Bridge ist alles da, was Crucified Barbara brauchen, um ein (vorwiegend, aber nicht nur) männliches Publikum um den kleinen Finger zu wickeln.

Um es vorweg zu nehmen: Die drei nächsten Titel "Lunatic #1", "Shadows" und "Finders Keepers" kommen mir zu uniform und uninspiriert daher. Bei diesem "Füllmaterial" fehlen mir einfach die zündenden Ideen.

"Do You Want Me" liegt dann aber doch wieder auf Kurs der stärkeren Tracks dieses Albums und bei "Follow The Stream", dem Rausschmeißer der Platte, reißen sie Dank Motörhead - tauglichem Riffing das Ruder schließlich noch einmal ganz herum.

Ergo: Immer, wenn Lemmy und seine Jungs quasi Pate stehen für einen Crucified Barbara Song, sind die Mädels am stärksten. Insgesamt eine Platte die Spaß macht, auch wenn sie ein wenig innovativer sein könnte. 

 

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