DANTE - When We Were Beautiful


Autor:  Scott Bivins

Bewertung:  9 / 10


Tracklist:

  • Rearrangement Of The Gods
  • Ambitious
  • Beautiful Again
  • Until The Last Light Breaks In
  • Let Me Down
  • Sad  Today
  • Finally


VÖ:  18.03.2016

Label:  Gentle Art Of Music

Wenn ihr mit Dante's bisherigen Arbeiten vertraut seid, wisst ihr, wie technisch bewandert sie sind. Gründungsmitglied Markus Maichel (Keyboards) setzt die Meßlatte in seiner Arbeit ziemlich hoch, bevor sie das Tageslicht erblickt. Einen Beweis dafür kann bevorzugterweise auf dem zweiten Studioalbum „Saturnine“ gefunden werden, was ein melodisches Meisterstück war, welchem ich die seltene, perfekte Benotung von 10/10 gab. Das Review dazu könnt ihr hier lesen.

So ist es müßig zu sagen, daß ich bei jedem Dante Release sehr hohe Erwartungen habe. Dabei muß leider erwähnt werden, daß seit ihrer letzten CD „November Red“ das andere Gründungsmitglied, Markus Berger, tragischerweise verstorben ist. Daraum hatte ich einige Bedenken, als ich an dieses Album heranging, was Dante's Ausrichtung und Vision ohne Berger betrifft.  

Vom ersten Song „Rearrangement of the Gods“ an ist es offensichtlich, daß Dante keinen Beat verpasst haben. Er beinhaltet eine Vielzahl an Tempo-Wechseln, brilliante Keyboards und eine Gitarrenarbeit, die den Hörer durchweg interessiert zurücklässt. Wenn du jemanden in die Welt des Progressive Metal einführen möchtest, dieser Track wäre eine großartige Wahl. Und, Dante hätten keinen besseren Song als Opener wählen können.

„Ambitious“ ist der zweite Song und einem tollen, echo-lastigen Riff unterstützt von großartigen Drums und Keyboards, welche fast zwei Minuten lang fabulös durch den Song führen, bevor etwaige Vocals auftauchen. Dieser Track ist wahrscheinlich der experimentiellste des Albums, ohne überfrachtet zu wirken...und das funktioniert.

„Beautiful Again“ könnte allem Anschein nach die einzige wirkliche Single Auskopplung des Albums werden, da es nach gerade mal 6 ½ Minuten ins Ziel kommt (relativ kurz für Dante Verhältnisse). Mein persönlich favorisierter Part ist der, als ein elegant eingespielter Keyboard-Part gegen Ende hin ertönt, der just in dem Moment endet, als die crunchy Guitars zurückkommen und den Hörer wieder herausreißen. Es gibt eigentlich nichts, was man an dem Song nicht mögen könnte. Er beinhaltet große Gitarren Riffs, harmonische Melodien und lässt dich umgehend mit dem Fuße mitwippen und mitsingen.  

Mit „Until the Last Light Breaks In“ folgt der komplexeste, am wenigsten zugängliche Song des Albums. Die ist nicht notwendigerweise schlecht, es benötigt halt mehrerer Durchläufe, um die einzelnen Schichten zu entschlüsseln. Hat dies geklappt, verlässt der Song dann nicht mehr so schnell die Rotation im Player.

Die ersten zwei Minuten von „Let Me Down“ könnte man leicht als einen verlorenen Dream Theater Take der Derek Sherinian Ära abtun, und dies ist ein Kompliment. Der von den Keyboards getragene Track ist der lyrisch dunkelste des Albums, aber in solch schnellem Rhythmus vorgetragen, daß du förmlich den Ärger von Sänger Alexander Gohs (aber dankenswerter Weise ohne Bellen, Growlen oder übermäßiges Schreien) fühlen kannst. Das Gitarrensolo von Markus Bader, so um die 6 Minuten Marke rum, zeigt sein Talent und technisches Können auf geschmackvolle Weise, ohne es jedoch zu übertreiben.

Am wenigsten sagt mir „Sad Today“ zu, eine Piano Ballade die lyrisch wenig Tiefe aufweist, etwas unfertig wirkt und ganz einfach verflacht. Und nein, es hat nichts damit zu tun, daß ich keine Balladen mag. Wirklich, ich bin ein Verfechter von guten. Aber diese war halt keine.

Abschließend erfolgt mit „Finally“ ein 14-Minuten Epos, das mit starkem Drum Beat von Christian Eichlingler loslegt, gefolgt von einer sehr Genesis-ähnlichen Drum Interpretation in der Art von „In The Air Tonight“. Dies führt zu Gitarrenparts in bester Pink Floyd-Manier (und als solche außerordentlich gut). Es gibt mache Stellen in diesem Song, bei denen Alexander Gohs sehr lautstark auftritt, eventuell ein klein wenig außerhalb seines Volumens. Aber auch hier sei gesagt, Dante hätten keinen besseren Track ans Ende stellen können, um bei dem Hörer den Wunsch nach mehr zu erzeugen.  

Dieses Album sollte in jedem Regal von Progressive Metal Fans stehen. Es ist ganz einfach der Inbegriff für was dieses Genre steht und stehen sollte. Ich weiß, es ist noch früh im Jahr, aber dies hier ist ein ganz heißer Kandidat für das Album des Jahres in dieser Spielart. 

Übersetzung aus dem Englischen von Kerbinator.  Original-Version in englisch hier:     English - Review

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