DEATH DEALER - Hallowed Ground

Ihr wollt Dicke-Hosen-Metal ? Metal mit Eiern ? - Gut, dann kommt hier neues Futter für euch. Und zwar mit dem zweiten Album der Allstar-Formation Death Dealer. Die Amis konnten schon mit ihrem Debut „Warmaster“ für reichlich Furore sorgen und der Nachfolger „Hallowed Ground“ schlägt genau in die selbe Kerbe bzw. setzt nahtlos dort an.

Death Dealer...das sind leidlich bekannte Musiker, die auch schon mit ihren Hauptbands für Aufsehen gesorgt haben. Als da wären ex-Manowar Gitarrist Ross the Boss, sein Sidekick an den Saiten Stu Marshall (Empires of Eden), Lizzy Borden Bassist Mike Davis, Steve Bolognese (bekannter Session-Drummer) und nicht zuletzt Cage-Sirene Sean Peck.  

Wer jetzt natürlich behauptet, daß ein Haufen bekannter Musiker noch kein gutes Album macht, hat selbstredend Recht und die Vergangenheit hat dies bei vielen Supergroups auch schon leider bewiesen. Aber bereits das Debut „Warmaster“ war bereits ein echter Knaller und katapultierte Death Dealer in hohe Pure-Heavy-Metal Regionen.

...und diese high position verlässt man mit „Hallowed Ground“ glücklicherweise nicht. Schon der Opener „Gunslinger“ ist eine Power-Abgehnummer vor dem Herrn, irgendwie natürlich von Priest und Konsorten beeinflußt, aber mit so viel Drive, daß die beinahe das Lenkrad aus den Händen gleitet. Sean Peck singt und screamt in höchster Klasse. Sicherlich gehört er zu den aktuell besten Metal-Shoutern dieser Welt und seine Dienste werden nicht zu Unrecht von immer mehr Bands als Gast oder gar als Leadsänger (siehe die neue Denner/Sherman-Scheibe) in Anspruch genommen.  

Er kann den Halford genauso wie den Kiske oder Andi Deris und gelegentlich gar Anflüge eines Dan Beehler (Exciter). „Gunslinger“ ist gleich ein Volltreffer und die bekannte Western-Melodie intoniert von den beiden begnadeten Gitarristen sorgt für einen netten Aha-Effekt.

Death Dealer gehen selten vom Gas, so daß die folgenden „Break the Silence“, „Plan of Attack“ und „Seance“ genauso vor den Latz knallen, wie die Eröffnungsnummer. Zwar wird immer mal das Tempo durch kleinere Breaks reduziert, ein kleines gitarristisches Schmankerl eingebaut, der Punch mit dem alle Musiker zu Werke gehen, bleibt aber ungedrosselt permanent hoch.  

Kurz verschnaufen kann man dann mal mit dem Spanish Guitars Instrumental „Llega El Diablo“, welches zum zweiten Song mit Western-Flair überleitet. „The Way of the Gun“ könnte zusammen mit „Gunslinger“ live als konzeptionelles Doppel recht gut funktionieren. Warten wir's mal ab.  

Auch das von Peck gesungen buchstabierte „K.I.L.L.“ verwöhnt mit knallhartem US Power Metal Sound der allerbesten Sorte und es sind nach wie vor die kleinen Feinheiten, die die Band immer wieder einbaut, um nicht durch pure Powerwände abzustumpfen.  

Kleiner Wermutstropfen ist das arg plakative „The Anthem“. Hier wirken die Lyrics doch arg auf Effekthascherei gebügelt und dieses „Heavy Metal Is The Law“-Gehabe viel zu aufgesetzt.

Auch die ein oder andere nur gute Nummer („I Am The Revolution“, „Total Devastation“) verleitet einen dazu, zu behaupten, daß man anstatt 13 Songs mit über einer Stunde Spielzeit vielleicht besser 9 Songs reduziert hätte. Dann würden wir hier von einer True-Pure-Powermetal Referenz sprechen.

Der mit U-Boot-Sonarklängen eröffnende Abschlußtrack „U 666“ bietet dann nochmal beste Death Dealer Kost und langweilt trotz seiner über 6 Minuten zu keiner Zeit.

Wer „Warmaster“ mochte wird „Hallowed Ground“ lieben. Mit Death Dealer kann man wirklich einen auf dicke Hose machen und herrlich als Anschauungsmaterial verwenden, wenn die Kumpels mal wissen wollen, was „Metal“ eigentlich ist. Die Band erspart uns Peinlichkeiten anderer Supergroups und überzeugt erneut auf ganzer Linie . Zieht eure nietenbeschlagenen Lederhandschuhe über und Fists in the Air !!   


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