DAYSEEKER - Dreaming Is Sinking / Waking Is Rising


Autor:  Kerbinator

Bewertung:  6 / 10


Tracklist:

  • Dreaming Is Sinking
  • Vultures
  • Cold, Dark Winter
  • Abandon
  • Sleep In The Sea Pt. II
  • Six Feet Under
  • Hanging By A Thread
  • Desolate
  • Carved From Stone
  • Come Hell Or High Water
  • Counterpart
  • Waking Is Rising


VÖ: 14.07.2017

Label: Spinefarm Records

Spinefarm Records scheinen sich so langsam zum Metalcore/Modern Metal Label zu entwickeln. Viele neue Veröffentlichungen der finnischen Plattenfirma zielen in diese Richtung ab. Daß dabei das ein oder andere Abfallprodukt bei rumkommt, haben wir vor kurzem erst bei der Band Volumes gesehen. Es gibt aber auch Veröffentlichungen in diesem Genre, die durchaus was können und auch Spaß beim Hören machen. Dayseeker sind so eine Band, die bemüht ist, dem berüchtigten Metalcore gewisses Leben einzuhauchen.

Und dies ist mehr, als immer nur der Wechsel zwischen Core-Brüllerei und emotionalem Cleangesang und tiefer gestimmten Gitarren. Mit „Dreaming Is Sinking / Waking Is Rising“ bringt die Truppe aus Kalifornien dieser Tage ihr drittes Album heraus, und dieses Mal gar als durchgehendes Konzept angelegt. Im Groben geht’s irgendwo um die Gedanken eines im Koma liegenden. Genauer gehen wir hier jetzt nicht ein. Jedenfalls sind Dayseeker bemüht, diesem Konzept musikalisch gerecht zu werden  

Nach dem Intro „Dreaming Is Sinking“ geht’s gleich mit der Singleauskopplung „Vultures“ los. Natürlich Gebrüll vs. Cleangesang, aber ein Song mit guten Vibes. Wie bei dieser Spielart zu erwarten, beinhalten die Songs immer wieder viele Sound-Samples, dennoch ist der Song an sich gut gemacht. Die Trademarks des Metalcore/Modern Metal sind jederzeit greifbar, auch wenn diese Musikthemen mittlerweile leidlich ausgelutscht sind.  

Doch wie bereits angedeutet, sind Dayseeker immer bemüht, Abwechlung zu kredenzen, denn das Konzept will ja auch spannend umgesetzt werden. Das hat zur Folge, daß man mal Emo-mäßig und poppig zu Werke geht („Abandon“), wo man teilweise vom Gesang an diverse Boygroups erinnert wird. Oder man ballert mit Death Growls nebst Samples im Gesang durch die Gegend wie bei „Sleep in the Sea Pt. II“. Richtig gewaltig und somit interessant wird es bei „Six Feet Under“ mit balladeskem Beginn und einer folgenden gewaltigen Soundwand. So kann Metalcore mit Spannung funktionieren....und nur so.  

Schön das man dem Musikliebhaber danach mit „Hanging By A Thread“ auch eine Halb-Ballade schenkt, die teils düster, teils ruhig ertönt. Ähnlich blitzt „Carved From Stone“ auf. Entspannte Musik mit balladesker Schlagseite. Dazwischen Geballer der Core-Gewöhnlichkeitsstufe („Desolate“) und somit ein Song, den der ein oder ander wohl eher der Skip-Taste überlässt.

„Come Hell Or High Water“ ist eine härtere Nummer mit gutem Refrain, wogegen „Counterpart“ dann wieder poppig mit Emo-Gesang in die ruhige Schiene einfährt. Mit dem Abschluß „Waking Is Rising“ klingt man das Album hart mit Brüllerei, aber auch mit ruhigeren Breaks aus. Ein guter Track, um das Konzept zu beenden.

Dayseeker machen immer dann Spaß, wenn sie aus der Metalcore / Modern Metal Schiene ausbrechen und mit verschiedenen anderen Sounds hantieren. Dies macht die Songs spannender und weniger belanglos. Leider ist das auf dem Album nicht ausnahmslos der Fall, so daß sich Licht und Schatten öfters abwechseln. Dennoch ein besseres Album der ganzen Metalcore Veröffentlichungen.