DARKTRIBE - The Modern Age

DarkTribe – ein bis dato eher unbekannter Name in der Metalszene, was sich jedoch mit diesem Album ändern könnte. Die im Jahre 2009 gegründete Power Metal Band veröffentlichte ihr Debut Album „Mysticeti Victoria“ bei Massacre Records, wurden für ihr neues Werk jetzt bei Scarlet Records aufgenommen. Mixed & Mastered wurde das Ganze in den Hansen Studios in Dänemark von niemand geringerem als Jacob Hansen, der bereits für Bands wie Volbeat, Doro und Epica gearbeitet hat. Und das hört man: An diesem Album stimmt produktionstechnisch einfach alles, perfekte Voraussetzungen also. Doch wie kann DarkTribe Songtechnisch überzeugen?

Eingeleitet wird The Modern Age absolut unerwartet. Die ersten Klänge von „Humanizer“ klingen doch sehr elektronisch, aber kurz darauf erlöschen alle Zweifel: ein düsteres, unmissverständlich heavy klingendes Intro bereitet den Hörer auf das vor, was folgen wird. Red House of Sorrow ist ein Opener, wie man es sich von jeder Power Metal Band wünscht. Schnelle, Gitarren-geladene Anfangssequenz, Darktribe legen mit 100% los und überzeugen durch eingängige Melodien, starke Riffs, beeindruckende Solos und einem Refrain, der Lust auf mehr macht. Der Wahnsinn! Was ein Opener!  

Mit „My Last Odyssey“ geht es direkt mit zügigem Tempo weiter, auch hier gibt es keine Sekunde zum Ausruhen, Die Strophen klingen insgesamt sehr, sehr rund und man hofft insgeheim auf einen mindestens genauso guten Refrain. Und tatsächlich werden hier alle Erwartungen erfüllt, der Chorus besitzt einen starken Mitsingcharakter, ein komplett in sich stimmiger Song.

„The Modern Age“ beginnt mit einem düsteren Intro, und besitzt insgesamt einen leicht progressiven Charakter, eine willkommene Abwechslung zu den zwei vorhergehenden Power Metal Stücken. Und wieder ein Refrain, bei dem man am liebsten direkt mitsingen würde. Songwriting-technisch müssen sich die Jungs von DarkTribe auf keinenfall verstecken!  

„A Last Will“ lässt zu Beginn durch das einsetzende Keyboard Intro eine Ballade erwarten, setzt dann allerdings überraschend heavy ein und entwickelt sich zu einem soliden Mid Tempo Song, der vielleicht eine Halb Ballade sein könnte. Nach den drei Brechern dürfen die Jungs von Darktribe auch mal einen Gang zurückschalten, wenn auch nur ein wenig.

Eine fröhliche Up-Tempo-Melodie, die einen direkt in den Song wirft und mit ordentlich Power zu überzeugen weiß, das ist „No Train To Earth“. Der Song wirkt durchgehend sehr fröhlich und der Sänger stellt unter Beweis, dass er auch in hohen Stimmlagen hervorragend klingt. Man hört hier sehr deutlich die Einflüsse von Sonata Arctica heraus, ohne dabei so eben genannte Band zu kopieren, sondern vielmehr einen eigenständigen Sound auf dieser Basis zu kreieren.  

„Holy Water Day“ stellt als einzige Ballade den Ruhepol des Albums dar. Obwohl das Lied eine sehr schöne Atmosphäre bietet und der Gesang sehr gefühlvoll ist, fehlt dennoch der besondere Kick, den die vorangegangenen Songs besitzen. Aufgrund der ansonsten vor Power strotzenden Vorgänger ist das jedoch mehr als verzeihbar.

Viel Zeit zum Ausruhen bleibt jedoch nicht. „Rainwar“ und „Wild Call“ sind beides wieder saftige Power Metal Songs, die vielleicht ein paar Anläufe brauchen, bis sie sich ins Ohr festsetzen, aber durch ihr abwechslungsreiches Songwriting überzeugen.  

„Anthem For The Planet“ besitzt wieder einen fröhlichen Mitsingcharakter, eingängige Gesangslinien herrschen vor, gelegentlich ballert die Double Bass durch die Lautstärker. Wieder ein starker Song, dessen Ende sehr an das Lied „Ghost Love Score“ von Nightwish erinnert (geht das nur mir so?).

Wir schlagen das letzte Kapitel des Mondern Age auf und finden uns auf der „Darkside of Imagination“ wieder, das, wie der Titel schon vermuten lässt, sehr düster ist und alle fröhlichen Melodien hinter sich lässt. Darktribe offenbaren hier wieder ihre progressiven Einflüsse, die hier und da mit Melodic Metal vermischt werden und schließen das Album mit einem starken Riff ab.  

Fazit: Das Album ist ein wahrer Hörgenuss, Darktribe wissen durch eingängige Melodien und einem interessanten Songwriting den Hörer in den Bann zu schlagen und ihn lechzend auf den nächsten Song warten zu lassen. Es befinden sich kaum Schwächen auf „The Modern Age“, ein sehr starkes zweites Album der Band!


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