DELAIN - Moonbathers

Sie feiern in diesem Jahr ihr 10-jähriges Jubiläum, die Symphonic Metal Band Delain aus dem dem niederländischen Zwolle. Naja, so ganz stimmt das nicht. Den ersten Anlauf nahm die Band bereits im Jahr 2002. In diesem Jahr startete Keyboarder Martijn Westerholt das Projekt, jedoch mit gänzlich anderer Besetzung. Im selben Jahr erschien auch das inzwischen rare Demo “Amenity”. Danach ruhte das Bandprojekt bis Delain einen Plattenvertrag mit Roadrunner Records abschließen konnten. Als offizieller Start der Band gilt jetzt der September 2006, in dem auch das Debutalbum “Lucidity” erschien. Im Februar diesen Jahres wurde als kleiner Vorgeschmack auf das fünfte Album die EP “Lunar Prelude” veröffentlicht. Jetzt hat das Warten Fans ein Ende, das neue Album MOONBATHERS ist fertig.  

Was sich auf “Lunar Prelude” bereits andeutete, bestätigt der Opener “Hands Of Gold”. Delain gehen bei vielen Songs deutlich härter zu Werke als auf den früheren Alben. Mit viel orchestralen Bombast und knallenden Gitarren ist das ein furioser Einstieg in MOONBATHERS. So passen dann auch die von Alissa White-Gluz (Arch Enemy) eingesungen Growls hervorragend dazu. Auch “The Glory and the Scum” unterstreichen das neue Selbstverständnis der Niederländer. Der äußerst melodische Gesang von Charlotte Wessels wird unterlegt von harten Gitarrenriffs. Und von der Power von “Suckerpunch” konnte man sich bereits auf der EP überzeugen.

Mit “The Hurricane” gönnen Delain ihren Fans die erste Verschnaufpause. Der Song ist ruhiger angelegt, trotzdem sind druckvolle Gitarrenriffs zu hören, aber auch balladeske Melodieführungen. Von ruhigen Piano-Klängen begleitet, zeigt Charlotte Wessels in “Chrysalis – The Last Breath” das sie eine herausragende Sängerin ist. Eine wunderschöne Ballade. Aber schon mit “Fire With Fire” ist es mit der Ruhe vorbei, ein schneller und trotzdem melodischer Rock-Song mit harten Gitarrenriffs. “Pendulum” ist ein Delain-typischer Pop-Rock-Song, der aber ebenfalls von treibenden Gitarrenriffs geprägt wird. Im zweiten Teil ist ein hervorragendes Gitarren-Solo zu hören.

Auch “Danse Macabre” ist ebenfalls  ein poppiger Song, aber mit viel Gitarren- und Schlagzeug-Power. Für mich einer der Höhepunkte des Albums ist das Queen-Cover “Scandal”. Orchestraler Bombast gemixt mit knallenden Gitarren und kraftvollem Gesang. Dazu ein Wahnsinns-Gitarren-Solo im Mittelteil. So gefällt mir der Song um Klassen besser als das Original. Die Delain-typische Rock-Pop-Hymne “Turn the Lights Out” war ebenfalls schon auf der EP zu hören. Und zum Schluss gibt es mit “The Monarch” eine wunderschöne Power-Ballade, bei der zunächst die Streicher dominieren, später dann das ganze Orchester einsetzt.

Es ist nicht einfach für Rockmusiker, ihren Sound ständig weiter zu entwickeln ohne ihre alten Fans zu verprellen. Delain ist das auf ihrem fünften Album mit Bravour gelungen. Die altbekannten Trademarks, wie wunderschöne Melodieführung, symphonische Orchestrierung und glockenklarer Gesang wurden erweitert um  druckvolles Schlagzeug-Spiel und knallende Gitarrenriffs. Vor allem der Zugang von Merel Bechtold als zweite Gitarristin hat der Band merklich gut getan und sorgt für einen fetten Gitarrensound. MOONBATHERS ist ein rundum gelungenes Album mit abwechslungsreichem Songwriting. Der rockige Sound, den die Niederländer live bereits bieten ist jetzt auch auf einer Studio-Produktion zu hören.


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