CRYPT SERMON - Out of the Garden


Ein echtes Schwergewicht liefern uns die Pennsylvania Doomster von Crypt Sermon. Und zwar mit ihrem Debut „Out of the Garden“.

Wie erwähnt spielen die fünf Amis Doom Metal in der Schnittmenge von Candlemass, Solitude Aeturnus und ähnlichen Wettstreitern. Auffallend ist sicherlich der feine Gesang von Brooks Wilson, der eine ähnliche Stimmlage besitzt wie Ronnie James Dio oder Lenny Wolf von Kingdom Come. Angenehmes Metal-Organ also, das nicht mit weinerlichem oder zu sehr leidendem Gesang nervt, wie es oftmals bei Doom Bands der Fall ist.

Auch fließen die Songeruptionen sehr episch aus den Boxen, aber nicht zu langsam oder schleppend, sondern fast schon im Midtempo Bereich. Zumindest beim Opener „Temple Doors“.  

Aber bereits bei „Heavy Riders“ wird ordentlich zwischendurch die Bremse reingehauen, um ja nicht zu schnell zu werden. Die Riffs sind allererste Sahne und ballern druckvoll umher. Musikalisch durchaus der Dio-Phase von Black Sabbath, vor allem dem Mob Rules-Album nicht unähnlich, überzeugt man mit kompetenten Langsamigkeiten und vor allem mit dem erstklassigen Gesang.

Bei „Bynzantium“ schleichen sich dann Middle-East Töne in den Sound von Crypt Sermon ein. Der perfekte Song für eine Wüstenkarawane auf dem Weg zum Begräbnis in einer Pyramide. Sehr epischer Track. Ebenso der Song „Into the Holy of Holies“ mit beinahe kryptischem Intro. 8 Minuten erhabenes Doom Abenteuer monolithischer Art. Schwere Riffs treffen auf pathetisch rockigen Gesang der Extraklasse, immer mit dem Middle East-Flair im Hintergrund. Der Refrain ist fast nicht mehr von dieser Welt und die Gitarren können durchaus auch mal elegisch leidend erscheinen.  

Bei „The Master's Bouquet“ wird’s dann mal überdeutlich Candlemass-lastig, was ein bisschen zu Lasten der Originalität geht. Auch weil Brooks Wilson hier eher einen Messiah Marcolin imitiert, als seine eigenen Qualitäten auszuspielen. Trotzdem natürlich kein schlechter Song und das tolle Gitarrensolo zum Schluß weiß dann wieder restlos zu überzeugen.  

Zum Schluß gibt’s dann noch den Titelsong „Out of the Garden“, der aber eher routiniert, denn auffällig das Album ausklingen lässt.

Crypt Sermon gelingt mit „Out of the Garden“ ein richtige Achtungserfolg. Natürlich kommt man an die Göttergaben der alten Candlemass und Solitude Aeturnus nicht heran, aber den neueren Werken dieser Bands ist man schon ziemlich nahe. Und mit Brooks Wilson, der mal nicht wie ein Ozzy oder Messiah Marcolis Klon klingt, hat man zudem einen echten Trumpf in der Hand. Musikalisch und im Bereich Songwriting ist alles im grünen Bereich und Epic Doom Fans werden dieses Album lieben. Das epische, anscheinend ebenfalls von Brooks Wilson gestaltete Artwork rundet das Geschehen stilvoll ab. Bin gespannt, wie's mit diesen Amis weitergeht. 


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