DARKOLOGY - Fated to Burn

Darkology – das ist eine US amerikanische Band, die sich aus erfahrenen, semi-bekannten Musikern formiert. Im Einzelnen wären da die Harris Brüder Michael (Thought Chamber, Arch Rival, Leather, Chastain), seines Zeichens Gitarrist, und Brian (Firewind, Solstice) an den Drums.

Ergänzt wird das Duo von Vocalist Kelly Sundown Carpenter (Beyond Twilight, Outworld, Epysode) und Bassist Mike Neal (Medieval Steel, Salem's Lot). Eine erste Duftmarke konnte die Band 2009 setzen mit dem Debut Album „Altered Reflections“. Jetzt schiebt man eine neue Langrille in Form von „Fated to Burn“ nach.

….und, auch wenn ich bei solchen Zusammenkünften immer recht skeptisch bin, kann ich sagen....das Album funktioniert prächtig. Darkology präsentieren sich wie eine gesunde Mischung aus Metal Church, Judas Priest, Sanctuary gepaart mit einigen ProgMetal Referenzen der Vergangenheit.

So entsteht ein sehr abwechslungsreiches Album, welches mit dem Opener „Kill Me If You Can“ gleich seinen ersten Höhepunkt erfährt. In bester Painkiller Manier stampft man sich durch die fünf Minuten. Originell dabei ist das fiese Du-Kriegst-Mich-Nicht-Gelächter und plötzlich auftauchende, frickelige ProgMetal-Gitarrenausbrüche. Kelly Carpenter offeriert hier bereits sein begnadetes Stimmorgan, in Höhen eines Rob Halford (in Glanzzeiten) und Warrel Dane (zu Sanctuary-Zeiten). So muß ein echter Killer zu Beginn eines Albums klingen. Die Musiker intonieren routiniert und zwechmäßig, ohne den ganz großen Aufriss zu verursachen. Muß man aber auch nicht, denn die Songs an sich sind das, was zählt. Und davon gibt es eine ganze Fülle von klasse Stücken auf „Fated to Burn“.

So überzeugt man beim zweiten Song „Beyond the Grave“ mit mystischer Stimmung, zurückgefahrenem Tempo und leicht ägyptischen Flair. Die Art des Songs erinnert sehr an Tad Morose der „Modus Vivendi“-Phase oder auch an Balance of Power. „On Borrow's Break“ schlägt in eine ähnliche Kerbe, ist aber im Refrain etwas melodischer aufgrund mehrstimmiger Vocals.

Die oben erwähnten Metal Church kommen dann in „Eyes of the Machine“ erstmals zum Tragen. Recht flotter Song mit leidlich getippten Gitarrenläufen. Ebenso bei „Quantum Genocide“. Kelly brüllt in höchsten Höhen, das es eine wahre Pracht ist.  

Düsterer wird’s mit „Shadows of Oth“. Galoppierende Gitarren, einige verschrobene Zitate, die den Prog-Einfluss unterstreichen. Dazu ein Refrain, wie in besten Overkill Momenten. Klasse Song !!

Den heroischsten und eingängigsten Refrain bietet der Titelsong „Fated to Burn“ selbst. Einige Manowar Erinnerungen an deren bessere Zeiten werden wach im Refrain. Die computerisierten Zwischentöne stören etwas. Alles in allem aber ein mächtiger Song in der Schnittmenge von Epic Metal und US Metal.  

„21st Century Frankensteins (Nobot 2)“ besitzt nicht nur einen irgendwie komischen Songtitel, auch der Song an sich fällt etwas aus dem bisher gehörten Rahmen. Doch man fängt sich nach dem ungewöhnlichen Beginn schnell und serviert alsbald wieder gewohnte Kost. Auch hier fällen einem am ehesten Ronnie Munro's Metal Church Alben ein.  

Mit Gespensterthemen und Klamauk geht’s weiter bei „Festival of Fear“. Musik, wie für ein Haunted House gemacht. Mercyful Fate und King Diamond standen sicherlich etwas Pate hier und Kelly gibt sein Bestes, diese Stimmung einzufangen. Fiese, geisterhafte Vocals präsentieren dieses Festival der Angst. Musikalisch eher noch sparsam instrumentiert liegt der Fokus hier ganz klar auf der gespenstischen Atmosphäre. Auch ein Jahrmarkt-Klavier darf nicht fehlen. Zu Ende hin gehen den Gitarren etwas die Gäule durch und man frickelt sich durch die Party.  

Mehr straight to the edge erscheint dann wieder „Holy“. Qualitätsbetonter, purer Heavy Metal. Geradeaus und powerful mit mancher Ecke und Kante, aber für den Traditionsmetaller einfach konsmierbar.

Mit „The Nightmare King“ lässte man mit einem über 9-minütiges Epos, daß in mehre Abschnitte unterteilt alle Facetten von Darkology vereint, das Album ausklingen. Von anfangs mytisch, erhaben und düster, dann der Wechsel über Spoken Words und Flüstergesang zu ProgMetal Passagen und weiter zu den gewohnten Sanctuary-affinen Vocals.  Manch symphonischer Part wird eingebaut, der Song verschleppt sich, wird schneller....das volle Programm. Darkology wollen in diesem Song viel und bringen auch viel...vielleicht am Ende etwas zu viel. Die Komplexität der Komposition geht etwas zu Lasten der Eingängigkeit und punktet somit nur durch die einzelnen Themen und nicht als Gesamtsong.

Als Bonus gibt’s noch ein feines, aber nicht allzu spektakuläres Instrumental „Your Hollow Soul“. Hier zeigt sich deutlich, daß die Jungs nicht die alles überragenden Musiker sind, aber deutlich songdienlich und solide zu Werke gehen.

„Fated to Burn“ ist ein fantastisches Album geworden, welches ich so nicht erwartet hätte. Fans vieler Metal-Schichten können sich durch dieses Werk von Darkology angesprochen fühlen.

Metal Church, Sanctuary, Lethal, Judas Priest auf der einen, King Diamond/Mercyful Fate, Symphony X und ähnliche auf der anderen Seite. Das Album ist vielschichtig und kann bis auf den etwas zu langen Abschlußtrack voll und ganz überzeugen. Ein wahres Highlight in der zugekleisterten Veröffentlichungsflut. Unbedingt besorgen, Leute !!


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